Luftfahrtabkommen
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Neues Tauziehen um erweiterte Emirates-Rechte

Emirates Airbus A350-900
Emirates Airbus A350-900, © Airbus

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BERLIN - Stuttgart oder Berlin - Emirates will einen fünften Flughafen in Deutschland ansteuern. Das Luftfahrtabkommen zwischen Deutschland und den VAE reizt die Airline aber schon aus. Politische und wirtschaftliche Interessen prallen aufeinander - der Flughafenverband ADV eckt mit einer Forderung bei Lufthansa an.

Am Rande der ILA 2022 lief Emirates-Chef Tim Clark im Berliner Regierungsviertel übel auf: Vier Zielflughäfen in Deutschland - und kein einziger darüber hinaus, lautete sinngemäß die Ansage der damaligen Bundesregierung an die expansionswillige Staatslinie aus Dubai.

Für die BER-Pläne von Emirates war das ein herber Rückschlag. "Es ist kein Geheimnis, dass Lufthansa und ihre massive Lobbyarbeit dahintersteckt", verschaffte sich Clark in einem Interview mit airliners.de unmittelbar nach der Absage des Verkehrsministeriums Luft.

Emirates darf unter dem Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den VAE maximal vier deutsche Flughäfen bedienen. Eine Preisgabe eines anderen deutschen Zielflughafens - Frankfurt, München, Düsseldorf oder Hamburg - zugunsten einer BER-Strecke stand für Emirates nie zur Debatte. Die Airline will mehr.

Wie zunächst die "Bild" berichtete, rücken erweiterte Flugkonzessionen für Emirates gerade wieder in den politischen Fokus. Nach Informationen der Redaktion, die sich auf drei Quellen stützt, wird hinter den Kulissen um Für und Wider eines erweiterten Marktzugangs für Emirates gestritten.

Lager und Interessenlagen sind klar verteilt. Rund 219 Millionen Passagiere haben die deutschen Flughäfen 2025 genutzt - diesen Wert, ein ein Zuwachs von etwas mehr als drei Prozent gegenüber dem Vorjahr, nennt der Flughafenverband ADV in einer ersten Schätzung.

Das Passagieraufkommen hängt weiter unter 90 Prozent des Vorkrisenniveaus fest - ein Emirates-Impuls könnte zumindest den BER von heute auf morgen in Schwung bringen. Der Hauptstadtflughafen dürfte 2025 rund 26 Millionen Passagiere gezählt haben, nur zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Flughafen-Lobby, derzeit unter Vorsitz von BER-Chefin Aletta von Massenbach, sprach sich Ende Dezember 2025 für "neue beziehungsweise erweiterte Luftverkehrsabkommen mit Drittstaaten aus" - und geht damit auf Konfrontationskurs zu Lufthansa, dem Hauptnutzer der deutschen Flughafeninfrastruktur.

Transitströme über Golf-Drehkreuze trocknen das Asiennetz von Lufthansa seit Jahren Strecke um Strecke aus. Ein erweiterter Marktzugang für Emirates ist für den Konzern ein rotes Tuch. Lufthansa würde Konzessionen für Golfairlines lieber schleifen.

Besonders das Luftverkehrsabkommen zwischen der EU und Katar liegt Lufthansa schwer im Magen: CATA kam unter zweifelhaften Umständen zustande - und sichert Qatar Airways nahezu unbeschränkten Marktzugang in der EU.

"Aufgrund der schwerwiegenden Korruptionsvorwürfe muss das EU-Katar-Luftverkehrsabkommen umgehend ausgesetzt werden", forderte Lufthansa 2025 - und: "Zukünftige Reformen sowie Neuabschlüsse von Luftverkehrsabkommen müssen auf klaren Schlüsselkriterien basieren: Wettbewerbsneutralität, Reziprozität und wirksame Sanktionen."

Rückendeckung erhält Lufthansa aus Bayern und Hessen - beide Länder warnten die Bundesregierung zuletzt eindringlich vor einer Schwächung der Lufthansa-Interkontdrehkreuze München und Frankfurt durch erweiterte Flugrechte für Airlines aus Drittstaaten.

Flughafen: Landerechte für Stuttgart erteilen

Berlin hält gegen. "Wir müssen die Wirtschaft in Ostdeutschland stärken - dazu zählt auch ein leistungsfähiger Flughafen mit internationalen Anbindungen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU). "Wir haben mit dem BER einen hervorragenden Flughafen in Ostdeutschland, doch Berlin und Ostdeutschland sind derzeit vom internationalen Luftverkehr weitgehend abgeschnitten."

