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Zeitfracht kauft Flughafen Rostock zum Schleuderpreis

Silkway Boeing 747 in Rostock-Laage
Silkway Boeing 747 in Rostock-Laage, © Rostock-Laage

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ROSTOCK -Zeitfracht übernimmt in Rostock: Der Verkauf der Flughafen-Gesellschaft Rostock-Laage ist abgeschlossen.

Der Vertrag zwischen den kommunalen Gesellschaftern, der Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding (RVV), dem Landkreis Rostock und der Stadt Laage sowie der Berliner Zeitfracht-Gruppe wurde am Freitag in Rostock unterzeichnet. Der Kaufpreis wurde von der RVV mit 200.000 Euro angegeben. Eigentümer des Flughafens bleibt die Luftwaffe.

Die Zeitfracht-Gruppe will den zivilen Teil des Flughafens als Logistikstandort weiterentwickeln. "Wir werden sowohl die Infrastruktur für die Region als auch die bestehenden Arbeitsplätze erhalten und ausbauen", sagte Vorstand Wolfram Simon-Schröter.

Geplant ist unter anderem der Bau eines Logistikzentrums, in dem Luftfracht und der Transport über die Straße eng verzahnt werden können. "Außerdem werden wir an Ideen anknüpfen, den Standort auch zu einem Zentrum für forschende und unternehmerische Aktivitäten in den Weltraum hinaus auszubauen."

Rostock hielt bislang über die Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding (RVV) gut 54 Prozent an dem zivilen Teil des Flughafens, der Landkreis Rostock 35,5 und die Stadt Laage 10,4 Prozent. Von ihnen erhielt der Flughafen bisher jährlich 1,8 Millionen Euro. Eine Million Euro kam vom Land.

Die Befürworter des Verkaufs sehen nun eine große Chance für den Standort. Ein erfolgreiches Logistikunternehmen wolle die vorhandene Infrastruktur nutzen, um aus dem Flughafen ein Logistikdrehkreuz zu machen und belebe damit den Wirtschaftsstandort. Zudem würden die kommunalen Haushalte dauerhaft entlastet.

Kritiker wie Sybille Bachmann vom Rostocker Bund sagten dagegen, dass die Kaufsumme von 200.000 Euro zu gering sei. Bachmann verwies beispielsweise auf ein Anlagevermögen des Flughafens von rund 22 Millionen Euro. Sie vermutete zudem auch Probleme bei der Vereinbarkeit mit dem EU-Beihilferecht.

Das Innenministerium als Aufsichtsbehörde teilte auf dpa-Anfrage mit, dass ein möglicher Unterwertverkauf zuvor geprüft worden sei. Die Genehmigung sei in Aussicht gestellt worden, da der Weiterbetrieb des Flughafens und die Aussicht auf die beabsichtigte Weiterentwicklung des Standortes zweifellos im öffentlichen Interesse liegen.
© dpa-AFX | 26.11.2021 13:04


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