Trent 1000
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ATSB untersucht Triebwerksabschaltung bei Scoot

Scoot Boeing 787-8
Scoot Boeing 787-8, © Boeing

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PERTH - Australiens Flugunfallbehörde ATSB geht dem Triebwerksausfall einer 787 von Scoot nach. Das Rolls-Royce Trent 1000 schaltete sich bei einem Anflug auf Perth am 11. Oktober 2018 von selbst ab. Der Fehler trat nach Angaben der Airline zum ersten Mal an einem Trent 1000 auf.

Wer Boeing 787 mit Trent-Triebwerken betreibt, braucht oft starke Nerven. Korrosionsschäden an Schaufeln der Mitteldruckturbine offenbarten sich an einigen Dreamlinern erst im Flug - nach gehäuften Zwischenfällen steht das Trent 1000 unter besonders aufmerksamer Beobachtung der Behörden.

Das ATSB untersucht nun ein neue Triebwerksabschaltung bei Scoot. Der Vorfall betraf Flug TR16 von Singapur nach Perth und das rechte Trent 1000 der 787-9 9V-OJE.

Nach einer sicheren Landung in Perth wurde am Triebwerk eine Komponente getauscht, teilte Scoot "Flight International" mit.
Der Defekt stehe "in keinem Zusammenhang mit bekannten Schwachpunkten des Trent 1000 Antriebs". Zwei Tage nach dem Zwischenfall nahm der betroffene Dreamliner den Liniendienst wieder auf.

Die Flugsicherheitsbehörden wurden in Sachen Trent 1000 allein im laufenden Jahr mehrfach tätig. FAA und EASA hielten Betreiber an, Triebwerke in engen Intervallen auf Risse zu prüfen und gegebenfalls zu ersetzen. Bei einer Wartungswelle im Sommer fielen in der Spitze bis zu 50 787 zeitgleich in den Flotten aus.

Trent 1000 bestimmter Serien dürfen aktuell nicht mehr paarweise am selben Flugzeug verwendet werden. Eine von 330 auf 140 Minuten zurückgestufte ETOPS-Regel bedeutet, dass sich einige 787 auf Überseeflügen nicht weiter als zwei Stunden und zwanzig Flugminuten von geeigneten Ausweichflughäfen entlang der Route entfernen dürfen.

"Große operative Herausforderung"

Die Flugsicherheit ist so gewährleistet, sagte Air-New-Zealand-Chef Christopher Luxon Ende September. "Aber es bleibt eine sehr große operative Herausforderung." Air New Zealand kann in der Regel auf fünf von 13 ihrer Boeing 787-9 nicht zurückgreifen und hat drei Ersatzflugzeuge  geleast.

Das wird noch einige Zeit so bleiben - frühestens innerhalb der nächsten "12 bis 18 Monate" will Rolls-Royce die Probleme des Trent 1000 weitgehend, erst 2022 endgültig abgestellt haben. Die Pannen kosten den Konzern Image - und mindestens 1,65 Milliarden US-Dollar.
© aero.de | Abb.: Boeing, Scoot | 19.10.2018 08:00


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