Airbus-Patent
Älter als 7 Tage

Wenn Passagiere ihr Gepäck selbst im Frachtraum verstauen

TOULOUSE - Zunächst klingt die Idee ein wenig aufwendig, doch Airbus findet sie zumindest vor Nachahmern schützenswert: der Flugzeugbauer hat ein Patent für ein System angemeldet, mit dessen Hilfe Passagiere ihr Gepäck beim Boarding selbst im Frachtraum verstauen.

Den Patentunterlagen nach soll der Frachtraum eines Flugzeugs mit Gepäckhalterungen ausgestattet werden, die wie Regale über Fächer verfügen. Sie können sowohl mit Handgepäck als auch mit größeren Gepäckstücken bis zu 23 Kilo beladen werden - und so die Staufächer in der Kabine entlasten.

Illustration der Airbus Operations-Patentanmeldung für ein neues Gepäcksystem 1
Illustration der Airbus Operations-Patentanmeldung für ein neues Gepäcksystem 1, © Airbus Operations, European Patent Office

Das System soll fest im Flugzeug verankert sein und zum Beladen nach unten durch eine Öffnung im Rumpf elektrisch herausfahren. Vor den Passagieren stünden dann leicht schräg geneigte Gepäckfächer, in denen sie ihr Gepäck nach der Vorstellung des Patentanmelders Airbus Operations selbst verstauen könnten.

Automatische Erkennungsmechanismen am Gepäck und an der Gepäckhalterung sollen verhindern, dass nicht registrierte Koffer an Bord gelangen. In einer Variante des Patents befindet sich die Gepäckhalterung in einem Luftfrachtcontainer ebenfalls im Frachtraum des Flugzeugs.

Mit seiner Hilfe soll das Gepäck schnell zu einem möglichen Anschlussflug gebracht werden. Passagiere könnten ihr Gepäck so auch bereits vor Boarding verstauen.

Illustration der Airbus Operations-Patentanmeldung für ein neues Gepäcksystem mit Luftfrachtcontainer
Illustration der Airbus Operations-Patentanmeldung für ein neues Gepäcksystem mit Luftfrachtcontainer , © Airbus Operations, European Patent Office

Die Form des Flugzeugrumpfs spielt laut Airbus keine Rolle: "Im Wesentlichen ellipsenförmig kann im Sinne der vorliegenden Anmeldung auch im Wesentlichen kreisförmig oder noch genereller rund bedeuten", heißt es in der Patentanmeldung vom September 2017, die seit Ende März 2019 öffentlich einsehbar ist.

Die Erfindung könnte nach der Vorstellung von Airbus Operations die durchschnittliche Drehzeit eines Flugzeugs am Flughafen wesentlich verkürzen, indem sie es ermöglicht, Gepäck unabhängig von den sonstigen Abläufen am Flughafen zu verstauen.

Zudem ließe sich der Einsatz von Bodenpersonal einsparen und: Platz in der Kabine gewinnen.
© aero.de (boa) | Abb.: Airbus Operations, Europäisches Patentamt | 03.04.2019 07:58

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Beitrag vom 03.04.2019 - 14:59 Uhr
Ich frage mich schon lange, wieso wir Passagiere das Gepäck nicht bereits im Flughafengebäude in Gepäckcontainer verstauen und man uns anschliessend in Passagiercontainern anschnallt und umsorgt. Die Maschinen bräuchten nur noch zwei Frachttore vorne bzw. hinten: Während man hinten die Passagier- und Frachtcontainer automatisch auslädt, können die neuen schon vorne nach geschoben werden. Ohne alle Reinigungsprobleme oder andere Verzögerungen. Das Tanken wäre noch der zeitaufwändigste Vorgang. Abfertigungszeit zehn bis fünfzehn Minuten. Fenster? Unnötig in der Zeit von Kameras und Bildschirmen. Notausgänge? Eher noch ein Problem, aber lösbar mit an den Containern montierten Übergängen zu den Notausgängen. (Hoffentlich liest Michael O'Leary nicht mit. Ende der Satire.)

Die Idee gibt es doch schon lange. Vielleicht keine Frachtcontainer, aber das man eine austauschbare Kabine hat:  http://thecasualobserver.co.za/how-about-a-detachable-aircraft-cabin/
Beitrag vom 03.04.2019 - 14:51 Uhr
Ich frage mich schon lange, wieso wir Passagiere das Gepäck nicht bereits im Flughafengebäude in Gepäckcontainer verstauen und man uns anschliessend in Passagiercontainern anschnallt und umsorgt. Die Maschinen bräuchten nur noch zwei Frachttore vorne bzw. hinten: Während man hinten die Passagier- und Frachtcontainer automatisch auslädt, können die neuen schon vorne nach geschoben werden. Ohne alle Reinigungsprobleme oder andere Verzögerungen. Das Tanken wäre noch der zeitaufwändigste Vorgang. Abfertigungszeit zehn bis fünfzehn Minuten. Fenster? Unnötig in der Zeit von Kameras und Bildschirmen. Notausgänge? Eher noch ein Problem, aber lösbar mit an den Containern montierten Übergängen zu den Notausgängen. (Hoffentlich liest Michael O'Leary nicht mit. Ende der Satire.)
Beitrag vom 03.04.2019 - 11:45 Uhr
Das sieht nicht besonders Platzeffizient aus. Wenn die Airline noch Fracht mitnehmen will, muss man enger stapeln.
Die Frage ist auch, welche Auswirkungen das auf die Struktur hat. Sicherlich müsste man die Außenhaut verstärken, was wiederum mehr Gewicht mit sich bringt.


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