Doch auch im Pro-Emirates-Lager unter den deutschen Flughäfen und Lokalfürsten gibt es Spannungen - denn nicht nur der BER hofft auf eine Lockerung des VAE-Abkommens. "Wir fordern nachdrücklich, die Landerechte für Stuttgart zu erteilen", sagte ein Sprecher des Stuttgarter Flughafens der "Bild".
© aero.de | Abb.: Emirates | 06.01.2026 06:57

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Beitrag vom 09.01.2026 - 19:39 Uhr
Schon interessant was hier für Zahlenspiele gepostet werden im einen EK Flug von/nach BER darzustellen oder eben 'madig' zu machen.
Sie verblüffen immer wieder. Eine Volte jagt die Nächste, in einer Geschwindigkeit, die schwindelig macht.

Nunja, die Volte(n) gebe ich gerne zurück. Einerseits, ich hatte das schon einmal hier geschrieben, argumentieren auch Sie das z.B. Dresden und Kassel- Calden unbedingt Ihre defizitären, nur mit Steuermitteln zu betreibenden Airports aus Wirtschaftsgründen dringend brauchen,
Jetzt sind wir wieder da, was @FloCo hier vor kurzem ausführlich beschrieben hat. Wenn man sich mit einem Thema auseinadersetzt, heißt das nicht automatisch, dass man für oder gegen etwas ist. Ich habe mich nicht dazu geäußert, ob ich Kassel oder Dresden für nötig oder nicht halte. Bei Kassel wurde die Studie pauschal abgewertet, ohne sich im Detail sich mit ihr auseinaderzusetzen. Gleiches gilt für Dresden.
für Berlin/ Brandenburg, wo eine Airline ohne Zuschüsse, Pamperung etc. hinfliegen möchte und das durchaus für die Wirtschaft (und den Tourismus) gut sein könnte (@Jochen Hansen hat dazu ausgeführt) das jedoch nicht 'notwendig' ist. Zumal, ich schrieb es,
a. das 'Risiko' vollständig bei EK sein würde
und zusätzlich,
b. es dem Airport BER neue Einnahmen bringen würde.
Schon komisch Ihre Volten.
Ich kann da bei mir keine Volte erkennen. Ich habe auch garnichts zu Emirates gesagt, eher die Argumente von @Jochen und anderen hinterfragt.

Das Argument von @Jochen und den Offiziellen ist, es fehle die Anbindung. Da kann man mitgehen, wenn man sich nonstop Verbindungen anschaut. Aber es geht bei EK nur weitere one-stop Verbindungen. Da gibt es aber keine fehlende Anbindung. Man kann größere und mittlere Städte Richtung Osten heute mit 10+ Verbindungen/Tag one-stop erreichen. Mit Auswahl, Stop am Anfang, 1. Drittel oder in der Mitte. Premium oder Low Cost, Tag oder Nacht. Alles da. Da kann man schon mal argumentieren, was soll das bringen?

Natürlich, 'Da kann man schon mal argumentieren' und auf die Widersprüche (einmal pro Flugverkehr - einmal contra Flugverkehr) in Ihren Beiträgen hinweisen (s.o.).
Es ist doch eh alles nur Konjunktiv, da das hier mit Sicherheit nicht entschieden wird.
Sicher, so ist das. Hat jetzt mit was genau zu tun??
Wenn Berlin/ Brandenburg und Umland wirklich so unattraktiv sind, wie von einigen hier dargestellt, dann kann man doch getrost schreiben:
>
Soll EK doch zum/vom BER fliegen und sich eine rote Nase abholen (wäre doch sogar gut, wenn die Miese machen würden...).
Zu einem anderen Thema schreiben Sie, jeder weiß, was er verhandelt und unterschrieben hat und soll sich auch daran halten. Das soll jetzt eine Partei einseitig ändern können, weil es ihr nicht mehr gefällt?

Nunja, 'einseitige' Änderungs(wünsche) sind doch völlig legitim, ein normales Vorgehen in der Wirtschaft (siehe dazu auch: einseitige Kündigung von diversen Vergütungsverträgen...).
Ach, auf einmal.
Ob es klappt steht auf einen anderen Blatt.

