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Vor 4 Tagen  

Qatar Airways mustert mindestens fünf A380 aus

Qatar Airways Airbus A380
Qatar Airways Airbus A380, © Airbus

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DOHA - Akbar Al Baker will höchstens fünf der zehn A380 von Qatar Airways wieder in Dienst stellen, wenn überhaupt. Dass der Qatar-Airways-Chef kein Fan des Superjumbos ist, ließ er bereits mehrfach durchblicken. Dabei hat er die A380 einst selbst bestellt - und war in den Anfangstagen voll des Lobes.

Zu groß, zu schwer, zu unrentabel: Qatar Airways-Chef Al Baker ließ in der Vergangenheit kaum eine Gelegenheit aus, um gegen den Airbus A380 zu schießen. Das war schon vor Corona so - die Krise gab der ablehnenden Haltung des Top-Managers, der seit 1997 Präsident von Qatar Airways ist, jedoch viel neue Nahrung.

Auf einer Online-Konferenz des Branchendienstes CAPA zog Al Baker einmal mehr gegen den Superjumbo vom Leder: Die A380 sei für ihn "eines der schlechtesten Flugzeuge am Himmel, wenn es um Emissionen geht." Der größte Passagierjet der Welt steht bei Qatar deswegen auf der Abschussliste.

Man habe beschlossen, die A380 "auf absehbare Zeit nicht zu betreiben", so Al Baker weiter. "Und selbst wenn wir sie wieder betreiben, werden wir nur die Hälfte der Flotte reaktivieren."

Mit anderen Worten: Von den zehn A380, die Qatar Airways besitzt, werden maximal fünf in den Passagierdienst zurückkehren. Und auch das nur, wenn es gut läuft. Wenn jemand interessiert wäre, eins der Flugzeuge zu kaufen, "werde ich es Ihnen verkaufen", ulkte der CEO auf der CAPA-Konferenz.

Offenbar würde Al Baker seine A380 lieber heute als morgen vom Hof haben - und stattdessen auf die kleinere, sparsamere A350 setzen. Von diesem Muster besitzt Qatar mittlerweile 53 Stück und ist damit größter Nutzer des Airbus-Zweistrahlers. Schon Ende 2019 hatte Al Baker prophezeit, man werde die A380 "an ihrem zehnten Geburtstag" ausmustern.

Al Baker und die A380

Al Baker Tiraden gegen den Superjumbo haben allerdings einen Beigeschmack. Nicht nur, weil die Qatar-A380 mit einem Gesamtdurchschnittsalter von unter sechs Jahren eher zu den jüngeren Vertretern ihrer Spezies zählen.

Al Baker hat die Bestellung des Jets einst selbst verantwortet, zwei Exemplare orderte Qatar 2003, drei 2007 und fünf weitere 2011, mit Optionen auf weitere drei.

Als die Katarer im September 2014 in Toulouse die erste A380 übernahmen, war der Chef höchstpersönlich mit dabei – und voll des Lobes für den Riesenjet: "Die Einführung der A380 eröffnet für uns ein neues Kapitel im beispiellosen Service für die Fluggäste, der das Markenzeichen von Qatar Airways ist", so Al Baker seinerzeit.

Die A380 werde zudem "den Rang von Doha als einer wichtigen Drehscheibe für den regionalen und globalen Flugverkehr festigen", zitiert ihn die Airbus-Pressemitteilung von damals weiter. In einem Interview mit aero.de hatte Al Baker das Gewicht zum Hauptmanko der A380 erklärt.

"Dieses Flugzeug ist sehr schwer und verbraucht viel Treibstoff, weil seine Struktur für die gestreckte Version ausgelegt ist", sagte Al Baker. "Ich glaube, Airbus hat den gleichen Fehler gemacht wie beim A330 und A340, die über die gleiche Tragfläche verfügen. Die Flächenstruktur der A380 könnte weitere 100 Tonnen Gewicht tragen, es wäre besser gewesen, wenn sie die Flügel für das tatsächliche Gewicht des Flugzeugs maßgeschneidert und damit wesentlich leichter gebaut hätten. Dann wäre es das perfekte Flugzeug gewesen."
© FLUG REVUE - Patrick Zwerger | Abb.: Airbus | 13.01.2021 16:05

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Beitrag vom 14.01.2021 - 12:21 Uhr
Genau das ist ja der Quatsch. Service ist nicht mehr, es kommt auf ratio an, und die ist technisch definiert. Die Zeit für Protz und Motz ist vorbei.

