Flughafen München
08:38 Uhr   EXKLUSIV 

Bundespolizei war über Lage auf Vorfeld informiert

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Flughafen München, © Flughafen München

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MÜNCHEN - Die Flugzeuge rollten los, kehrten um - und blieben stehen: 600 Passagiere verbrachten die Nacht von Donnerstag auf Freitag in sechs Maschinen auf dem Vorfeld des Münchner Flughafens. So richtig erklären kann das niemand. Die Bundespolizei am Flughafen war über die Situation im Bild, sah aber keine Handhabe.

Für rund 600 Passagiere sollte es am frühen Freitagmorgen mit Lufthansa, Air Dolomiti und Air Arabia nach Singapur, Kopenhagen, Danzig, Graz, Venedig und Sharjah gehen. Nach Wetterkapriolen über den Flugtag durfte der Flughafen München die Flüge in einem erweiterten Nachtflugfenster noch bis 1:00 Uhr rausschicken.

"Aufgrund der außergewöhnlichen Wetterlage mussten diese Flugzeuge jedoch unvorhergesehen umkehren", teilte der Flughafen am Montag mit. Weil alle Gatepositionen besetzt waren, rollten die Flugzeuge auf Außenpositionen - von Piloten angeforderte Treppen und Busse kamen nicht. Crews und Passagiere harrten über Nacht in den Kabinen aus.

Dass hier etwas gehörig schiefgelaufen sein muss, räumen Flughafen und Lufthansa, die das T2 gemeinsam betreiben, ein. Die Situation sei "kaum nachvollziehbar" und "umzumutbar", teilten die Pressestellen der Unternehmen am Montag mit. Lufthansa will die Passagiere entschädigen.

Die Ursachenforschung läuft an. Der Flughafen vermutet "Defizite bei der Kommunikation" und will die Prozesskette überprüfen. Schlicht vergessen waren die Insassen in den Flugzeugen offenbar nicht - das grundsätzliche Lagebild auf dem Vorfeld drang bis zur Bundespolizei am Flughafen durch.

Bundespolizei: Keine eigenen Maßnahmen

"Die Bundespolizei war in der betreffenden Nacht über die Situation an den Parkpositionen informiert", sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Flughafen aero.de am Dienstag. "Da jedoch zu keiner Zeit eine Gefährdung der Luftsicherheit erkennbar war und die Betreuung sowie Abwicklung der Passagiere in der Zuständigkeit des Flughafenbetreibers liegt, ergaben sich für die Bundespolizei keine eigenen Maßnahmen."

Die Behörden arbeiten den Zwischenfall aber ebenfalls auf. Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord bestätigte dem "Spiegel", dass aktuell ein Bericht für die zuständige Staatsanwaltschaft Landshut erstellt werde. Dies sei ein Routinevorgang, von betroffenen Passagieren lägen keine Anzeigen vor.
© aero.de | Abb.: FMG | 24.02.2026 08:38


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