Milliardenverlust 2020
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Ryanair-Buchungen ziehen deutlich an

Ryanair Boeing 737-800
Ryanair Boeing 737-800, © Ingo Lang

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DUBLIN - Ryanair ist wegen der Corona-Krise im abgelaufenen Geschäftsjahr tief in den roten Zahlen gelandet. Inzwischen spürt der Preisbrecher wieder Rückenwind - die Buchungen springen deutlich an. Ryanair-Chef Michael O'Leary zeigt sich von neuen Lieferproblemen bei Boeing frustriert.

Unter dem Strich stand für die zwölf Monate bis Ende März ein Minus von gut einer Milliarde Euro nach einem Gewinn von 649 Millionen ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Montag in Dublin mitteilte.

Rechnet man eine Sonderbelastung wegen letztlich wertloser Treibstoffpreis-Sicherungsgeschäfte heraus, lag das Minus bei 815 Millionen Euro und damit innerhalb der jüngst verbesserten Prognose der Konzernführung.

Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2022 glaubt das Management um Ryanair-Chef Michael O'Leary an ein Ergebnis nahe der Gewinnschwelle, wagt wegen der Unsicherheit rund um die Corona-Pandemie aber keine konkrete Prognose.

Die Erwartungen basierten auf der Annahme, dass die Impfkampagnen erfolgreich sind und die Regierungen in Europa die Reisebeschränkungen rechtzeitig vor der wichtigen Sommersaison ab Juli aufheben, hieß es.

Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet Ryanair ein Passagieraufkommen am unteren Ende der ausgegebenen Zielspanne von 80 bis 120 Millionen Fluggästen. Im laufenden ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni dürften es lediglich 5 bis 6 Millionen werden.

Die Buchungen hätten sich "dramatisch" erholt, vor allem in Großbritannien, erklärte O'Leary am Montag. Von 500.000 pro Woche Anfang April seien sie zuletzt auf 1,5 Millionen gestiegen.

Im Geschäftsjahr bis Ende März beförderte das Unternehmen 27,5 Millionen Passagiere, gut 80 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die Zahl der Flüge sowie der Umsatz sanken um vier Fünftel, der Erlös betrug 1,64 Milliarden Euro.

Der Verlust sei nicht so hoch wie prognostiziert, aber trotzdem "ein ziemlich traumatischer Verlust für eine Airline, die in ihrer 35-jährigen Geschichte ständig profitabel war", sagte O'Leary.  Das Vorkrisenniveau sieht O'Leary in Reichweite für den Sommer 2022 und damit früher als die meisten anderen Fluggesellschaften. Die Lufthansa geht davon aus, dass sich die Lage erst wieder 2025 normalisiert.

Missmanagement in Seattle

Enttäuscht zeigte sich O'Leary über die anhaltenden Probleme des Boeing-Problemflugzeugs 737 MAX, das nach dem langen Flugverbot in Folge von zwei Flugzeugabstürzen von zwei Jahren zuletzt wegen eines Fehlers an der Elektrik erneut gesperrt wurde. Ryanair hat 210 Exemplare des verbrauchsärmeren Flugzeugs bestellt.

Er glaube nicht recht daran, dass die erste Maschine Ende Mai ankomme. Wegen des "Missmanagements in Seattle bestehe das Risiko, vor diesem Sommer kein einziges Flugzeug" zu erhalten.

Zuletzt hatte Ryanair 16 neue Flieger des Boeing-Verkaufsschlagers eingeplant und verhandelt über die Anschaffung der größeren MAX-Variante mit 230 Sitzplätzen. Bis Sommer 2022 rechnet Ryanair mit 60 737 MAX in der Spezialversion "8200" mit knapp unter 200 Sitzen.
© dpa-AFX, aero.de, Reuters | Abb.: Ryanair | 17.05.2021 08:00

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Beitrag vom 17.05.2021 - 17:05 Uhr
Missmanagement in Seattle? Es sollte auch MOL bekannt sein, dass das Boeing Management in Chicago sitzt.
Beitrag vom 17.05.2021 - 09:06 Uhr
Das hört sich doch gut an...


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