A350-900F und A380P2F
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Airbus will tiefer in den Frachtermarkt vordringen

Hi Fly Airbus A380
Hi Fly Airbus A380, © Hi Fly

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HAMBURG - Boeing verteidigt im Frachtermarkt seit Jahren seinen Vorsprung auf Airbus. In der Krise testet Airbus das Kundeninteresse an neuen Cargoserien aus Europa - neben einer A350-900F schwirren Gerüchte über ein Umbauprogramm für die A380 durch die Medien. Was steckt dahinter?

Der Luftfrachtboom findet weitgehend ohne Airbus statt. Während allein mehr als 200 Boeing 777 als Vollfrachter in den Flottenregistern stehen, hat Airbus magere 38 A330-200F verkauft.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur "Reuters" lotet Airbus derzeit das Marktinteresse an einer A350-900F mit leicht verlängertem Deck aus.
In der Krise hat Airbus den Takt auf der A350-Endlinie auf fünf Flugzeuge pro Monat halbiert - eine Frachtversion könnte dem Programm wieder Rückwind geben.

Insider beziffern die Entwicklungskosten auf zwei bis drei Milliarden US-Dollar - Airbus müsste mindestens 50 Flugzeuge verkaufen, damit sich das Vorhaben rechnet. "Wir prüfen stetig Produktentwicklungen, nehmen aber nicht zu spezifischen Vorhaben Stellung", hält Airbus sich auf Anfrage bedeckt.

Als Alternative zu neuen Flugzeugen bietet Airbus Umbauprogramme an - die Elbe Flugzeugwerke in Dresden verhelfen seit einiger Zeit auch im Passagierbetrieb ausgedienten A321 und A330-300 zu einer zweiten Karriere als Frachter.

Laut einem Bericht des Fachportals "FreightWaves" holt Airbus aktuell Kundenmeinungen zu einem Umbaupaket für die A380 ein. Ein "A380 P2F"-Programm könnte den Zustrom junger A380 in den Gebrauchtmarkt kanalisieren - oder Betreiber überzeugen, ihre A380 doch länger zu nutzen.

"In diesen Flugzeugen stecken noch viele Flugstunden", sagte eine mit der Idee vertraute Person aero.de. "Der Ersatzteilmarkt wird überquellen, sollten alle zerlegt werden." Die "kritische Schwelle", ab der sich ein Umbau langfristig für Airbus rechne, liege bei etwa 40 Flugzeugen.

A380 Combi

Airbus hatte anfangs eine A380F mit 154,7 Tonnen Nutzlast und einer auf 590 Tonnen erhöhten Startmasse in Planung, das Flugzeug aber 2007 verworfen. FedEx, UPS und Emirates hatten die A380F zwar zunächst bestellt, allerdings Zweifel an den Leistungswerten vorgebracht.

Vergangenes Jahr hatte Hi Fly Sitze aus ihrer A380 entfernt. Die Einsätze des bisher ersten und einzigen "A380 Prachters" blieben auf handliche und relativ leichte Frachtstücke - unter anderem Kartons mit medizinischer Schutzkleidung - beschränkt.

Die A380 ist von Haus aus kein Leichtgewicht. Laut "FreightWaves" will Airbus bei einem Umbau nur im Hauptdeck den Boden verstärken und Frachtluken einbauen, um die erreichbare Nutzlast nicht weiter einzuschränken. Im Oberdeck bliebe die Passagierkabine erhalten.

Das Problem dabei: als "A380 Combi" wäre der Umbau nur für aktuelle Betreiber interessant - reine Frachtairlines fielen aus dem Kundenkreis.
© aero.de | Abb.: Hi Fly | 07.04.2021 09:52


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