E-Kerosin-Quote
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Wer mischt mit?

Lufthansa Airbus A330-300
Lufthansa Airbus A330-300, © Lufthansa

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FRANKFURT - E-Kerosin steht fossilen Flugtreibstoffen chemisch in nichts nach. Die EU wird im Juli eine Vorentscheidung über Beimischungsquoten treffen. Lufthansa unterstützt den Einsatz von E-Kerosin für eine klimafreundlichere Luftfahrt - fordert aber, dass dieses Mal wirklich alle Airlines mitmischen.

Lufthansa hat konkrete Vorstellungen, wie viel E-Kerosin künftig in die Tanks ihrer Flotte fließen soll: 0,5 bis 1,0 Prozent ab 2027 und 2,5 Prozent ab 2030. Diese "E-Quoten" nennt der Konzern in einem aktuellen Schreiben an die EU-Kommission - und warnt:

"Die Einführung nachhaltiger Kraftstoffe und insbesondere von E-Kerosin erfordert eine sorgfältige Prüfung von Maßnahmen zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen zum Nachteil europäischer Fluggesellschaften", heißt es in dem Brief, aus dem unter anderem "Reuters" zitiert.

Das Thema ist brandaktuell - die EU-Kommission will am 14. Juli Eckpunkte ihrer E-Kerosin-Strategie beschließen und Beimischungsquoten vorschlagen. Zuletzt kursierten Quoten von bis zu 5,0 Prozent ab 2030. Die aktuelle Verbreitung nachhaltiger Flugkraftstoffe - so man überhaupt von einer sprechen will - liegt unter 0,01 Prozent.

Lufthansa fürchtet beim Anlauf auf eine Erhöhung eine Wiederholung von 2012, als die EU-Kommission erst zur Einbeziehung von Nicht-EU-Airlines ins CO2-Handelsschema EU-ETS angesetzt hatte - und die Pläne nach erheblichem Gegenwind aus China und den USA wieder vom Tisch nehmen musste.

"Teil der europäischen Dekarbonisierungsstrategie ist die Festschreibung verbindlicher Quoten für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF)", hält Lufthansa in einem aktuellen Positionspapier fest. "Geplant ist eine steigende SAF-Quote ab 2025."

Eine solche Quote kann ansicht des Konzerns zwar durchaus "sinnvoll sein, um die Entwicklung des SAF-Marktes zu beschleunigen". Gleichwohl komme es auf eine "wettbewerbsneutrale Ausgestaltung" an.

"Weil nachhaltiges Kerosin aktuell etwa fünfmal teurer ist als fossiler Kraftstoff, drohen erhebliche Wettbewerbsverzerrungen, wenn EU-Airlines im Vergleich zu ihren nichteuropäischen Wettbewerbern benachteiligt werden", schreibt Lufthansa. "Die Folge wären Verkehrsverlagerungen."

Lufthansa fordert einen "Finanzierungsmechanismus", der alle Fluglinien gleichermaßen einbezieht. "Das wäre zum Beispiel über das Abstellen auf die finale Reisedestination möglich."

Identischer Aufbau

E-Kerosin gilt in der Branche als vielversprechender Ansatz. Während die Forschung an Wasserstoffsystemen auf den Anwendungsfall Kurzstrecke hinausläuft, könnte E-Kerosin auch auf der Langstrecke die Klimawirkung der Luftfahrt auf einen Schlag spürbar absenken.

Die Molekülstruktur von E-Kerosin stimmt mit konventionellem Kerosin überein - daher lassen sich die Treibstoffe problemlos miteinander mischen. Auch die Tankanlagen an Flughäfen müssten nur geringfügig verändert werden. Die Produktion von E-Fuels in industriellen Mengen ist hingegen extrem aufwendig.

Ein Prozess, der aktuell erprobt wird, ist die Synthese aus Wasserstoff und CO2 zu Methanol, dem Grundstoff für E-Kerosin. Der Wasserstoff soll dabei zu 100 Prozent aus Ökostrom gewonnen werden.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 03.07.2021 08:05

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Beitrag vom 06.07.2021 - 06:29 Uhr
Weil sich die Chinesen darüber kaputtlachen.

Wenn Sie ( und sie ) sich da mal nicht täuschen ...
 https://www.bcg.com/de-de/publications/2020/how-an-eu-carbon-border-tax-could-jolt-world-trade
Beitrag vom 05.07.2021 - 21:27 Uhr
Lufthansa hat konkrete Vorstellungen, wie viel E-Kerosin künftig in die Tanks ihrer Flotte fließen soll: 0,5 bis 1,0 Prozent ab 2027 und 2,5 Prozent ab 2030. Diese "E-Quoten" nennt der Konzern in einem aktuellen Schreiben an die EU-Kommission - und warnt:

"Die Einführung nachhaltiger Kraftstoffe und insbesondere von E-Kerosin erfordert eine sorgfältige Prüfung von Maßnahmen zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen zum Nachteil europäischer Fluggesellschaften", heißt es in dem Brief, aus dem unter anderem "Reuters" zitiert.

Ich muss schmunzeln. Wenn LH hinsichtlich Kerosin in der nächsten Dekade nichts ändert (bleibt bei 97,5% Kerosin), müssen Sie trotzdem heute schon mal eine Warnung hinsichtlich Wettbewerbsverzerrungen raus geben.
Beitrag vom 04.07.2021 - 23:05 Uhr
Ohne Frage ist es unser aller Aufgabe den CO2 Ausstoß so weit es geht zu verringern und selbstverständlich müssen alle die Mehrkosten hierfür tragen.
Wer ist bitteschön alle? Alle Deutschen? Alle Frauen? Alle Menschen? Wer zahlt wie viel? Bill Gates so viel wie ich? Oder mehr?
Warum fängt die EU aber nicht mit sofort umsetzbaren Auflagen an und verbietet das weit verbreitete Tankering durch das etliche Tonnen zusätzliches CO2 produziert werden 🤔❓
Weil sich die Chinesen darüber kaputtlachen.


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