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Neue BER-Chefin gegen Verbot von Kurzstreckenflügen

Easyjet Airbus A320neo
Easyjet Airbus A320neo, © Anikka Bauer, FBB

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BERLIN - Berlins neue Flughafenchefin Aletta von Massenbach hat sich gegen ein Verbot von Kurzstreckenflügen ausgesprochen.

"Es gibt viele Verbindungen, die über Drehkreuze ins Ausland führen - das sind meines Erachtens keine reinen Inlandsflüge", sagte von Massenbach dem "Handelsblatt" (Samstag). Das müsse die Politik berücksichtigen. "Der Luftverkehrsstandort Deutschland darf nicht durch falsche Entscheidungen zurückgeworfen werden."

In ihrem Wahlprogramm fordern die Grünen, Kurzstreckenflüge nach und nach zu verringern und bis 2030 durch mehr Bahnangebote überflüssig zu machen.

Von Massenbach, die auch Vizepräsidentin des Flughafenverbandes ADV ist, rechnet damit, dass auf die Flughäfen insgesamt "sehr viele Belastungen" zukommen, um sich in den nächsten Jahren klimaneutral aufzustellen. An die Parteien, die über die Bildung einer Bundesregierung verhandeln, appellierte sie, die Luftverkehrswirtschaft nicht zu überfordern. Sie sollten "Maß halten, der Industrie Luft zum Atmen lassen, damit der Wandel gelingen kann"

Zugleich geht von Massenbach davon aus, dass Fliegen wegen des Klimaschutzes teurer wird. "Natürlich kosten alle Maßnahmen, die den negativen Fußabdruck des Luftverkehrs reduzieren, Geld. Und weil das kein Flughafen und keine Fluggesellschaft allein tragen kann, muss es der Nutzer mitfinanzieren." Fliegen ermögliche es, sehr schnell sehr weit zu reisen, Menschen zu treffen, Geschäfte zu machen, "aber das hat einen Preis - und der ist höher als er bislang kalkuliert war".
© dpa-AFX | 02.10.2021 11:11

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Beitrag vom 03.10.2021 - 14:12 Uhr
Dabei hat man den BER doch so gut an die Bahn angebunden und die Politik wollte Kurzstreckenflüge sogar verbieten um die zu pushen.

Ein Jammer ...

Wer konnte schon ahnen dass die Bahn nichts taugt?
Beitrag vom 03.10.2021 - 12:24 Uhr
"Natürlich kosten alle Maßnahmen, die den negativen Fußabdruck des Luftverkehrs reduzieren, Geld. Und weil das kein Flughafen und keine Fluggesellschaft allein tragen kann, muss es der Nutzer mitfinanzieren." Fliegen ermögliche es, sehr schnell sehr weit zu reisen, Menschen zu treffen, Geschäfte zu machen, "aber das hat einen Preis - und der ist höher als er bislang kalkuliert war"

Ich denke das ist die - vermutlich zutreffende - Kernaussage.
Fliegen wird teurer werden, zusammen mit jeder anderen Form des Reisens und der Logistik ganz allgemein.
Damit werden im Bereich Luftfahrt vermutlich die auf Massentransport ausgelegten Billigangebote, die heute primär über Billigstpreise ihre eigene Nachfrage schaffen, als erste unter Druck geraten, da sich hier regulatorische Zusatzkosten am stärksten prozentual auf den Endpreis auswirken werden.
Also Ryanair, Wizz, etc.
Beitrag vom 03.10.2021 - 09:37 Uhr
Die EU möchte bis 2050 klimaneutral werden, Deutschland laut SPD Wahlprogramm bis 2045, IATA möchte den Airline CO2 Ausstoß verglichen mit 2005 bis !2050! um 50% reduzieren, LH möchte bis 2050 CO2 neutral operieren und bis 2030 die Kontamination um 50% (verglichen mit 2019) reduzieren.
Da passt eine Diskussion über die Definition von Inlandsflügen wohl kaum hinein - überflüssig.
Viel wichtiger, dass die Strategieabteilungen der Airlines Maßnahmen und Kosten zur eigenen Zielerreichung definieren.
Frau von Massenbach möchte wohl eher den Steuerzahler bzw. die Politik auf großzügige Kostenübernahmen vorbereiten (ohne die es nicht gehen wird) - jedoch wohl nicht in Richtung der zahlreichen Flughäfen sondern eher in Richtung Industrie/Innovatoren - Sustainable Air Fuels und eMobility.


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