FRANKFURT - Zehn Jahre liegt die letzte Frontalkollision zwischen Lufthansa und der Vereinigung Cockpit zurück. Am Donnerstag bestreiken die Piloten der Kernmarken Lufthansa und Lufthansa Cargo alle Abflüge in Deutschland. Aufhänger ist ein offener Tarifvertrag zu Betriebsrenten. Das tarifliche Themenspektrum reicht darüber hinaus.
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ruft für Donnerstag, 12. Februar, zum Streik bei Lufthansa und Lufthansa Cargo auf. Betroffen sind alle deutschen Abflüge.
Die Piloten fordern höhere Lufthansa-Einzahlungen in die betriebliche Altervorsorge, bAV. "2017 wurde das System komplett umgestellt von einer garantierten Auszahlungssumme auf eine garantierte Einzahlungssumme", kreiste Cockpit-Versorgungsexperte Harald Cizaire die Ausgangslage des aktuellen Tarifkonflikts 2025 im GTK-Podcast ein.
Das Zinsrisiko ging damit vom Konzern auf die Piloten über. Unter dem Strich fahren die Piloten damit schlechter, beklagt Cockpit im Rückblick. Am "kapitalmarktorientierten System" will die Gewerkschaft zwar festhalten, fordert aber deutlich höhere Beitragsleistungen.
"Bei einem Grundgehalt von 10.000 Euro und 3.000 Euro Zulagen (...) zahlt der Arbeitgeber aktuell rund 820 Euro in die bAV", hatte Cockpit GTK-Sprecher Arne Karstens im gleichen Podcast eine Beispielrechnung aufgemacht. Die VC-Forderung laufe damit auf "circa 1.800 Euro mehr im Monat" hinaus.
Lufthansa hat die Kosten auf 228 Millionen Euro pro Jahr hochgerechnet - zu viel für den Konzern. "Wir haben nicht ansatzweise das Geld für eine weitere Verbesserung der ohnehin schon sehr guten betrieblichen Altersvorsorge",
sagte Lufthansa Airlines-Chef Jens Ritter. "Wir haben bei der Lufthansa Classic ein massives Profitabilitätsproblem, insbesondere durch den Kurzstreckenbetrieb."
Lufthansa Airlines steuert mit einer Vielzahl an Teilprojekten unter Flagge des "Turnaround"-Programms gegen.
Turnaround hat strukturelle Sprengkraft für das Cockpit-Tarifgefüge: Lufthansa will in der Flotte künftig asynchron wachsen - die Zahl der Großraumflugzeuge soll steigen, die Stärke der Kontflotte unverändert bleiben. Im Kontverkehr will Lufthansa das Angebot nur noch über größere Flugzeuge wie den Airbus A321neo ausbauen.
Die Piloten der Lufthansa-Kerngesellschaften bangen auf lange Sicht um hochtarifierte Cockpitjobs in der Kontflotte.
Lufthansa hatte den Konzernpiloten 2017 - nach einem heftigen Tarifkonflikt mit sechs Streiktagen im Vorjahr - über die sogenannte Perspektivvereinbarung (PPV) eine Flottenuntergrenze von 325 Flugzeugen im Kerntarif garantiert, die Vereinbarung Ende 2021 aber wieder gekündigt.
Die PPV-Flottenzusage war ebenso schlank wie konkret: 103 Interkont- und 174 Kontflugzeuge bei Lufthansa, zehn Frachter bei Lufthansa Cargo und 38 Maschinen bei Germanwings - in Summe: 325 Maschinen. Germanwings gibt es inzwischen nicht mehr, auch das AOC hat Lufthansa gerade abgemeldet.
Die Kündigung der PPV setzte einen trägen Tarifmechanismus in Gang. Lufthansa und Cockpit fallen stufenweise auf die Basis des Konzerntarifvertrags (KTV) zurück. Die Flottenzusage löst sich also nicht in Luft auf, Lufthansa konnte aber ab 2022 einen Sinkflug einleiten. Genau das macht Lufthansa seither.
