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Insolvenzverwalter sieht Chance für Übernahme

Germania A319
Germania A319, © Airbus

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BERLIN - Für die insolvente Airline Germania könnte es womöglich eine Zukunft geben. Der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg teilte am Freitag mit, dass er Gespräche mit Interessenten über mögliche Konstellationen einer Übernahme führe.

"Unser vorrangiges Ziel ist es, die Fluglinie betriebsbereit zu halten, um die Start- und Lande-Slots behalten zu können", sagte Wienberg. "Das ist die Grundvoraussetzung für eine Lösung, die den Geschäftsbetrieb als Teil oder als Ganzes erhält."

Die Berliner Airline mit fast 1700 Mitarbeitern hatte am Wochenbeginn einen Insolvenzantrag gestellt und den Flugbetrieb eingestellt.

Es gebe mehrere Interessenten, hieß es auf Anfrage von einem Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters. Nähere Details wurden nicht genannt. Der Investorenprozess sei gestartet worden. Dazu gehört auch die Einrichtung eines Datenraums, in dem die Interessenten genauere Einblicke in Betriebszahlen bekommen.

Im Besitz der insolventen Airline war zuletzt keine der 27 Germania-Flugzeuge, alle waren geleast, wie es weiter auf Nachfrage hieß. Alle Maschinen befinden sich demnach in Deutschland.

Um die Fluglinie betriebsbereit zu halten, sei es notwendig, dass die Infrastruktur voll intakt bleibt mit einsatzbereiten Flugzeugen, Crews und Wartungsleistungen, so der Sprecher. Wienberg stehe dazu auch in Kontakt mit dem Luftfahrt-Bundesamt. Die Behörde entzog der Airline die Fluglizenz nach der Pleite.

Vom vorläufigen Insolvenzverwalter hieß es weiter, dass es in einem ersten Schritt gelungen sei, die Betriebsgenehmigung der Germania Technik Brandenburg GmbH im brandenburgischen Schönefeld aufrecht zu erhalten. Die 178 Mitarbeiter warten die Germania-Flotte, aber auch Flugzeuge anderer Airlines. Dieser Geschäftsbereich ist auch Teil der Insolvenz, genauso wie die Germania Flugdienste GmbH. Das zuständigeBundesamt war auf Nachfrage am Freitag zunächst nicht erreichbar.

Bislang seien keine Kündigungen der insgesamt fast 1700 Mitarbeiter - darunter sind rund 400 Piloten und 580 Flugbegleiter - ausgesprochen worden, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter weiter mit.

Als viertgrößte deutsche Fluggesellschaft brachte Germania viele Touristen an Urlaubsorte im Mittelmeerraum. Vor allem kleinere deutsche Flughäfen wurden durch den eingestellten Flugbetrieb zum Teil hart getroffen. Jährlich beförderte die Airline nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen Passagiere.

Es gibt bereits Interesse von anderen Airlines an den frei gewordenen Kapazitäten. Tui fly übernimmt etwa am Airport Nürnberg einen Teil der dortigen Germania-Flugverbindungen zum Start des Sommerflugplans.

Nach Angaben des Flughafens ist damit aber nicht automatisch ausgeschlossen, dass Germania im Falle einer Rettung wieder aufstocken könnte. Denn anders als bei größeren Flughafen, bei denen die Nachfrage der Luftfahrtunternehmen die Kapazität des Flughafens übersteigt, gibt es in Nürnberg keine Slots.

Die Lufthansa-Tochter Eurowings hatte etwa in dieser Woche signalisiert, dass sie sich am Flughafen Düsseldorf um frei werdende Slots von Germania bewerben will.
© dpa-AFX | Abb.: FBB, Günter Wicker, Großbild: Flughafen Erfurt | 08.02.2019 11:21

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Beitrag vom 11.02.2019 - 22:13 Uhr
„Denn anders als bei größeren Flughafen, bei denen die Nachfrage der Luftfahrtunternehmen die Kapazität des Flughafens übersteigt, gibt es in Nürnberg keine Slots“

Welcher Amateur hat denn wieder diesen widersprüchlichen Satz zusammengestammelt?
Beitrag vom 08.02.2019 - 22:53 Uhr
Verschobene Vermögenswerte?

Folgender Link mit Vorab-Infos:

 http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/germania-dubiose-deals-vor-der-insolvenz-a-1252315.html

Bin gespannt auf den morgigen Artikel im Heft.
Beitrag vom 08.02.2019 - 20:22 Uhr
Die Frage ist, was Germania zu bieten hat. Die Tochterfluggesellschaften sind sehr klein. Die Slots sind größtenteils wertlos. Ein paarsinnvolle Slots gibt es in Berlin, Düsseldorf, München und Hamburg. Die Flugzeuge gehören Leasingfirmen, die Mitarbeiter kann man (wie schon berichtet) abwerben.
Bei Air Berlin gab es ein paar Sahnestückchen, aber hier sind diese für die Großen den Aufwand nicht wert.


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