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Wiwo: Ryanair will groß bei Airbus einkaufen

Lauda Airbus A320
Lauda Airbus A320, © Milan Airport

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DÜSSELDORF - Steht Europas größter Billigflieger Ryanair wegen der Probleme durch die Lieferverzögerungen bei Boeings 737 MAX womöglich vor einer erneuten Kehrtwende? Einem Pressebericht zufolge könnten die Iren nun doch beim Konkurrenten Airbus neue Flugzeuge ordern. Ryanair dementierte dies prompt.

Die Aktie von Airbus legte am Freitagvormittag um knapp 2 Prozent zu - profitierte dabei aber auch von positiven Analystenkommentaren.

Das Magazin "Wirtschaftswoche" (Wiwo) berichtet am Freitag unter Berufung auf Unternehmenkreise, Ryanair wolle über den Kauf von bis zu 100 Airbus-Fliegern verhandeln. Betreiben solle die Mittelstreckenflugzeuge vom Typ A320 und A321 die österreichische Tochter Laudamotion, schreibt das Magazin.

Selbst betreiben könne Ryanair die Maschinen nicht, da die Flotte des Billigfliegers im Gegensatz zu Laudamotion nur aus Boeing-Maschinen besteht. Die "Wiwo" zitiert eine Sprecherin von Laudamotion mit den Worten, dass die Österreicher derzeit in Verhandlungen mit Airbus über einen weiteren Flottenausbau stünden. Über die Anzahl der Flugzeuge wollte sie sich nicht äußern. Laudamotion hat bereits 23 Airbus-Maschinen in seiner Flotte.

Ein Ryanair-Sprecher wies dies zurück. Der Bericht sei "absolut falsch", kommentierte er. Eine Großbestellung bei Airbus würde eine erneute Kehrtwende Ryanairs hindeuten, schreibt die Wiwo. Bereits Anfang vergangenen Jahres habe Ryanair-Chef Michael O'Leary bei dem europäischen Luftfahrtkonzern eine Großbestellung von bis zu 100 Maschinen aufgegeben, habe dann im Herbst aber einen Rückzieher gemacht.

Begründet wurde dies laut Wiwo mit der zu hohen Auslastung bei Airbus, die auf Jahre ausgebucht seien. Der tatsächliche Hintergrund soll laut eines Unternehmenskenners jedoch gewesen sein, dass der Konzernlenker von Airbus hohe Rabatte von bis zu 50 Prozent und mehr gefordert habe, wie sie es auch bei Boeing angeblich gerade für das Max-Modell gebe, schreibt das Blatt. Diese Rabatte habe ihm Airbus aber auf keinen Fall gewähren wollen. Nun sei Ryanair aber vor allem beim Preis deutlich kompromissbereiter, schreibt die Wiwo.

Die derzeitige Krise bei Boeing gefährdet die Wachstumspläne von Ryanair. Die irische Gesellschaft hat mehr als 450 herkömmliche Boeing 737 in der Flotte. Zudem hat sie 135 Exemplare der Neuauflage 737 Max bestellt, aber noch kein einziges Exemplar erhalten. Ryanair hatte als Reaktion auf die Engpässe angekündigt, mehrere Basen schließen zu wollen.

Nach dem Absturz von zwei Flugzeugen des Typs bei Airlines in Indonesien und Äthiopien mit 346 Toten hatten Behörden in aller Welt ein Startverbot für den Typ verhängt. Ob und wann die Maschinen wieder abheben dürfen, ist offen. Der US-Sender CNBC sowie die Nachrichtenagentur Bloomberg hatten Anfang der Woche unter Berufung auf Kreise berichtet, dass das Flugverbot noch Monate andauern könnte und Boeing nicht davon ausgehe, dass die 737 Max vor Juni oder Juli wieder zugelassen werde.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 24.01.2020 07:48

