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Ersatz für Lufthansa: Flughafen Zürich hat Notfallplan

Dock E, Flughafen Zürich
Dock E, Flughafen Zürich, © Flughafen Zürich

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ZÜRICH - Der Flughafen Zürich hat einen Maßnahmenplan ausgearbeit, mit dem er auf einen möglichen Teilrückzug der Lufthansa Gruppe reagieren könnte. Swiss-CEO Thomas Klühr warnte jüngst davor, Wachstum andernorts voranzutreiben. Die Vorsicht in Zürich hat auch eine geschichtliche Note.

"Der Flughafen Zürich ist in erheblichem Maße von der betrieblichen und finanziellen Entwicklung seines Hub Carrier Swiss beziehungsweise. dessen Muttergesellschaft Lufthansa abhängig", heißt es im neuen Flughafenbericht des Kantons Zürich.

Solche Abhängigkeit von einem Hauptnutzer hat denFlughafen schon einmal eingeholt. Nach dem Grounding der ehemaligen Nationalairline Swissair im Jahr 2001 kämpfte Zürich mit einem massiven Verkehrseinbruch. Von zehn Millionen Transferpassagieren im Jahr 2000 blieben im Jahr 2004 noch weniger als fünf Millionen.

Mit der Erholung der neu aufgestellten Swiss kam auch der Flughafen wieder auf die Beine. Diese Erfahrungen machen die heute Verantwortlichen wohl besonders hellhörig, wenn der Swiss-CEO damit droht, Wachstum an andere Flughäfen zu verlegen.

"Wenn Zürich über kurz oder lang die Situation hier nicht in den Griff
bekommt und nicht der Nachfrage entsprechend wachsen kann, wird das
Wachstum anderswo stattfinden müssen", warnte Klühr erst im November.

Airport am Limit

Zwar relativierte Lufthansa-Chef Carsten Spohr diese Äußerung kurz darauf im aero.de-Interview. "Natürlich verlegen wir keine Swiss Flugzeuge von Zürich nach München, das hat (Swiss-CEO) Thomas Klühr auch nie gesagt."

Dennoch analysiert der Zürcher Flughafenbetreiber Flughafen Zürich AG (FZAG) "laufend die Konzernstrategie der Lufthansa-Gruppe und deren Auswirkungen auf den Hub Zürich. Zudem besteht für den Fall eines Rückzugs der Lufthansa-Gruppe vom Hub Zürich ein Maßnahmenplan, der aufzeigt, wie neue Fluggesellschaften für die Übernahme von Direktverbindungen akquiriert werden können."

Der Flughafen Zürich arbeitet am Limit - zahlreiche Verspätungen dort provozieren regelmäßig Ärger mit verschiedenen Airlines.

Noch eine andere Ungewisse beschäftigt derzeit das Management des Flughafens: hat die rechtsnationale Schweizer Volkspartei Erfolg mit ihrem Versuch, die Personenfreizügigkeit für EU-Bürger zu kippen, hätte dies einen Ausschluss der Schweiz aus dem Schengen-Raum und eine Kündigung des bilateralen Luftfahrtabkommens zwischen der EU und der Schweiz zur Folge.
© aero.de (boa) | Abb.: Flughafen Zürich | 23.12.2018 08:12

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Beitrag vom 23.12.2018 - 16:04 Uhr
Warum braucht man die Stratergie überhaupt. SWISS steht wirtschaftlich hervorragend da. Lufthansa hat nie mit auch nur einem Wort gesagt, dass sie ein Flugzeug von Zürich abziehen werden. Carsten Spohr hat hier nichts relativiert, es wurde schlichtweg nie gesagt. Es besteht also keine Gefahr für einen Abgang der SWISS.
Was gesagt wurde ist, dass Wachstum verlagert wird, wenn Zürich ihre Pünktlichkeit nicht in den Griff bekommt. Ich bezweifle aber, dass andere Airlines nach Zürich wollen, wenn die Qualität nicht stimmt.


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