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Älter als 7 Tage

BER erhält Fernbahnanschluss

Flughafen Berlin-Brandenburg
Flughafen Berlin-Brandenburg, © FBB, Günter Wicker

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BERLIN - Der neue Hauptstadt-Flughafen BER soll nach der geplanten Eröffnung im kommenden Jahr auch eine Fernzugverbindung bekommen.

Alle zwei Stunden halte dann der Intercity zwischen Rostock und Dresden auch am Bahnhof direkt unter dem Hauptterminal des Airports, sagten Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup sowie die Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg, Susanne Henckel, am Freitag auf dem Flughafen-Gelände in Schönefeld.

"Wir werden dann natürlich drauf Wert legen, dass auch weitere Fernverkehrszüge entsprechend unterwegs sind", sagte Henckel. Die Trassenverhandlungen mit der Deutschen Bahn seien aber noch nicht sehr weit.

Insgesamt sollen dort künftig pro Stunde 14 Züge halten, darunter sechs S-Bahnen, sieben Regionalbahnen und der IC. An den Fahrzeiten ändert sich wenig. Der Flughafenexpress soll binnen einer halben Stunde vom Berliner Hauptbahnhof über die Bahnhöfe Gesundbrunnen und Ostkreuz zum Flughafen fahren. Von der U-Bahn-Station Rudow aus verkehren Expressbusse. Von Potsdam aus fährt wie bislang die Regionalbahn-Linie 22 mit einer Fahrzeit von knapp einer Stunde.

Etwas umständlicher wird es für Ryanair-Kunden. Die Fluggesellschaft fliegt nicht vom neuen Terminal, sondern vom bisherigen Flughafen Schönefeld. Regionalbahnen werden dort künftig nicht mehr halten. Das sogenannte Terminal 5 wird nur noch mit Bussen und S-Bahnen zu erreichen sein, die vom Hauptterminal 1 im 5- beziehungsweise im 10-Minuten-Takt unterwegs sein werden.

Im kommenden Jahr sollen knapp 60 Prozent der An- und Abreisen mit dem Öffentlichen Personennahverkehr laufen. Langfristig stehe ein Ziel von 70 Prozent, sagte Lütke Daldrup. Der BER soll nach jahrelangen Verzögerungen am 31. Oktober 2020 in Betrieb gehen.

Längere Bauphase am Hauptterminal

Die Bauarbeiten am Hauptterminal werden allerdings erst im Sommer 2020 abgeschlossen. Die Baufirma ROM rechnet damit, dass sie noch bis Mitte 2020 Aufträge von der Projektleitung bekommt, wie ihr Geschäftsführer Jürgen Sautter am Freitag im Berliner Abgeordnetenhaus sagte. "Dann sind wir mit der Mannschaft vor Ort fertig." Nach Sautters Worten soll ROM (Rudolf Otto Meyer Technik GmbH) nun auch samstags im Terminal arbeiten.

Die Elektriker arbeiten an Kabeln für die Sicherheitsbeleuchtung und Notstromversorgung. Weil auf den dafür vorgesehenen Metallbrücken zum Teil zu viele Leitungen liegen, müssen Kabel neu gezogen oder die Aufhängung der Brücken verstärkt werden. Das sei eine Folge der zahlreichen Umplanungen, etwa beim Brandschutz, wie Sautter im BER-Untersuchungsausschuss sagte. "Die Kabel müssen ja irgendwohin."

Die Lösung dieses Problems hatte sich immer wieder verzögert. Noch im Mai war Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup davon ausgegangen, in diesem Herbst mit den Kabelgewerken fertig zu werden. Zuletzt sicherte er am Donnerstag zu, dass das Gebäude im Frühjahr mängelfrei sein werde. Im April soll ein Probebetrieb beginnen, an dem sich im Sommer auch Tausende Freiwillige beteiligen sollen.

Sautter wies den Verdacht zurück, dass sein Unternehmen nicht schnell genug arbeite. "Wir haben kein Interesse daran, dort unnötig Leute zu binden", sagte Sautter. Die Auftragslage sei gut, er könne die Elektriker vom BER auch gut anderswo gebrauchen. "Wir haben mehrere Projekte in Deutschland, und der Flughafen ist nicht unbedingt Top 10." Sautter sagte, es habe auch keine bewusst schlechten Leistungen durch die ROM-Vorgängerfirma Imtech gegeben.
© dpa-AFX, aero.de | 06.12.2019 13:52


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