Der intern auch "Abschmelzungsphase" genannte Prozess sah zunächst einen Abbau von 23 Kontflugzeugen in grob gleichen Schritten zwischen 2022 und 2027 vor. "2027 sind wir wieder genau dort, wo wir 2017 losgelaufen sind, nämlich im KTV", heißt es in einem internen Cockpit-Schreiben aus dem Jahr 2024, das aero.de vorliegt.
Laut Cockpit blutet die Kernflotte auf dem Weg dahin allerdings sehr viel schneller - und mehr - aus als nach Lesart der Gewerkschaft zulässig wäre.
Im Dezember 2025 hatte Cockpit deswegen ein Schiedsgerichtsverfahren gegen Lufthansa eingeleitet.Lufthansa sieht Laufbahnperspektiven als eigentlichen Brennpunkt im Dauerkonflikt mit den Piloten. In den Lufthansa-Cockpits herrsche "wenig Sorge" über ohnehin gute Betriebsrenten, sagte Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr im Oktober 2025 in Frankfurt. "Aber es herrscht große Sorge über Zukunftsperspektiven und Wachstumsperspektiven."
Lufthansa sei bereit über "Zusagen" bei "Flugzeugen, Einstellungen und der Anzahl von Kapitänsstellen" zu verhandeln, sofern im Gegenzug der "Kostennachteil" der Lufthansa Classic gesenkt werde.
"Weiterreichende Themenfelder"Ganz falsch liegt Spohr mit der Einschätzung sicher nicht. Denn eigentlich war die Pilotengewerkschaft zu den Betriebsrenten schon seit September 2025 nach einer erfolgreichen Urabstimmung startklar zum Streik.
"Doch dann öffnete sich ein Fenster für Gespräche auch zu anderen Themen", erklärte Cockpit-Präsident Andreas Pinheiro Ende Oktober 2025 den vorläufigen Streikverzicht. "Diesmal auch zu weiterreichenden Themenfeldern, etwa den Perspektiven bei der CityLine, der Tarifierung von Lufthansa City Airlines und Discover sowie der Zukunft und Bedeutung der Lufthansa Passage."
Nach Streikrecht ist ein Arbeitskampf für höhere Betriebsrenten sauber. Cockpit schien im Herbst 2025 aber für einen kurzen Moment bereit, den "TV Rente" in einer Gesamtlösung unterzupflügen - das kreiden Gewerkschaftsinsider der Cockpit-Spitze bis heute als strategischen Fehler an.
Zumindest Zeitdruck hatte Lufthansa in den Runden mit Cockpit bisher nicht. Seit 2023 gilt der aktuelle Vergütungstarifvertrag (VTV). Der war mit 18 Prozent Tabellenplus zwar teuer erkauft, läuft aber bis Ende 2026. Der Manteltarifvertrag (MTV) mit den Dienstregeln gilt sogar noch ein Jahr länger. Den PPV-Streit hatten Lufthansa und Cockpit 2023 zurückgestellt.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 11.02.2026 09:53
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de
registrieren oder
einloggen.
Beitrag vom 11.02.2026 - 12:05 Uhr
So ist es: Der angekündigte Streik der Vereinigung Cockpit ist in der aktuellen Lage nicht nur unverhältnismäßig, sondern vorgeschoben. Offiziell geht es um die betriebliche Altersversorgung. Tatsächlich verfolgt die VC jedoch ein ganzes Bündel weiterreichender Ziele – von Flottenzusagen über Tarifierungsfragen bis hin zu strategischem Einfluss auf Konzernstrukturen. Die Rente dient als Hebel, nicht als Kernproblem.
Das können Sie als Außenstehender (der im letzten Jahr, mit großen Bauchschmerzen, mal wieder LH gebucht hat und sehr enttäuscht war...) genau und detailliert beurteilen? Respekt!
Auch als Außenstehender vermag ich Artikel und Analysen in entsprechenden Veröffentlichungen zu lesen und bisweilen sogar zu verstehen. Und was hat ein Flug mit der LH damit zu tun?
