Konflikt mit Ufo
Vor 7 Tagen

Lufthansa trennt sich von Arbeitsdirektorin Volkens

Lufthansa Airbus A321neo
Lufthansa Airbus A321neo, © Lufthansa

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FRANKFURT - In einem umfassenden Vorstandsumbau trennt sich der Lufthansa -Konzern von Arbeitsdirektorin Bettina Volkens. Volkens ist Kreisen zufolge insbesondere über den zwischenzeitlich eskalierten Tarifkonflikt mit der Kabinengewerkschaft Ufo gestolpert.

Sie verlasse im "beiderseitigen Einvernehmen" zum Jahresende das Unternehmen, teilte der Dax-Kontern am Dienstag aus einer Aufsichtsratssitzung mit. Volkens' Aufgaben "Personal und Recht" übernimmt der Jurist Michael Niggemann, bislang Finanzchef bei der Tochter Swiss und seit 2007 im Lufthansa-Konzern.

Volkens hatte nach einem zweitägigen Streik bei der Kernmarke Lufthansa gemeinsam mit dem Ex-Vorsitzenden der Kabinengewerkschaft Ufo eine umfassende Schlichtungsvereinbarung vorgestellt, die wenige Tage später vom Unternehmen aber wieder kassiert wurde.

Der Ärger beim Konzernvorstand scheint groß zu sein: selbst über der Biographie Bettina Volkens' weist das Unternehmen darauf hin, dass sie den Vorstand Ende des Jahres verlässt.

Die Verhandlungen mit den Flugbegleitern hat inzwischen Organisationsvorstand Detlef Kayser übernommen. Eine Schlichtungsvereinbarung steht weiterhin aus.

Ufo hat die Lufthansa und den von ihr benannten Schlichter Frank-Jürgen Weise für den 10. Dezember zu einem Spitzengespräch mit dem anderen Schlichter Matthias Platzeck eingeladen. Sollte es zu keiner Lösung kommen, seien noch vor Weihnachten weitere Streiks möglich, sagte Baublies.

Einzige Frau in dem neu formierten und um einen Posten erweiterten Vorstand wird die bisherige Chefin der belgischen Tochter Brussels Airlines, Christina Foerster.

Thorsten Dirks nicht mehr für Eurowings zuständig

Sie soll unter anderem das Marketing sowie gesellschaftliche und klimapolitische Aspekte bearbeiten. Die einstige Beraterin hatte 2002 bei Lufthansa als Projektmanagerin begonnen. "Wir etablieren die Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft erstmals auf Vorstandsebene", erklärte dazu Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley.

Thorsten Dirks verliert seine Zuständigkeit für die Billigtochter Eurowings. Der einstige Deutschland-Chef von Telefónica und E-Plus soll sich in einem neu zugeschnittenen Ressort um die Kernfelder IT und Digitalisierung kümmern. Die Airlines des Dax-Konzerns werden künftig allein vom Vorstand Harry Hohmeister geführt.

Der Aufsichtsrat gab zudem grünes Licht für den Verkauf des Europageschäfts der Catering-Sparte LSG Sky Chefs an die Gategroup aus Zürich. Der Vertrag werde in den kommenden Tagen finalisiert und unterzeichnet.

Bereits am Mittwoch finden noch einmal Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi statt. Diese will die rund 7.000 Beschäftigten in Deutschland für möglichst lange Zeit vor Einkommensverlusten schützen und ihnen zudem Möglichkeiten zur Altersteilzeit eröffnen. Für den Fall einer Nichteinigung hat Verdi mit Streiks in den Großküchen gedroht.
© dpa | Abb.: Screenshot Homepage Lufthansa | 03.12.2019 11:09

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Beitrag vom 06.12.2019 - 07:52 Uhr
@contrail55

Ok, das wäre ein Weg. Aber würde man sich mit diesem Ansatz nicht unnötigerweise einen Markt versprerren? Warum nicht den/die Beste in Feld x holen, auch wenn nicht das Potetial/Wille da ist irgendwann in die Gesamtverantwortung aufzurücken? Wieviel perfekt gibt es da überhaupt?

Ja, das kann ich mir auch durchaus vorstellen. Man kann sich ggf. such nur den fachlich Besten am Markt herauspicken, je nachdem, wieviel Potentialträger bzw. mögliche Nachfolger bereits vorhanden sind. Aber bei einem solchen Fehler (wenn es denn ihrer war), stellt sich aber dennoch die Frage, ob sie in ihrem Feld als Personaler die Beste ist/war.

Meine Einschätzung über die gefühlte Herunterstufung von Dirks würde ich mit der heutigen Meldung über den geplanten Konzernumbau in eine Holding ala IAG dann doch etwa relativieren. Denn damit wird, wie beschrieben, die heutige Matrixstruktur aufgehoben, bei der i.d.R. die Power bei den „senkrechten“, also operativen Segmenten liegt und nicht in der Waagrechten“, also den Cross-Konzernfunktionen. Das wird jetzt aufgelöst, was indirekt eine Aufwertung der Konzernstruktur-Rollen bedeuten kann (nicht muss).

Danke für den differenzierten Austausch.
Beitrag vom 06.12.2019 - 01:02 Uhr

Ja, das kann ich mir auch durchaus vorstellen. Man kann sich ggf. such nur den fachlich Besten am Markt herauspicken, je nachdem, wieviel Potentialträger bzw. mögliche Nachfolger bereits vorhanden sind. Aber bei einem solchen Fehler (wenn es denn ihrer war), stellt sich aber dennoch die Frage, ob sie in ihrem Feld als Personaler die Beste ist/war.

Wahrscheinlich war/ist sie nicht der beste Personaler. Am Ende muss man aber auch schauen, was man denn bekommen kann. Auch wenn hier im Forum gerne am Gehalt von Herrn Spohr genörgelt wird, die Vorstandsgehälter bei der LH sind gerade im Vergleich zu anderen Dax Konzernen nicht sehr hoch.

Von daher wird man den/die Beste, auf ihrem/seinem jeweiligen Gebiet, wahrscheinlich nicht bekommen.
Beitrag vom 05.12.2019 - 22:08 Uhr
Jeder Arbeitnehmer trägt das Risiko seinen Job zu verlieren, wenn er Fehler macht...

Tut er nicht: der gesetzliche Kündigungsschutz verbietet das. Fehler fallen weder unter einen verhaltensbedingten noch unter einen betriebsbedingten Kündigungsgrund. Für GF-Executives gilt der Kündigungsschutz allerdings nicht. Ausserdem sind Vorstands-Verträge i.d.R. zeitlich befristet. Der normale Angestellte hat normalerweise eine unbefristete Anstellung.

Dieser Beitrag wurde am 05.12.2019 22:09 Uhr bearbeitet.


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