Was ein Quatsch. Schonmal mit Qatar geflogen? Die Suite im A380 ist fantastisch, die Business ist stark und die QSuite ist wahrscheinlich die beste C der welt.

Wenn sie also meinen, das Service nicht zählt, dann steigen sie mal in einen der Premium Carrier und dann wieder bei Ryanair ein.

Die Leute zahlen für Comfort und Service. Und genau das bietet der A380. Wenn man nicht gerade so dumm wie AF ist und da ne Rutsche in die C einbaut.
Dem ist ja leider nicht so, sie wollen nicht für Service und Komfort zahlen. Kaufentscheid ist immer noch mit rund 50% der Preis, gefolgt von Streckennetz/Frequenzen und FFP, jeweils etwa 20%, Alle anderen Faktoren wie Service, Image, Sicherheit, ... teilen sich die restlichen 10%. Schauen Sie sich die Zahlen von Ryan und Co an, von diesen SLFs und deren Margen können die Premiums nur träumen.
2018 hatte QR eine operative Marge von 0,1% (GB2018/19) bei SLF von 80+%, das kann sich keine freie Airline leisten.
Nach Ihrer Theorie müssten die im Geld schwimmen (ok, machen sie, aber nicht das Verdiente) bestes Produkt aber dennoch niedrige Preise, daher kein Geld verdient und nicht ausgebucht.
Die Menschen müssten doch Schlange stehen um einen Qatar Platz zu ergattern. Wo ist der Fehler?
Beitrag vom 14.01.2021 - 05:59 Uhr
Mh, da hat Airbus wohl einen zu schweren Flügel verheimlicht.
Interessant ist, dass man 2011 nachbestellt hat - da war der Kerosinpreis 50% höher als 2007.
 https://www.ibs-logistics.de/_pdf/Treibstoffzuschlag/11_DE_Kerosin.pdf

Wieso verheimlicht? Das war ja bekannt.
Der A380, und das war ein Fehler, war zu schwer weil er auf die -900 Version und die F Version ausgelegt war. Ausserdem wollte SIA das er voll aus London raus nach SIN kommt, was nochmal was gekostet hat.
Nicht umsonst war die Flügelbox so riesig.

Der A380 ist letztlich an 3 Dingen gescheitert:
1. Am Gewicht
2. Am Triebwerk
3. an der Größe

Wobei das 3. ja diskutabel ist. Er hat 277t OWE - der ungefähr gleichlange A35k hat 155t, das ist halt fast die Hälfte. Ginge der A380 15-20t leichter, das wäre eine Ansage.
Dann nehmen sie die 10-14% dazu die das neue Triebwerk bringen würde.
Wahrscheinlich wäre der Flieger so effzient, das der 3. Punkt garnicht mehr so gravierend wäre, denn man könnte ihn dann auch, wie lange zeit die B747, mit geringerer Auslastung profitabel betreiben.

Der A380 ist gut, wenn man ihn dauerhaft füllen kann, wenn nicht dreht er natürlich ganz schnell ins unprofitable.
Die Kombination aus 1. - 3. ist natürlich tödlich.


"Die Einführung der A380 eröffnet für uns ein neues Kapitel im beispiellosen Service für die Fluggäste, der das Markenzeichen von Qatar Airways ist"

Genau das ist ja der Quatsch. Service ist nicht mehr, es kommt auf ratio an, und die ist technisch definiert. Die Zeit für Protz und Motz ist vorbei.

Was ein Quatsch. Schonmal mit Qatar geflogen? Die Suite im A380 ist fantastisch, die Business ist stark und die QSuite ist wahrscheinlich die beste C der welt.

Wenn sie also meinen, das Service nicht zählt, dann steigen sie mal in einen der Premium Carrier und dann wieder bei Ryanair ein.

Die Leute zahlen für Comfort und Service. Und genau das bietet der A380. Wenn man nicht gerade so dumm wie AF ist und da ne Rutsche in die C einbaut.
Beitrag vom 13.01.2021 - 21:43 Uhr
"Die Einführung der A380 eröffnet für uns ein neues Kapitel im beispiellosen Service für die Fluggäste, der das Markenzeichen von Qatar Airways ist"

Genau das ist ja der Quatsch. Service ist nicht mehr, es kommt auf ratio an, und die ist technisch definiert. Die Zeit für Protz und Motz ist vorbei.


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