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Beitrag vom 24.01.2020 - 12:12 Uhr
Hies sehe 2 neue langfristige Tendenzen:
- klassische Carrier eine Monoflotte bewerten das Risiko zu den Vorteilen einer Monoflotte neu und kommen zu neuen Erkenntnissen. Ich vermute auch mal, dass bei 500 Fliegern, die Skaleneffekte zu 500 Flieger von einem Hersteller oder je 250 von 2 Herstellern nicht mehr so gross sind. Vor allem wo NG und MAX nun nicht vom selben Pool geflogen werden können. Vor allen wenn Boeing wie angekündigt ihre Flugzeugsteuerung für die Zukunft auf den Prüfstand stellen will, dann heisst das, dass ein Nachfolger der 737 wahrscheinlich wieder separate Typenzulassung bedarf. D.h. es könnte auch sein, dass Southwest in den nächsten Jahren bei Airbus anklopft. Die selbe Analyse werden natürlich auch reine Airbus Betreiber wie easyJet machen. Hier sehe ich aber das Risiko geringer, das viele dann neu auch zweigleisig fahren.

- dann kann Airbus aktuell gute Preise selbst bei Grossbestellungen verlangen und Boeing wird wohl noch auf lange Zeit grosse Nachlässe beim Verkauf neuer MAX gewähren müssen. Was dann nochmal das Tal der Tränen um einige Zeit nach hinten verlängert.

Ende 2018 schien es so als hätte Boeing viel richtig und Airbus mit der A380, A400, A330-800 und dem A340 einiges falsch gemacht. Nun muss man aber in der Luftfahrt sehr weit in die Zukunft blicken und da greift man auch mal ins Klo. Die A380 würde ich auch eher wie eine S-Klasse von Mercedes sehen. Die trägt selbst nie die Entwicklungskosten alleine aber es profitieren alle anderen Modelle und die Prestige der Marke. Jetzt hat sich doch deutlich der Wind gedreht. Boeing steht zu einem Zeitpunkt, wo 2 neue Hersteller auf den Markt drängen deutlich geschwächt da. Sie werden in 10 Jahren wahrscheinlich wegen dem aktuellen Problem 10 - 15% der Marktmacht verlieren. Das MoM Airplane ist in der alten Form vom Tisch. Der neue MoM kann nur ein Nachfolger der MAX werden. Trotz der schlechten finanziellen Lage von Boeing in den nächsten Jahren MUSS dieses Modell ein Riesenerfolg werden, sonst hat Boeing gegenüber Airbus, China und Russland verkackt und baut dann vielleicht noch 20-30% der Flugzeuge vom Gesamtmarkt.

Dieser Beitrag wurde am 24.01.2020 12:28 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 24.01.2020 - 11:42 Uhr
Mit der Übernahme von Lauda hat MOL offensichtlich etwas richtig richtig gemacht und kann jetzt die Geldpresse bei den Mitarbeitern noch fester anziehen und diejenigen bei Lauda und diejenigen bei den drei anderen "Ryanairs" noch zynischer gegeneinander ausspielen.

Fünfzigprozentige Rabatte wird ihm Airbus natürlich nicht einräumen, die Marktlage ist derzeit so, dass Airbus das schlicht nicht nötig hat.

Zumal AIRBUS einschlägige Erfahrungen mit MOL hat. Man sagt, dass AIRBUS nie mehr Flugzeuge an Ryanair liefern wird.
Ob man den Lauda Deal als Neustart der Beziehungen nutzt, bleibt abzuwarten.
Beitrag vom 24.01.2020 - 11:18 Uhr
Mit der Übernahme von Lauda hat MOL offensichtlich etwas richtig richtig gemacht und kann jetzt die Geldpresse bei den Mitarbeitern noch fester anziehen und diejenigen bei Lauda und diejenigen bei den drei anderen "Ryanairs" noch zynischer gegeneinander ausspielen.

Fünfzigprozentige Rabatte wird ihm Airbus natürlich nicht einräumen, die Marktlage ist derzeit so, dass Airbus das schlicht nicht nötig hat.


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