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Bei Lufthansa Cargo braut sich was zusammen

Lufthansa Cargo Boeing 777F
Lufthansa Cargo Boeing 777F, © Lufthansa Cargo

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FRANKFURT - Lufthansa Cargo fliegt in der Krise für den Konzern enorme Profite ein - auf die neue Chefin Dorothea von Boxberg wartet dennoch gleich zu Amtsantritt eine Großaufgabe. Piloten und Airline streiten über die künftige Flotten- und Personalstärke beim Frachtkranich, jeder vierte Cockpitjob steht auf dem Spiel.

Der Sommer 2020 war vielleicht doch nicht der letzte für die MD-11F bei Lufthansa Cargo - die Pandemie beschert dem Arbeitstier eine weitere Nachspielzeit.

Unlängst hat Lufthansa Cargo mit der D-ALCI zwar eine weitere MD-11F in die USA verkauft, die verbliebenen vier Frachter werden die Flotte aber erst bis "Herbst 2021" verlassen haben, brachte Lufthansa-Cargo-Sprecher Andreas Pauker aero.de auf den neuesten Stand.

Der Ersatz ist bereits vollzählig in Frankfurt eingetroffen. Lufthansa Cargo hat den Aufbau der neuen Teilflotte Boeing 777F vergangenes Jahr bei neun Flugzeugen vorerst abgeschlossen. "Die Auslieferung der D-ALFI im September 2020 war der letzte Zugang einer Frachtmaschine im Rahmen dieses Rollovers", sagte Pauker. Derzeit betreibt die Airline 13 Großraumfrachter in Frankfurt.

Aus Sicht der Piloten hat Lufthansa Cargo eine Flottenzusage von 2017 über zehn 777F gebrochen. Die nicht abgesprochene Flottenreduktion sorgte vor der Krise für dicke Luft zwischen Piloten und Management. Ging Lufthansa Cargo mit 475 Piloten ins Krisenjahr 2020, will die Airline nach Informationen aus Unternehmenskreisen in Zukunft nur 250 Frachtpiloten beschäftigen.

"Diese Zahl kann ich so nicht bestätigen", sagte Pauker. "Zu diesem Thema laufen derzeit Verhandlungen, deren Ausgang wir abzuwarten pflegen."

"Die Stimmung kippt"

"Wir fliegen seit Monaten für unsere Lufthansa am Limit", sagte ein Pilot aero.de. "Jetzt werden uns ab August die Gehälter gekürzt und Frachtaufträge nach und nach an Aerologic ausgelagert. Die Stimmung kippt."

Lufthansa hatte den Cargonauten 2019 einen Wechsel in die A340-Flotte in Aussicht gestellt. Nach der Krise ist der Weg zur Passage wohl versperrt - der "Kern der Lufthansa" wird laut Konzern-Personalvorstand Michael Niggemann in den nächsten Jahren ohnehin mehr Piloten beschäftigen als er eigentlich benötigt.

Offiziell sorgt ein mühsam verhandelter Krisentarifvertrag zwischen Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bis Anfang 2022 für Ruhe. Doch der Burgfrieden zeigt bereits Risse. "Lufthansa Cargo wird der erste Testfall, wie es ab 2022 bei Lufthansa weitergeht", sagte der Pilot aero.de. "Wir sind in der Krise weit in Vorleistung gegangen."

Der schwelende Konflikt wird die erste Probe für die neue Airlinechefin Dorothea von Boxberg - die bisherige Vertriebschefin löst zum 01. März Peter Gerber an der Spitze von Lufthansa Cargo ab. Gerber hatte 2019 eine zehnte 777F im Flottenregister von Lufthansa Cargo zumindest nicht ausgeschlossen.

Laut Konzernkreisen hat Lufthansa mit Boeing angesichts boomender Frachtgeschäfte zuletzt über einen Tausch einiger 777-9-Aufträge in die Frachtvariante gesprochen. "Unsere Angebotskapazität überprüfen wir insbesondere vor dem Hintergrund der jeweiligen Marktentwicklung weiterhin fortlaufend", sagte Pauker.

Update: VC fordert Zusagen

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat am Donnerstag vor anstehenden Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan verbindliche Zusagen für Lufthansa Cargo gefordert.

"Die LH Cargo ist in der Krise der Fels in der Brandung für den Konzern. Zum Dank soll die Mannschaft verkleinert werden und die tarifvertragslose Schwester Aerologic soll wachsen", sagte Tarifvorstand Marcel Gröls. "Effizienter kann man seine Mannschaft nicht vergraulen. Wir erwarten, dass sich die Cargo zumindest zur Bereederung der im Zugang befindlichen zehnten 777F durch Cargo-Personal bekennt."
© aero.de | Abb.: Lufthansa Cargo | 11.02.2021 10:06

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Beitrag vom 17.02.2021 - 19:11 Uhr
... und nun droht auch noch neuer Wettbewerb aus Malta mit A340 auf den Markt in Deutschland (Hahn Airport Base) zu draengen!?!?
Die Zeiten, dass Airlines TOP Gehaelter zahlen konnten und wollten sind vorbei und das wird auch auf laengere Zeit so bleiben, zumindest in der Masse. Executive Fliegerei wird hier noch die Nase vorne haben, auch in Jahren.
Diese Preise der neuen AirX Cargo Linien ab Hahn, werden selbst Aero Logic zu Schweissausbruechen zwingen.

Der Pilotenmarkt ist ueberflutet fuer die naechsten Jahre und das wird bestimmt auch bald JEDER Berufspilot in der zivilen Luftfahrt zu spueren bekommen, den Fluggesellschaften bleibt nichts ueber als zu sparen, auch oder vor allem beim Personal.
Ob das gut gehen wird . . . ? Wir werden es erleben!
Beitrag vom 14.02.2021 - 18:42 Uhr

@ HPA : Was sind sie denn für ein Tagträumer ?? Suchen sie mal nach Markus Krall im Youtube , der erzählt ihnen genau welche Politik und Strategie ein CEO und seine Vorstände mittlerweile in Aktienunternehmen verfolgen. Sie sind ja komplett noch in der Steinzeit. Gute Nacht Deutschland !!

Vielen Dank für den Hinweis. Dann werde ich mal aus meinem Tagtraum aufwachen und mein Wissen auf der Qualitätsplattform Youtube aufbessern. Aber macht es da wirklich Sinn, das Video eines Mitglieds und Sprechers der Geschäftsführung der Degussa Goldhandel GmbH zu schauen?
Beitrag vom 13.02.2021 - 11:53 Uhr
Wie kann die Lufthansa nur Flugzeuge kaufen ohne ihre Piloten um Erlaubnis zu fragen?

WiE kaNn sIe nuR!?!1?

:DDD


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