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Die EASA prüft die C919. Wie die chinesische Webseite "Fast Technology" berichtet, hat europäische Luftfahrtbehörde schon im November 2025 mit eigenen Testpiloten "Validierungsflüge" mit der COMAC C919 in Shanghai begonnen. Die Flüge wurden vom COMAC-Hauptquartier am Drehkreuzflughafen Pudong durchgeführt.
Außerdem seien "erfahrene ausländische Piloten", die in China arbeiteten, ergänzend zur Bewertung hinzugezogen worden. Die jüngste Flugtestserie sei Teil eines Kooperationsprojekts zwischen der EASA und der chinesischen Flugzeugbauholding COMAC.
FAA- und EASA-Zulassungen in Aussicht
Laut "Fast Technology" habe der erste Testflug im November außer kleineren Anpassungen keinen großen Änderungsbedarf ergeben. Das vorläufige Fazit der EASA-Piloten laute, dass die C919 "sicher sei und gut funktioniere". Damit könne COMAC ihre Bemühungen, die C919 bei westlichen Zulassungsbehörden akzeptiert zu bekommen, beschleunigen.
Im August 2025 hatte COMAC-Chefkonstrukteur Zhang Yanzhong im chinesischen Staatsfernsehen erklärt, die C919 sei nach den Lufttüchtigkeitsstandards der USA und Europas konstruiert. Damit kann der Flugzeughersteller im Rahmen von Anerkennungsabkommen mit den USA und Europa seine chinesische Zulassung auch bei den Partnerbehörden beantragen.
Gesamte Produktions-Infrastruktur wird geprüft
Die Zulassung nach westlichen Maßstäben erfordert weitreichende Standardisierungen und Zertifizierungen aller Materialien, Komponenten und Arbeitsschritte. Nur wenn diese Bedingungen, insbesondere auch bei allen Zulieferern, erfüllt sind, diese Forderungen gelten auch für alle westlichen Hersteller, kann das Flugzeug zugelassen werden.
China hatte bei seiner C909, zuvor ARJ-21, versucht, durch die Nutzung von Elementen der MD-80-Familie die Übereinstimmung mit westlichen Bauvorschriften zu erreichen. Dieser kleinere Zweistrahler mit T-Leitwerk hatte einen neu konstruierten Flügel von Antonow erhalten und erfüllte schließlich die westlichen Anforderungen nicht mehr. China hatte dessen westliche Zulassung schließlich aufgegeben.
Gute Erfahrungen aus Tianjin
Die jüngere C919 vermied diese Fehler und wurde von Anfang an auf westliche Konstruktionsstandards ausgelegt. China baut seit Jahren, gemeinsam mit Airbus, in Tianjin erfolgreich Flugzeuge der A320-Familie nach komplett westlichen Maßstäben und Verfahren.
Diese chinesischen Airbusse erhalten ihre Flügel von chinesischen Werken. Die Flugzeuge entsprechen bis ins Detail den in Europa endmontierten Schwesterflugzeugen und erhalten von Airbus gegenüber den Kunden eine uneingeschränkte Airbus-Garantie.
Wird China neuer Global Player im Flugzeugbau?
China gilt bei den großen westlichen Flugzeugherstellern schon seit Jahren als kommende, künftige Flugzeugbau-Nation für Verkehrsflugzeuge. Neben dem technologischen Fortschritt Chinas spielt dabei auch dessen riesiger Flug-Inlandsmarkt eine große Rolle. Ein Wachstum in Exportmärkte würde China neue Einnahmequellen verschaffen.
Schwachpunkt für Chinas Flugzeugbaupläne ist bisher noch der Triebwerksbau. Hier ist das Land oft noch auf ausländische Triebwerke angewiesen. Partnerschaften mit Russland, wie bei dem abgesagten Zweistrahler CRAIC CR929 in A330-Größe, erwiesen sich als schwierig.
C919-Programm verfehlt bisher Produktionsziele
Die C919 wurde 2007 als Programm gestartet, flog erstmals 2017 und erhielt 2022 ihre chinesische Zulassung. Die bisherige Flotte war, laut "Fast Technology" 40.000 Flugstunden in der Luft. China hat 160 Piloten für den neuen Twin qualifiziert, davon 70 Fluglehrer.
Die Produktionsrate fällt bisher auffällig niedrig aus. Während der Bau von 50 bis 75 Flugzeugen im Jahr geplant sein soll, wurden nach inoffiziellen Angaben 2025 nur 15 Flugzeuge fertig.
© Flug Revue, Sebastian Steinke | Abb.: COMAC | 24.01.2026 11:36







Kommentare (22) Zur Startseite
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Sie denken bevor Sie schreiben? Das wäre neu (aber leider immer noch nicht in Ihren Schreibereien erkennbar).
Mensch Paul ich hatte doch ausdrücklich nicht nach deiner sondern nach einer qualifizierten Erklärung gefragt.
Sie denken bevor Sie schreiben? Das wäre neu (aber leider immer noch nicht in Ihren Schreibereien erkennbar).
Moderne Chinesische Motoren kennt Paul keine aber er weiß trotzdem ganz genau dass 'die deutsche Automobilindustrie' alles falsch gemacht hat weil Klima und so.
Moderne Chinesische Gasturbinen bzw. Turbofans gibt es trotz einem halben Jahrhundert militärischem Triebwerksbau in China übrigens auch keine.
Die Erfahrung mit Composits für tragende Strukturen hällt sich ebenfalls in engen Grenzen.
Kann mir jemand qualifiziert erklären warum sich das zeitnah ändern sollte?
Auf mich wirkt es unabhängig von technisch-wissenschaftlichen Rahmenbedingungen nämlch so dass es den Chinesen vor allem darum geht eine gut laufende Produktion aufzubauen.
Wohl in der Hoffnung dass tieferes Wissen wie in manch anderen Industrien dabei irgendwie als Nebenprodukt entsteht.
Moderne Chinesische Motoren kennt Paul keine aber er weiß trotzdem ganz genau dass 'die deutsche Automobilindustrie' alles falsch gemacht hat weil Klima und so.
Moderne Chinesische Gasturbinen bzw. Turbofans gibt es trotz einem halben Jahrhundert militärischem Triebwerksbau in China übrigens auch keine.
Die Erfahrung mit Composits für tragende Strukturen hällt sich ebenfalls in engen Grenzen.
Kann mir jemand qualifiziert erklären warum sich das zeitnah ändern sollte?
Auf mich wirkt es unabhängig von technisch-wissenschaftlichen Rahmenbedingungen nämlch so dass es den Chinesen vor allem darum geht eine gut laufende Produktion aufzubauen.
Wohl in der Hoffnung dass tieferes Wissen wie in manch anderen Industrien dabei irgendwie als Nebenprodukt entsteht.