Grounding
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Primera Air geht die Luft aus

Primera Air Airbus A321neo
Primera Air Airbus A321neo, © Stansted Airport

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BILLUND - Eben erst kündigte Primera Air für 2019 Transatlantikflüge von Frankfurt und Berlin an. Doch die Pläne des dänischen Langstrecken-Preisbrechers waren auf Sand gebaut: Geldgeber springen ab, Primera Air muss nach 14 Jahren Insolvenz anmelden. Der Flugbetrieb wird am 02. Oktober eingestellt.

"Nachdem wir von unserer Bank keine Brückenfinanzierung erhalten konnten, sehen wir keine andere Möglichkeit als die Insolvenz", informierte das Primera-Air-Management die Mitarbeiter am Montag per Rundschreiben über das unmittelbar bevorstehende Aus.

Primera Air nennt in der Email, die aero.de vorliegt, den längeren Wartungsausfall eines Flugzeugs und verspätete Auslieferungen von Airbus A321neo als Glieder in einer Kette "nicht vorhersehbarer Ereignisse", die für die finanzielle Schieflage verantwortlich sei. Die Airline musste nach eigenen Angaben Flugzeuge leasen und 20 Millionen Euro nicht eingeplante Kosten schultern.

Über Primera Air Scandinavia
Typ Linienfluggesellschaft
Basis Billund
Maschinen 8
Destinationen 54
Routen 100
© Daten bereitgestellt von ch-aviation
Nach Informationen der "BBC" wurden am Montagabend zwei Primera-Air-Flüge von Stansted nach Washington und New York gegroundet. Offiziell soll der Flugbetrieb um Mitternacht enden. Wegen ausstehender Gebühren legte der Flughafen Standsted den Airbus A321neo OY-PAF von Primera Air am Montag an die Kette.

Die dänisch-lettische Airline isländischer Eigner kopierte mit Kampfpreisen und kompakten Flugzeugen das Langstreckenmodell von Norwegian und WOW air. Primera Air flog seit Sommer von Stansted nach Nordamerika. Nächstes Jahr sollten Überseeflüge aus Brüssel, Berlin und Frankfurt mit Boeing 737 MAX 9 und Airbus A321LR das Netzwerk ergänzen.

Flughafen Stansted legt Airbus A321 an die Kette, © TSL

Erst kürzlich gerieten auch die deutschen Ableger der Charterairlines Azur Air und Small Planet Airlines in ernste Probleme.
© aero.de | Abb.: Stansted Airport | 01.10.2018 19:58

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Beitrag vom 02.10.2018 - 15:34 Uhr
Wieder ein Opfer in der Kette mehrerer Airline Pleiten und wohl noch nicht das Ende der Fahnenstange. Schade für das interessante Konzept. Das Airline Business ist jedoch knallhart. Unverhoffte Probleme wie die Bezeichneten bei Primera sind jedoch keine Seltenheit. Erfolg und Misserfolg stehen oft auf des Messers Schneide. Zuerst trifft es die Kleinen am Ende dann die Großen in einem von Überkapazitäten geprägten Markt. Aufgrund der nicht von Primera zu vertretenen Liefer- und Qualitätsproblemen bei den Flugmustern, kommen schwächer kapitalisierte Unternehmen schneller in die Bredullie. Die Konkurrenz freut es. Mit Norwegian als nächsten möglichen Kandidaten wird das neue Langstreckenkonzept womöglich im Keim erstickt, bevor es richtig Fuß fassen konnte. Bleibt abzuwarten, ob sich andere Airlines davon abschrecken lassen.
Beitrag vom 02.10.2018 - 12:54 Uhr
Betriebswirtschaftlich nennt man das Insolvenz infolge Kapitalmangels.
Beitrag vom 02.10.2018 - 08:39 Uhr
Ging ja doch viel schneller als erwartet!
Mit ner 737 oder A321 Langstrecken Low Cost, das traut sich ja noch nicht mal MOL mit Ryanair


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