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Lufthansa lässt nur noch 174 Passagiere in die A320neo

Lufthansa Airbus A320neo
Lufthansa Airbus A320neo, © Lufthansa

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FRANKFURT - Die Europäische Luftfahrtaufsicht EASA hat den Grenzbereich für bestimmte Flugsysteme des Airbus A320neo vorsorglich verengt. Lufthansa sperrt deswegen die letzte Sitzreihe in der Kabine für Passagiere komplett - die Flugzeuge müssen hinten leichter werden bis Airbus eine Lösung liefert.

Der Airbus A320neo ist zu hecklastig: Lufthansa blockt die Hinterbank in den Flugzeugen, um den Schwerpunkt weiter in die Mitte zu verlegen.

Zwei der Sitze dürfen im Flug allenfalls von Crewmitgliedern genutzt werden. Über die Entscheidung berichtete zunächst die "Aviation Week".

Lufthansa spricht von einer "Adhoc-Maßnahme", mit der einer aktuellen Warnung der EASA Rechnung getragen werde.

Unter bestimmten Flugbedingungen kann die Absicherung des A320neo gegen zu steile Anstellwinkel "an ihre Grenzen geraten" und "zu einer erhöhten Arbeitslast für die Flugbesatzung führen", warnte die Europäische Flugsicherheitsbehörde in einer Lufttüchtigkeitsanweisung vom 31. Juli 2019 Betreiber.

Beim Schwestermodell A321neo errechneten Simulationen ähnliche Risiken in Grenzsituationen - etwa beim Durchstarten in der Endphase eines Landeanflugs. Die EASA schränkte die Warnung dahingehend ein, dass ein problematisches Flugverhalten der A320neo nie im tatsächlichen Flugbetrieb aufgetreten sei.

"Flugbetriebliche Einschränkungen"

Airbus hat in den Flughandbüchern der A320neo und A321neo einstweilen "flugbetriebliche Einschränkungen" vermerkt, die Betreiber und Piloten beachten müssen bis der Fehler Mitte 2020 durch ein Update der Flugsteuerung abgestellt werde.

Laut "Aviation Week" ist Lufthansa durch ihr Kabinenlayout mit 180 Sitzen und schweren Kabinenmonumenten im Heck besonders von der Problematik  bestroffen, auch am Boden: Lufthansa lade den vorderen Cargoraum erst aus, wenn "die meisten Passagiere" die Kabine bereits verlassen haben - damit das Flugzeug nicht kippt.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 13.09.2019 09:01

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Beitrag vom 13.09.2019 - 17:55 Uhr
„Kabinenmonumente“ im Heck - alles klar
Beitrag vom 13.09.2019 - 15:42 Uhr
Das Problem der „Hecklastigkeit“ ist ja schon länger bekannt und das nicht nur beim NEO sondern auch bei den MAX-Versionen des CEO‘s (also A320 mit 180 Plätzen den Mini-WC‘s bei Lufthansa).
Das ganze läuft schon länger am Limit und würde jetzt beim NEO einfach überreizt. Habt Ihr Euch mal gefragt, warum die A320-NEO‘s und die A320-CEO‘s in der MAX-Version kein WiFi haben?
Beitrag vom 13.09.2019 - 13:24 Uhr

Der Fehler wurde von Airbus bei Tests entdeckt und soll durch ein Software-Update für das Fly-By-Wire System ca. Mitte 2020 behoben sein. Die EASA gibt deswegen eine Lufttüchtigkeitsanweisung heraus, damit auch alle Airlines das Update aufspielen.

Da müssen schon 4 Parameter gleichzeitig erfüllt sein. Nach dem update wird die bisherige Nutzung wohl wieder stattfinden. Die FAA soll sich derweil um die MAX kümmern.


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