Ja und Wettbewerb im Sinne der PAXe gebe es auch: EW und DE müssten sich halt überlegen, ob sie Ihren Premiumpassagieren dann noch eine ECO mit freiem Sitz als C verkaufen können.
Im Sinne der Passagiere??? Gestern war noch jeder Fluggast eine Umweltsau, die Luftfahrt der Sargnagel der Erdgeschichte. Jetzt soll eine Airline, mit hohem umweltschädlichen Premiumanteil, den Markt plötzlich saturieren dürfen und immer mehr Gäste zum Fliegen animieren??? Zu Preisen, die eigentlich heute schon viel zu billig sind!

Ohha, nun verlieren Sie aber Ihre Souveränität, warum? Wollen Sie ernsthaft behaupten EW und DE fliegen aus 'Umweltgründen' mit der gepimpten ECO als C!? Das glauben Sie doch selber nicht!
Natürlich nicht, hab ich doch auch nicht gesagt. Nur favorisieren Sie in Ihrem Vorschlag ein Produkt mit nachweilsich schlechterem CO2 Fußabdruck. Das verwundert, wo Sie doch den Klimaschutz so hochhängen.
Dann sollen einmal die Mitarbeiter ordentlich bezahlt werden, um auch in München würdig leben zu können. Orte wie Dubai sind für die Menschenwürde und Umwelt eine Katastrophe.

S.o. ... nicht sehr souverän.
Aber ich gebe Ihnen Recht: diese Molochs da unten (Dubai, Doha usw.) sind völlig unpassend und größenwahnsinnig.
Na immerhin.
Nur: was hat das mit dem Thema zu tun?
Btw. Was die Klimabilanz der Häuser in Dubai und München betrifft, da wär ich mir nicht so sicher.

Aber hey, was interessiert mich…


Doch schon, deshalb habe ich ja für mich meine Konsquenzen gezogen habe. Es ist mir auch völlig Wurst wer wohin oder eben nicht fliegt, egal ob LH oder sonstwer, ich kann das eh nicht ändern und die die es könnten haben (Wirtschaft, Wirtschaft...) kein Interesse daran.

Wie ich diese Diskussion, die Argumente dazu empfinde, habe ich in meiner Antwort an @X-Ray dargelegt. Immer den Kontext beachten.


Dieser Beitrag wurde am 09.01.2026 19:44 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 09.01.2026 - 18:24 Uhr
Schon interessant was hier für Zahlenspiele gepostet werden im einen EK Flug von/nach BER darzustellen oder eben 'madig' zu machen.
Sie verblüffen immer wieder. Eine Volte jagt die Nächste, in einer Geschwindigkeit, die schwindelig macht.

Nunja, die Volte(n) gebe ich gerne zurück. Einerseits, ich hatte das schon einmal hier geschrieben, argumentieren auch Sie das z.B. Dresden und Kassel- Calden unbedingt Ihre defizitären, nur mit Steuermitteln zu betreibenden Airports aus Wirtschaftsgründen dringend brauchen, für Berlin/ Brandenburg, wo eine Airline ohne Zuschüsse, Pamperung etc. hinfliegen möchte und das durchaus für die Wirtschaft (und den Tourismus) gut sein könnte (@Jochen Hansen hat dazu ausgeführt) das jedoch nicht 'notwendig' ist. Zumal, ich schrieb es,
a. das 'Risiko' vollständig bei EK sein würde
und zusätzlich,
b. es dem Airport BER neue Einnahmen bringen würde.
Schon komisch Ihre Volten.

Das Argument von @Jochen und den Offiziellen ist, es fehle die Anbindung. Da kann man mitgehen, wenn man sich nonstop Verbindungen anschaut. Aber es geht bei EK nur weitere one-stop Verbindungen. Da gibt es aber keine fehlende Anbindung. Man kann größere und mittlere Städte Richtung Osten heute mit 10+ Verbindungen/Tag one-stop erreichen. Mit Auswahl, Stop am Anfang, 1. Drittel oder in der Mitte. Premium oder Low Cost, Tag oder Nacht. Alles da. Da kann man schon mal argumentieren, was soll das bringen?

Natürlich, 'Da kann man schon mal argumentieren' und auf die Widersprüche (einmal pro Flugverkehr - einmal contra Flugverkehr) in Ihren Beiträgen hinweisen (s.o.).
Es ist doch eh alles nur Konjunktiv, da das hier mit Sicherheit nicht entschieden wird.

