Grounding bis 2020?
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Indonesien sieht Neustart der Boeing 737 MAX kritisch

Thai Lion Air Boeing 737 MAX 9
Thai Lion Air Boeing 737 MAX 9, © Boeing

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JAKARTA - Boeing arbeitet mit Hochdruck daran, seine 737 MAX nach dem weltweiten Grounding wieder in die Luft zu bringen. Die indonesische Luftfahrtbehörde hat indes signalisiert, dass die 737 MAX möglicherweise bis weit ins Jahr 2020 hinein in Indonesien gesperrt bleiben könnte.

Selbst wenn die US-Flugsicherheitsbehörde FAA dem Flugzeug grünes Licht erteilt wird Indonesien laut der Direktorin der indonesischen Luftfahrtbehörde, Polana Pramesti, seine eigene Entscheidung treffen.

Indonesische Piloten werden demnach ein strengeres Training durchlaufen müssen, ehe sie die 737 MAX fliegen dürfen. Alles in allem gebe es "einige Themen" und es sei unklar, ob das Flugzeug in diesem Jahr in Indonesien fliegen dürfe. "Wir können nicht vorhersagen, ob wir das Flugzeug weiter einsetzen", sagte Pramesti.

Die Zurückhaltung nach dem Absturz von Lion Air Flug 610 bei Jakarta Ende Oktober 2018 unterstreicht, wie weit der Weg ist, der vor Boeing liegt, bevor die 737 MAX wieder weltweit fliegen wird. Boeing will die 737 MAX durch eine neue Auslegung der umstrittenen Trimmautomatik MCAS wieder flugsicher machen.

Doch auch im zweiten Absturzstaat Ähtiopien überwiegt das Misstrauen: man werde in jedem Fall "die letzte Airline" sein, bei der die 737 MAX wieder fliegt, stellte Ethiopian-Airlines-Chef Tewolde Gebremariam klar und forderte vor einer Wiederzulassung eine "Überprüfung der gesamten Flugsteuerung".

Southwest Airlines-CEO Gary Kelly äußerte Mitte Mai hingegen die Hoffnung, die Boeing 737 MAX könnte in diesem Sommer wieder starten - seine Airline ist mit 34 Flugzeugen derzeit die größte Betreiberin der 737 MAX.

Boeing werde die Entscheidung der indonesischen Behörden nicht kommentieren, sagte eine Sprecherin des Flugzeugbauers. Boeing habe das MCAS-Update fertiggestellt, ebenso das zugehörige Simulatorentraining und den Testflug der Ingenieure durchgeführt.

Nun gelte es, mit der FAA einen Termin für den Zulassungsflug zu vereinbaren und die abschließende Dokumentation vorzulegen. Die Aufsichtsbehörden in Europa, China und Kanada haben indes bereits signalisiert, dass sie die 737 MAX selbst eingehend prüfen werden ehe sie ihr erneut eine Starterlaubnis erteilen.

Indonesien ist Südostasiens größte Volkswirtschaft und ein wichtiger Markt für die Luftfahrt. In den kommenden fünf Jahren will die Regierung 25 neue Flughäfen bauen und dafür 400 Milliarden US-Dollar investieren.

"Boeing muss uns, den zuständigen Prüfern, versichern, dass das FLugzeug sicher ist", sagte Pramesti, die erste Frau an der Spitze der indonesischen Luftfahrtbehörde. "Sie müssen auch das Vertrauen der Piloten und Airlines zurückgewinnen, ebenso die indonesischen Passagiere."

Ryanair wittert ein Schnäppchen

In Europa gehört Ryanair zu den größten 737 MAX-Kunden - im April hätte der Billigflieger die erste von insgesamt 135 Maschinen einflotten wollen. CEO Michael O'Leary rechnet nun ab Oktober mit fünf 737 MAX für den Winterflugplan, bis Sommer 2020 will er wie vorgesehen 44 weitere der Flugzeuge einflotten.

In der 737 MAX-Krise sieht O'Leary zudem eine Chance - und einen günstigen Zeitpunkt, um mit dem Hersteller über weitere Käufe zu sprechen. "Boeing braucht ein paar Aufträge", sagte der Manager.
© Bloomberg, aero.de (boa) | Abb.: Boeing | 21.05.2019 17:49


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