Lufthansa steht mitten in einem anspruchsvollen Turnaround und kämpft mit strukturellen Profitabilitätsproblemen. In dieser Situation zusätzliche 228 Millionen Euro pro Jahr zu fordern, ist kein verantwortungsbewusster Tarifbeitrag, sondern Realitätsverweigerung. Die Altersversorgung der Piloten ist bereits heute im Branchenvergleich sehr gut. 2017 wurde das System modernisiert – wie in unzähligen anderen Unternehmen auch. Das pauschal als Verschlechterung umzudeuten, ignoriert ökonomische Fakten.
Ökonomische Fakten.
Siehe oben, die kennen Sie im Detail?
Siehe oben: der Veröffentlichungen gibt es viele zu diesem Thema.
Wer bei einem Grundgehalt von 10.000 Euro plus Zulagen eine weitere massive Aufstockung verlangt, argumentiert nicht aus sozialer Notwendigkeit, sondern aus Besitzstandswahrung. Parallel dazu sollen Flotten- und Wachstumsgarantien tariflich zementiert werden – faktisch ein Mitspracherecht über unternehmerische Entscheidungen.
Besitzstandswahrung, tja das ist so.
Legitim Erworbenes gibt man nicht freiwillig und gerne auf. Aber Sie wären sicher sofort bereit entsprechende 'Angebote' Ihres AG (der Ihre Leben - heute und zukünftig - verschlechtern/ schwieriger machen würden) klag- und kampflos zu akzeptieren. Vorbildlich!
Auch hier können Sie wieder nur polemisieren: wo geht es denn im aktuellen Konflikt mit VC um "Verschlechterungen"? Und seit wann gibt es für die Gewerkschaften ein Mitspracherecht bei unternehmerischen Entscheidungen?
Sie schrieben das Sie 'entsprechende Veröffentlichungen' lesen. Haben Sie überlesen das die Piloten seinerzeit auf Ihre gesicherte Altersvorsorge verzichtet haben zugunsten eines risikoreicheren Modelles und dafür im Gegenzug eine 'Zukunftsperspektive' erhalten haben, die 2021 vom AG einseitig gekündigt wurde? Das ist ganz eindeutig eine Verschlechterung (zum vorherigen)!
Ich würde sowas auch nicht ohne Widerstand hinnehmen.
Das ist keine Sozialpartnerschaft, das ist Machtpolitik. Lufthansa hingegen setzt auf Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Zukunftssicherung. Wer in dieser Phase streikt, riskiert genau das, was er angeblich schützen will: Stabilität und Perspektiven.
Hierzu sagen Sie nichts? Wie verstehen Sie Sozialpartnerschaft?
Richtig, weil mir dazu relevante Innenansichten, zu dem was da abläuft/ passiert, fehlen.
Beitrag vom 11.02.2026 - 11:53 Uhr
Moin,
Wenn die VC nicht streikt, dann gibt es irgendwann nur noch City/Discover und dann wird man auch von den 10.000 € (wo kommt das überhaupt her?) Grundgehalt im Monat weit entfernt sein. Von der Kabine brauchen wir gar nicht reden, die Kollegen welche mit den Kunden zusammenarbeiten, nimmt die LH gar nicht (mehr) ernst.
Die LH hatte alle Möglichkeiten diesen Streik abzuwenden. Wenn man die Arbeitnehmervertreter aber nicht erst nimmt, auf Zeit spielt und immer weiter in andere Konstrukte verschieben möchte, passiert halt das.
Die Lufthansa steht in einem Turnaround, aber für das Museum und andere Dinge ist aber auch Geld vorhanden. Weiterhin können auch im Managemnt mal Köpfe rollen, denn ich glaube nicht, dass Cockpit/Kabine Allegris versemmelt haben.
Gruß,
Jochen
Ihre Argumentation ist nicht nur einseitig, sondern konstruiert ein Bedrohungsszenario, als wäre es bereits beschlossene Sache. Aus „es könnte passieren“ wird „es wird passieren“ – und daraus dann die moralische Rechtfertigung für alles Weitere. Das ist mehr Dramatisierung als Analyse.
