Übernahme durch PGL
Älter als 7 Tage

Lufthansa lässt Verträge mit Condor auslaufen

Condor Boeing 767-300 D-ABUS
Condor Boeing 767-300 D-ABUS, © Condor

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FRANKFURT - Nach der geplanten Übernahme von Condor durch die polnische Holding PGL will die Lufthansa die Verträge mit der deutschen Ferienfluggesellschaft auslaufen lassen. Condor soll nach der Pleite des Mutterkonzerns Thomas Cook zu einer Schwester der polnischen PGL-Airline LOT werden.

"Wir werden nicht sofort alle Verträge mit Condor kündigen. Schließlich sind das auch unsere Kunden, die wir nicht allein lassen dürfen und wollen. Aber wenn Verträge auslaufen, dann laufen sie aus", sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister dem "Handelsblatt".

Zuletzt war offen, wie der deutsche Marktführer auf den Angriff der Star-Alliance-Partnerin LOT reagieren wird. Auf dem Prüfstand stehen unter anderem Zubringerflüge zu den Condor-Langstreckenbasen München, Frankfurt und Düsseldorf, die bislang noch von Lufthansa zum Sonderpreis angeboten werden. Dort starten jeweils auch Langstreckenflüge der Lufthansa-Tochter Eurowings, die künftig Vorrang erhalten könnten.

Das Wettbewerbsumfeld habe sich deutlich verändert, begründete Hohmeister das Vorgehen. Bisher sei Condor Teil des Tour-Operators Thomas Cook gewesen und habe nur begrenzt die gleichen Strecken angeboten wie Lufthansa: "Nun wird die Airline vermutlich Teil eines polnischen Staatsunternehmens", so Hohmeister.

Zudem habe Lufthansa ehrgeizige Pläne im Tourismus-Markt. "Wir werden uns hier noch breiter aufstellen", sagte der Lufthansa-Vorstand: "Letztlich geht es uns darum, neue Märkte zu erschließen, die wir heute mit Lufthansa und einem Vier-Klassen-Produkt aus Kostengründen nicht anfliegen können."

Deshalb werde man sich die Zusammenarbeit mit Condor auch beim Thema Kundenbindung, also der Kooperation bei Miles & More, genau anschauen. Dem Vernehmen nach prüft Lufthansa die Gründung einer eigenen Touristikairline für Langstrecken unter dem AOC von Cityline.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Condor | 25.02.2020 19:17

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Beitrag vom 27.02.2020 - 12:12 Uhr
Das Problem daran sind die Umstellungskosten, Material, Trainigng usw. Das rechnet sich erst über einen gewissen Zeitraum, aber die Kosten fallen bereits am Anfang an. Bei diesen Mustern käme noch die Größe dazu, in der B787 hätte man mehr Sitze die auch verkauft werden müssen, sonst sind die Stückosten nicht am Optimum. Da sind eine Menge an Parametern, die eine Rolle spielen, aber unter dem Strich wird das schon günstiger in der Zukunft.
Beitrag vom 27.02.2020 - 11:02 Uhr
Gute Frage, das dürfte in der Tag spannend werden. Die LOT hat eine Marge, die gerade mal die Zinsen abdeckt. Das Kapital für Investitionen kommt woanders her.
Ich bin mir nicht sicher in wie weit LHG der Condor das Leben in der OPS schwer machen könnte. Es gibt in der IATA Standards für Interlining und Add-On Tarife, die jeder in seiner Preiskalkulation nutzen kann, dagegen wird man wohl nicht verstoßen wollen. Muss man aber nicht, der Entzug der Sonderpreise für die Anschlüsse ist bereits massiv. Nehmen wir an von den knapp 10Mio Passagiere steigen 20% um mit LH, jedes Ticket kostet pro Strecke nur 5€ mehr. Das sind 20 Mio an Mehrkosten, knapp die Hälfte des Gewinns aus 2019. Das kompensiert man nicht so leicht.

Weiß man denn, inwieweit das Fluggerät teurer/günstiger wird? Die derzeitigen 767 werden sicherlich kaum noch Leasinggebühren kosten. Das wäre bei einer neuen 787 alos ein deutlicher Kostenfaktor. Kann das wirklich komplett über Einsparungen beim Kerosin und der Wartung kompensiert werden? Ansonsten wäre das das nächste kleine bisschen, dass am Gewinn knabbert.

Beitrag vom 27.02.2020 - 07:17 Uhr
Ist denn eigentlich bewusst, wie gering die Margen der Condor sind, bzw. in der Luftfahrt allgemein?

Wenige Pax mehr oder weniger bzw. etwas mehr oder weniger Erlöse / Kosten beeinflussen die profitabilität von Airlines massiv.
Gerade die Condor ist da extrem anfällig, weil sie seit Jahren margenschwach ist.

LH kann durch kleinste Änderungen der Condor den Stecker ziehen. Das verschieben von Zubringern passend zu eigenen Warmwasser Langstrecke bzw. die Priorisierung eigener Transfer Pax und Condor sieht ziemlich schnell ziemlich arm aus.
Das die Condor irgendwie das wegfallen des Feedernetzes der LH auffangen könnte ist einfach pure Fantasie.
Die LH ist in FRA und MUC stärkste Airline fliegt aus zahlreichen destinationen da rein, das kann eine DE nie kompensieren.
Da geht es um fragen wie anschluss, check through, transfer, etc. - das sind doch genau die themen, warum LLC Langstrecke sich bisher sehr schwer tut, die Ops ist halt doch wesentlich komplexer.

Das die LH zuschaut wie die LOT an ihrem Hub Pax abfischt, glaube ich nicht. Die werden die Lot dann schon mal fragen, wie ernst sie es meinen, und ob sie bereit sind ordentlich Geld in die Condor zu stecken.

Wobei ich das weiterhin höchstfraglich finde, das eine staatlich finanzierte LOT eine Condor kauft, und dort laut ankündigung eine neue Flotte aufbaut. das sind massive investitionen bei denen ich mich frage wie LOT die finanziert. SIe haben ja selbst gerade erst massiv B787 aufgebaut, so billig sind die dinger dann doch nicht das es keine massive investition wäre.
Und das machen sie jetzt bei der COndor nochmal?
Gute Frage, das dürfte in der Tag spannend werden. Die LOT hat eine Marge, die gerade mal die Zinsen abdeckt. Das Kapital für Investitionen kommt woanders her.
Ich bin mir nicht sicher in wie weit LHG der Condor das Leben in der OPS schwer machen könnte. Es gibt in der IATA Standards für Interlining und Add-On Tarife, die jeder in seiner Preiskalkulation nutzen kann, dagegen wird man wohl nicht verstoßen wollen. Muss man aber nicht, der Entzug der Sonderpreise für die Anschlüsse ist bereits massiv. Nehmen wir an von den knapp 10Mio Passagiere steigen 20% um mit LH, jedes Ticket kostet pro Strecke nur 5€ mehr. Das sind 20 Mio an Mehrkosten, knapp die Hälfte des Gewinns aus 2019. Das kompensiert man nicht so leicht.


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