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Das genaue Ausmaß der Ausfälle war zunächst unbekannt. Man warte auf genauere Informationen von Seiten der Gewerkschaft, erklärte ein Sprecher des Unternehmens.
Die Lufthansa kritisierte die "extrem kurzfristige Ankündigung der Gewerkschaften", die Fluggäste "extrem hart und unverhältnismäßig" treffe. "Tragfähige Lösungen können nur im Dialog gefunden werden, Streiks müssen stets das letzte Mittel bleiben", so der Sprecher der Airline. "Wir fordern die Gewerkschaften deshalb auf, die Gespräche mit uns wieder aufzunehmen."
Aufgerufen haben die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit für die Piloten und die Kabinengewerkschaft Ufo für die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter. Offiziell streiken die Piloten für höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Hierzu liegt schon seit dem Herbst eine Urabstimmung der Mitglieder vor, die mit Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt haben.
Bis 2017 erhielten Pilotinnen und Piloten eine klassische Betriebsrente mit garantierten Auszahlungen. Seither gilt ein kapitalmarktfinanziertes Modell, das laut Cockpit "das frühere Versorgungsniveau deutlich verfehlt.
Sieben Verhandlungsrunden blieben ohne Ergebnis. "Zu keinem Zeitpunkt lag ein Angebot der Arbeitgeberseite vor, dass unser Anliegen in irgendeiner Weise aufgegriffen hätte", sagte Arne Karstens, Sprecher der Group-Tarifkommission* (GTK). Auch ein letztes Vermittlungsangebot der VC sei ohne Reaktion geblieben.
"Wir haben der Arbeitgeberseite vorgeschlagen, den Tarifvertrag zur Altersversorgung befristet bis zum 31.12.2026 fortzuführen, verbunden mit beispielsweise Anpassungen der Anlagestrategie", sagte Karstens. "Dieses Angebot lag deutlich unterhalb unserer urabgestimmten Forderungen. Dennoch ließ das Management auch diese gesetzte Frist verstreichen."
In einer Beispielrechnung hatte Cockpit die Forderung 2025 auf einen Zusatzbeitrag von 1.800 Euro pro Monat für einen Musterpiloten umgebrochen. Lufthansa hatte die Cockpit-Forderungen auf 228 Millionen Euro pro Jahr hochgerechnet - und als "schlichtweg nicht bezahlbar" zurückgewiesen.
Ufo will ohne Urabstimmung mit einem Warnstreik Verhandlungen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen.
Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht. Ufo will hier einen tariflichen Sozialplan. Laut einem Mitgliederrundschreiben würden Verhandlungen vom Management verweigert. Bei der Kerngesellschaft warte man bislang vergeblich auf Verhandlungen zum Manteltarifvertrag.
Harte Linie des Vorstands
Unter den Schlagworten "Produktivität" und "Flexibilität" verlange Lufthansa weiter tarifliche Verschlechterungen, die sich unmittelbar auf die Arbeitsbelastung und die ohnehin stark eingeschränkte Planbarkeit des Privatlebens auswirken würden, kritisiert Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger. Gleichzeitig verweigere der Arbeitgeber jede ernsthafte Diskussion über Schutzmechanismen, mit denen die Kabinenbeschäftigten vor den Folgen des vom Konzern eingeschlagenen Kurses abgesichert werden könnten.
Gemeint ist hier die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben die etablierten Betriebsteile unter Druck zu setzen. Der Vorstand hat vor wenigen Jahren die Flugbetriebe Lufthansa City Airlines und Discover mit dem erklärten Ziel gegründet, dort zu kostengünstigeren Tarifbedingungen zu fliegen. Dies gelingt vor allem, weil dort die Crews weniger verdienen. Laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr kann im Konzern Wachstum nur dort stattfinden, wo Geld verdient wird.
City Airlines soll Cityline ersetzen
Am Dienstag hatte der Lufthansa-Konzern bekanntgegeben, dass die neue Gesellschaft City Airlines nun erstmals auch das Drehkreuz Frankfurt bedient. Bis zum Herbst soll die Flotte am Rhein-Main-Flughafen auf sieben Flugzeuge vom Typ Airbus A320 mit der neuesten Triebwerksgeneration wachsen. Bislang sind 13 Flugzeuge der 2024 gegründeten Plattform am zweiten Drehkreuz in München stationiert.
Für Passagiere ist kaum zu erkennen, mit welcher Gesellschaft sie fliegen, weil City Airlines voll in den Lufthansa-Flugplan integriert ist und auch keine eigenen Tickets verkauft. Ein ähnliches Konzept verfolgt der Konzern bei der Tochter Discover, die auch Fernflüge anbietet. Hier hat die Konkurrenzgewerkschaft Verdi Tarifverträge für Kabine und Cockpit abgeschlossen.
Für das Wachstum der 100-prozentigen Tochter stellt der Konzern in Frankfurt neu ein. 60 Kräfte seien bereits gewonnen, die Einstellung von 280 weiteren Beschäftigten sei geplant. Aktuell beschäftigt die Airline rund 450 Menschen.
© dpa, aero.de | Abb.: Lufthansa | 10.02.2026 19:12







Kommentare (9) Zur Startseite
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Über 1 Jahr gab es kein Angebot der Lufthansa. Warum sollen sich die Piloten nicht wehren.
Und bitte LH hat genug Geld.
Man schmeißt ja das Geld aus dem Fenster raus bei vielen Dingen.
Man hatte einen Deal mit der LH und nun müssen sie mit den Konsequenzen leben. Und ja, das kann man dem Management zuschreiben
Wie lang ist das her und wie ist aktuell die wirtschaftliche Performance?
Genau, das Geld wird für ITA ausgegeben.
Nö, der Konzern LH hat hier ein strategisches Investment getätigt das sich vielleicht, vielleicht auch nicht rentieren wird. Das Geld dafür kam wohl eher nicht von der LH Classic, da waren die Erträge ja nicht so dolle in den letzten Jahren
Über 1 Jahr gab es kein Angebot der Lufthansa. Warum sollen sich die Piloten nicht wehren.
Und bitte LH hat genug Geld.
Man schmeißt ja das Geld aus dem Fenster raus bei vielen Dingen.
Man hatte einen Deal mit der LH und nun müssen sie mit den Konsequenzen leben. Und ja, das kann man dem Management zuschreiben