Zu behaupten, Cockpit und Kabine würden nicht ernst genommen, blendet schlicht aus, dass es Verhandlungen, Angebote und Gesprächsrunden gegeben hat. Man kann diese ablehnen oder für unzureichend halten – aber so zu tun, als würde niemand zuhören, ist bequem und mobilisierend, nur eben nicht besonders redlich.
Der Turnaround ist kein Wunschkonzert. Natürlich werden in dieser Phase Strukturen hinterfragt und Effizienzthemen adressiert. Gleichzeitig in Produkt, Marke oder Infrastruktur zu investieren, ist kein Affront gegen die Belegschaft, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. Wer das gegeneinander ausspielt, tut so, als könne ein Konzern im internationalen Wettbewerb ausschließlich nach innen denken.
Und ja, auch das Management trägt Verantwortung – gerade bei Projekten wie Allegris. Aber die Komplexität solcher Programme reflexhaft „oben“ abzuladen, ist ebenso simpel wie die Erzählung, jede strukturelle Veränderung sei ein Angriff auf die Belegschaft.
Ein Streik ist legitim. Ihn jedoch als alternativlos darzustellen und jede unternehmerische Entscheidung als Beweis von Geringschätzung umzudeuten, wirkt weniger wie sachliche Interessenvertretung – und mehr wie bewusstes Zuspitzen für die eigene Anhängerschaft.
Aha, also verhandelt die UFO bei der Cityline einen Sozialplan den es gar nicht benötigt, weil die Cityline weiter bestand hat, oder wie kann ich das verstehen? Müssen die Cityline MA also nicht (sofern sie noch in der Luftfahrt arbeiten wollen) mit sanften Nachdruck zu schlechteren Konditionen zu LH City wechseln?
Beitrag vom 11.02.2026 - 11:48 Uhr
So ist es: Der angekündigte Streik der Vereinigung Cockpit ist in der aktuellen Lage nicht nur unverhältnismäßig, sondern vorgeschoben. Offiziell geht es um die betriebliche Altersversorgung. Tatsächlich verfolgt die VC jedoch ein ganzes Bündel weiterreichender Ziele – von Flottenzusagen über Tarifierungsfragen bis hin zu strategischem Einfluss auf Konzernstrukturen. Die Rente dient als Hebel, nicht als Kernproblem.
Lufthansa steht mitten in einem anspruchsvollen Turnaround und kämpft mit strukturellen Profitabilitätsproblemen. In dieser Situation zusätzliche 228 Millionen Euro pro Jahr zu fordern, ist kein verantwortungsbewusster Tarifbeitrag, sondern Realitätsverweigerung. Die Altersversorgung der Piloten ist bereits heute im Branchenvergleich sehr gut. 2017 wurde das System modernisiert – wie in unzähligen anderen Unternehmen auch. Das pauschal als Verschlechterung umzudeuten, ignoriert ökonomische Fakten.
Wer bei einem Grundgehalt von 10.000 Euro plus Zulagen eine weitere massive Aufstockung verlangt, argumentiert nicht aus sozialer Notwendigkeit, sondern aus Besitzstandswahrung. Parallel dazu sollen Flotten- und Wachstumsgarantien tariflich zementiert werden – faktisch ein Mitspracherecht über unternehmerische Entscheidungen.
Das ist keine Sozialpartnerschaft, das ist Machtpolitik. Lufthansa hingegen setzt auf Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Zukunftssicherung. Wer in dieser Phase streikt, riskiert genau das, was er angeblich schützen will: Stabilität und Perspektiven.
Auch hier wird wieder mit Bullshit Fakten/Zahlen „argumentiert“!
Es sind nicht 228 Mio MEHR, die Kosten liegen jetzt bei 108 Mio!
Es wäre also eine Erhöhung um 120 Mio
Und:
1. Sind die 228 Mio eine Hochrechnung von LH, die ja gaaaanz bestimmt völlig stimmt bis ins Detail
und
2. Wären es 228 Mio, wenn die Forderungen vollumfänglich erfüllt werden, daran glaubt nicht mal die VC!
Aber Hauptsache man hat mal wieder ein paar PseudoFakten rausgehauen!
