Malaysia Airlines
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Erster reiner Frachtflug mit Airbus A380

Malaysia Airlines Airbus A380
Malaysia Airlines Airbus A380, © Ingo Lang

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KUALA LUMPUR - Den Airbus A380 gibt es nicht als Frachter? Stimmt nicht! Jedenfalls nicht mehr so ganz: Malaysia Airlines flog in der vergangenen Woche mit einer ihrer A380 von Kuala Lumpur nach London und zurück - ganz ohne Passagiere, dafür mit Tonnen von Fracht an Bord. 

Bei Malaysia Airlines hat die A380 nicht erst seit Corona einen schweren Stand. Bereits im Frühjahr 2018 nahm die Airline ihre sechs Superjumbos aus dem Liniendienst und degradierte sie zu Charter-Maschinen. 

Seither sorgten die Vierstrahler immer wieder für Schlagzeilen: So kam es, dass im Herbst 2019 eine Malaysia-A380 Kunden des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook zurück nach Großbritannien flog. Vor allem aber setzte Malaysia Airlines die A380 für Pilgerflüge nach Mekka ein. 

Dazu gründete der Carrier Anfang 2019 eigens die Tochtermarke Amal, unter deren Ägide die Pilgerflüge stattfinden. Rund 600 Gläubige reisten auf diese Weise pro Flug zu den heiligen Stätten des Islam.

Von Kuala Lumpur nach London

In Zeiten von Covid-19 gibt es jedoch selbst in der islamischen Welt nicht viel zu pilgern. Deshalb stehen die sechs Riesenjets seit geraumer Zeit untätig am Boden. Die letzte Flugbewegung datiert vom 19. April, das Gros der Teilflotte war seit Anfang März nicht mehr in der Luft. 

Vergangene Woche jedoch schickte Malaysia Airlines die A380 mit der Kennung 9M-MNF als Flug MH4 von Kuala Lumpur nach London – und sorgte damit für ein Novum in der Geschichte des weltgrößten Passagierflugzeugs: denn an Bord von Flug MH4 befand sich ausschließlich Fracht, keine Passagiere. 

Damit handelte es sich um den ersten (bekannten) reinen Frachtflug mit einer A380 – 15 Jahre nach dem Erstflug des Musters. Unter anderem lieferte die 9M-MNF laut dem Fachportal Air Cargo News rund 26 Tonnen E-Commerce-Güter nach Heathrow, die zuvor aus dem chinesischen Guangzhou nach Kuala Lumpur gekommen waren.

Auch auf dem Rückflug Fracht an Bord

Organisiert wurde der erste A380-Frachtflug von Malaysia-Tochter MASkargo. Gegenüber Air Cargo News erklärte MASkargo-Geschäftsführer Ibrahim Mohamed Salleh, die Frachtmaschinen seiner Airline seien derzeit stark ausgelastet. Deshalb greife man immer wieder auf Flugzeuge der Muttergesellschaft zurück. 

"Dazu haben wir zunächst das Projekt P2C (Passenger to Cargo) ins Leben gerufen, bei dem wir unsere Passagier-A330 zum Transport von Fracht einsetzen", so Salleh weiter. Für den Frachtflug nach London sei eigentlich eine A350 eingeplant gewesen, doch das zu transportierende Frachtvolumen habe "keine andere Wahl" gelassen, als das größte Flugzeug der Flotte einzusetzen – die A380. 

Auch auf dem Rückflug nach Kuala Lumpur sei der Vierstrahler mit Fracht beladen worden, teilte MASkargo mit – hauptsächlich mit Arzneimitteln und Post.
© FLUG REVUE - PZ | Abb.: Ingo Lang | 06.05.2020 16:17


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