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Belavia stellt Großteil der Flüge ein

Belavia Embraer E195
Belavia Embraer E195, © Belavia

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MINSK - Infolge des jüngsten Konflikts mit dem Westen hat die staatliche Fluggesellschaft Belavia aus Belarus rund zwei Drittel ihrer Verbindungen streichen müssen.

Von ursprünglich 30 Zielen könnten derzeit nur noch neun angeflogen werden, teilte Belavia am Mittwoch auf Facebook mit. Das Unternehmen sprach von "großen Verlusten". Eingestellt wurden demnach Flüge nach Deutschland und in andere europäische Staaten. Verbindungen aus Minsk gibt es allerdings etwa mit Russland, weiteren Ex-Sowjetrepubliken und mit der Türkei.

Hintergrund ist eine Entscheidung der Europäischen Union, künftig keine Starts und Landungen von belarussischen Fluggesellschaften und keine Überflüge mehr zu erlauben. Die EU hatte damit auf die erzwungene Landung einer Passagiermaschine in Minsk vor anderthalb Wochen reagiert.

Der autoritäre Machthaber Alexander Lukaschenko ließ damals einen seiner Gegner, den regierungskritischen Blogger Roman Protassewitsch, festnehmen. Er und seine Freundin sitzen seitdem in Haft.

© dpa | 02.06.2021 15:15

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Beitrag vom 03.06.2021 - 13:51 Uhr
Ja, das ist dann die Konsequenz aus dem, was vorgefallen ist. Übrigens habe ich in den letzten Tagen auf den einschlägigen Flighttracking-Seiten auch noch Belavia-Flüge nach und von Ägypten gesehen, insbesondere nach und von Hurghada.
Persönlich sehe ich das ausgesprochen ambivalent. Praktisch bedeutet es ja, den Menschen in Weissrussland die Chancen zu verringern, aus dem Käfig ihrer Diktatur herauszukommen und ein anderes Leben kennenzulernen als das, was sie dort führen (müssen). Der Luftverkehr hat ja nicht nur eine wirtschaftliche und technische Seite sondern eben auch diese sehr wichtige kommunikative Dimension. Das in den letzten Jahren ziemlich dicht gewordene Netz der Belavia in EU-Länder und die damit verbundenen Reisemöglichkeiten haben neben dem Internet viel zu der Demokratiebewegung dort beigetragen. Diese Reisemöglichkeiten fallen jetzt größtenteils weg. Der Diktator wird damit sehr gut leben können, genauso wie es in Russland für Putin kein Problem wäre, wenn seine Untertanen weniger von der ausserrussischen Welt mitbekommen und wissen würden. Das politische System der alten Sowjetunion beruhte ja nicht von ungefähr auch auf strikten Reiseverboten.

Andererseits war der weissrussische Übergriff auf ein EU-Flugzeug, das zwischen zwei EU-Städten unterwegs war, derart dreist und krass, dass die Politik darauf reagieren musste, schlicht um in Zukunft von den Autokraten ernst genommen zu werden.


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