Kommentare (9) Zur Startseite
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.
Das können Sie als Außenstehender (der im letzten Jahr, mit großen Bauchschmerzen, mal wieder LH gebucht hat und sehr enttäuscht war...) genau und detailliert beurteilen? Respekt!
Auch als Außenstehender vermag ich Artikel und Analysen in entsprechenden Veröffentlichungen zu lesen und bisweilen sogar zu verstehen. Und was hat ein Flug mit der LH damit zu tun?
Lufthansa steht mitten in einem anspruchsvollen Turnaround und kämpft mit strukturellen Profitabilitätsproblemen. In dieser Situation zusätzliche 228 Millionen Euro pro Jahr zu fordern, ist kein verantwortungsbewusster Tarifbeitrag, sondern Realitätsverweigerung. Die Altersversorgung der Piloten ist bereits heute im Branchenvergleich sehr gut. 2017 wurde das System modernisiert – wie in unzähligen anderen Unternehmen auch. Das pauschal als Verschlechterung umzudeuten, ignoriert ökonomische Fakten.
Ökonomische Fakten.
Siehe oben, die kennen Sie im Detail?
Siehe oben: der Veröffentlichungen gibt es viele zu diesem Thema.
Wer bei einem Grundgehalt von 10.000 Euro plus Zulagen eine weitere massive Aufstockung verlangt, argumentiert nicht aus sozialer Notwendigkeit, sondern aus Besitzstandswahrung. Parallel dazu sollen Flotten- und Wachstumsgarantien tariflich zementiert werden – faktisch ein Mitspracherecht über unternehmerische Entscheidungen.
Besitzstandswahrung, tja das ist so.
Legitim Erworbenes gibt man nicht freiwillig und gerne auf. Aber Sie wären sicher sofort bereit entsprechende 'Angebote' Ihres AG (der Ihre Leben - heute und zukünftig - verschlechtern/ schwieriger machen würden) klag- und kampflos zu akzeptieren. Vorbildlich!
Auch hier können Sie wieder nur polemisieren: wo geht es denn im aktuellen Konflikt mit VC um "Verschlechterungen"? Und seit wann gibt es für die Gewerkschaften ein Mitspracherecht bei unternehmerischen Entscheidungen?
Sie schrieben das Sie 'entsprechende Veröffentlichungen' lesen. Haben Sie überlesen das die Piloten seinerzeit auf Ihre gesicherte Altersvorsorge verzichtet haben zugunsten eines risikoreicheren Modelles und dafür im Gegenzug eine 'Zukunftsperspektive' erhalten haben, die 2021 vom AG einseitig gekündigt wurde? Das ist ganz eindeutig eine Verschlechterung (zum vorherigen)!
Ich würde sowas auch nicht ohne Widerstand hinnehmen.
Das ist keine Sozialpartnerschaft, das ist Machtpolitik. Lufthansa hingegen setzt auf Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Zukunftssicherung. Wer in dieser Phase streikt, riskiert genau das, was er angeblich schützen will: Stabilität und Perspektiven.
Hierzu sagen Sie nichts? Wie verstehen Sie Sozialpartnerschaft?
Richtig, weil mir dazu relevante Innenansichten, zu dem was da abläuft/ passiert, fehlen.
Wenn die VC nicht streikt, dann gibt es irgendwann nur noch City/Discover und dann wird man auch von den 10.000 € (wo kommt das überhaupt her?) Grundgehalt im Monat weit entfernt sein. Von der Kabine brauchen wir gar nicht reden, die Kollegen welche mit den Kunden zusammenarbeiten, nimmt die LH gar nicht (mehr) ernst.
Die LH hatte alle Möglichkeiten diesen Streik abzuwenden. Wenn man die Arbeitnehmervertreter aber nicht erst nimmt, auf Zeit spielt und immer weiter in andere Konstrukte verschieben möchte, passiert halt das.
Die Lufthansa steht in einem Turnaround, aber für das Museum und andere Dinge ist aber auch Geld vorhanden. Weiterhin können auch im Managemnt mal Köpfe rollen, denn ich glaube nicht, dass Cockpit/Kabine Allegris versemmelt haben.