Wenn Berlin/ Brandenburg und Umland wirklich so unattraktiv sind, wie von einigen hier dargestellt, dann kann man doch getrost schreiben:
>
Soll EK doch zum/vom BER fliegen und sich eine rote Nase abholen (wäre doch sogar gut, wenn die Miese machen würden...).
Zu einem anderen Thema schreiben Sie, jeder weiß, was er verhandelt und unterschrieben hat und soll sich auch daran halten. Das soll jetzt eine Partei einseitig ändern können, weil es ihr nicht mehr gefällt?

Nunja, 'einseitige' Änderungs(wünsche) sind doch völlig legitim, ein normales Vorgehen in der Wirtschaft (siehe dazu auch: einseitige Kündigung von diversen Vergütungsverträgen...). Ob es klappt steht auf einen anderen Blatt.

Ja und Wettbewerb im Sinne der PAXe gebe es auch: EW und DE müssten sich halt überlegen, ob sie Ihren Premiumpassagieren dann noch eine ECO mit freiem Sitz als C verkaufen können.
Im Sinne der Passagiere??? Gestern war noch jeder Fluggast eine Umweltsau, die Luftfahrt der Sargnagel der Erdgeschichte. Jetzt soll eine Airline, mit hohem umweltschädlichen Premiumanteil, den Markt plötzlich saturieren dürfen und immer mehr Gäste zum Fliegen animieren??? Zu Preisen, die eigentlich heute schon viel zu billig sind!

Ohha, nun verlieren Sie aber Ihre Souveränität, warum? Wollen Sie ernsthaft behaupten EW und DE fliegen aus 'Umweltgründen' mit der gepimpten ECO als C!? Das glauben Sie doch selber nicht!

Dann sollen einmal die Mitarbeiter ordentlich bezahlt werden, um auch in München würdig leben zu können. Orte wie Dubai sind für die Menschenwürde und Umwelt eine Katastrophe.

S.o. ... nicht sehr souverän.
Aber ich gebe Ihnen Recht: diese Molochs da unten (Dubai, Doha usw.) sind völlig unpassend und größenwahnsinnig.
Nur: was hat das mit dem Thema zu tun?
Btw. Was die Klimabilanz der Häuser in Dubai und München betrifft, da wär ich mir nicht so sicher.

Aber hey, was interessiert mich…


Doch schon, deshalb habe ich ja für mich meine Konsquenzen gezogen habe. Es ist mir auch völlig Wurst wer wohin oder eben nicht fliegt, egal ob LH oder sonstwer, ich kann das eh nicht ändern und die die es könnten haben (Wirtschaft, Wirtschaft...) kein Interesse daran.

Wie ich diese Diskussion, die Argumente dazu empfinde, habe ich in meiner Antwort an @X-Ray dargelegt. Immer den Kontext beachten.

Beitrag vom 09.01.2026 - 16:50 Uhr
In diesem Land entscheiden nicht Lobbyorganisationen, sondern demokratisch gewählte Regierungen, die den Bürgern ihres Landes verpflichtet sind.

Die europäischen Auftraggeber von Lobbyisten sind aber genauso wenig "der Bürger" wie Auftraggeber aus dem Nahen Osten.

Ein Blick auf das Luftverkehrsabkommen mit Qatar sollte deutlich machen, wie groß der Einfluß von Lobbyorganisationen im Luftverkehr ist.

Ich weiß, dass Sie das anders gemeint haben - aber ja: Das tut es.

Wenn man sich als politischer Entscheidungsträger erst mal dran gewöhnt hat, von Lobbyisten umworben zu werden, die die Sorgen und Nöte ihrer Auftraggeber bei gutem Wein und gutem Essen, möglicherweise in einem exklusiven Ressort darstellen, wird die Nationalität des Auftraggebers selbst vielleicht eher sekundär, wie auch die Art der entgegengenommenen Aufmerksamkeiten von Wein über Flüge und Teppiche bis hoch zu Bargeld in Koffern.

Ich sags mal so:
Genauso wie die europäische Luftfahrtbranche Quatar und CATA betrachtet, betrachten betroffene Bürger bisweilen die europäische Luftfahrtbranche und ihre Ausnahmeregelungen, ihre Betriebs- und Ausbaugenehmigungen, die Unterschiede zwischen dem Fluglärmschutzgesetz und der TA Lärm, etc.

Das Prinzip des Lobbyismus selbst ist ein Problem, das wir nicht dadurch lösen, dass nur national beauftragte Lobbyvertreter dieses "Wettrüsten" gewinnen dürfen.

Dieser Beitrag wurde am 09.01.2026 16:54 Uhr bearbeitet.


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