Gruß,
Jochen
Ihre Argumentation ist nicht nur einseitig, sondern konstruiert ein Bedrohungsszenario, als wäre es bereits beschlossene Sache. Aus „es könnte passieren“ wird „es wird passieren“ – und daraus dann die moralische Rechtfertigung für alles Weitere. Das ist mehr Dramatisierung als Analyse.
Zu behaupten, Cockpit und Kabine würden nicht ernst genommen, blendet schlicht aus, dass es Verhandlungen, Angebote und Gesprächsrunden gegeben hat. Man kann diese ablehnen oder für unzureichend halten – aber so zu tun, als würde niemand zuhören, ist bequem und mobilisierend, nur eben nicht besonders redlich.
Der Turnaround ist kein Wunschkonzert. Natürlich werden in dieser Phase Strukturen hinterfragt und Effizienzthemen adressiert. Gleichzeitig in Produkt, Marke oder Infrastruktur zu investieren, ist kein Affront gegen die Belegschaft, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. Wer das gegeneinander ausspielt, tut so, als könne ein Konzern im internationalen Wettbewerb ausschließlich nach innen denken.
Und ja, auch das Management trägt Verantwortung – gerade bei Projekten wie Allegris. Aber die Komplexität solcher Programme reflexhaft „oben“ abzuladen, ist ebenso simpel wie die Erzählung, jede strukturelle Veränderung sei ein Angriff auf die Belegschaft.
Ein Streik ist legitim. Ihn jedoch als alternativlos darzustellen und jede unternehmerische Entscheidung als Beweis von Geringschätzung umzudeuten, wirkt weniger wie sachliche Interessenvertretung – und mehr wie bewusstes Zuspitzen für die eigene Anhängerschaft.
Aha, also verhandelt die UFO bei der Cityline einen Sozialplan den es gar nicht benötigt, weil die Cityline weiter bestand hat, oder wie kann ich das verstehen? Müssen die Cityline MA also nicht (sofern sie noch in der Luftfahrt arbeiten wollen) mit sanften Nachdruck zu schlechteren Konditionen zu LH City wechseln?
Lufthansa steht mitten in einem anspruchsvollen Turnaround und kämpft mit strukturellen Profitabilitätsproblemen. In dieser Situation zusätzliche 228 Millionen Euro pro Jahr zu fordern, ist kein verantwortungsbewusster Tarifbeitrag, sondern Realitätsverweigerung. Die Altersversorgung der Piloten ist bereits heute im Branchenvergleich sehr gut. 2017 wurde das System modernisiert – wie in unzähligen anderen Unternehmen auch. Das pauschal als Verschlechterung umzudeuten, ignoriert ökonomische Fakten.
Wer bei einem Grundgehalt von 10.000 Euro plus Zulagen eine weitere massive Aufstockung verlangt, argumentiert nicht aus sozialer Notwendigkeit, sondern aus Besitzstandswahrung. Parallel dazu sollen Flotten- und Wachstumsgarantien tariflich zementiert werden – faktisch ein Mitspracherecht über unternehmerische Entscheidungen.
Das ist keine Sozialpartnerschaft, das ist Machtpolitik. Lufthansa hingegen setzt auf Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Zukunftssicherung. Wer in dieser Phase streikt, riskiert genau das, was er angeblich schützen will: Stabilität und Perspektiven.
Auch hier wird wieder mit Bullshit Fakten/Zahlen „argumentiert“!
Es sind nicht 228 Mio MEHR, die Kosten liegen jetzt bei 108 Mio!
Es wäre also eine Erhöhung um 120 Mio
Und:
1. Sind die 228 Mio eine Hochrechnung von LH, die ja gaaaanz bestimmt völlig stimmt bis ins Detail
und
2. Wären es 228 Mio, wenn die Forderungen vollumfänglich erfüllt werden, daran glaubt nicht mal die VC!
Aber Hauptsache man hat mal wieder ein paar PseudoFakten rausgehauen!