Willie Walsh
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Was der IATA-Chef über das Single-Pilot-Cockpit denkt

Willie Walsh
Willie Walsh, © IATA

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GENF - Die EASA prescht vor, Pilotenvertreter warnen vor einer vermeidbaren Aushöhlung der Flugsicherheit - das Single-Pilot-Cockpit spaltet die Branche in zwei Lager. IATA-Chef Willie Walsh würde selbst nur aus einem einzigen Grund in ein Flugzeug mit nur einem Piloten im Cockpit einsteigen.

Europa ergreift die Initiative: EU-Staaten, EASA und Eurocontrol haben die ICAO Ende November zur Ausarbeitung eines Regelwerks für Linienflüge "mit optimierter Besatzung/einem Piloten" aufgefordert. Zunächst soll ein Pilot im Reiseflug, später generell ein Mensch im Cockpit ausreichen.

IATA-Chef Willie Walsh, zu Beginn seiner Karriere selbst 737-Pilot bei Aer Lingus, hält von dieser Idee: rein gar nichts.

"Ich erwarte nicht, dass wir je zu einem Betrieb mit nur einem Piloten übergehen werden", sagte Walsh Anfang Dezember bei einem Medienbriefing des Weltairlineverbands in Genf. Zumindest "in den nächsten vielleicht 25 Jahren" hält Walsh Flüge mit nur einem Piloten im Airliner-Cockpit für ausgeschlossen.

Die EASA rechnet hingegen mit weiteren technologischen Durchbrüche beim automatisierten Fliegen, die eine Doppelbesetzung des Cockpits entbehrlich machen.

"Dies bedeutet unweigerlich eine Veränderung der Rolle des Piloten, der von einem physischen Flieger zu einem Systemmanager wird", heißt es in dem Papier.

Der schrittweise Übergang zu einer Single-Pilot-Operation soll einen weltweiten Pilotenmangel lindern, aber ebenso die Betriebskosten von Airlines senken. Die Akzeptanz der Passagiere ist dabei noch völlig offen. Er selbst würde nur zusteigen, "weil ich selbst Pilot bin und im Zweifel übernehmen kann", scherzte Walsh.

In Flugzeugen sind sicherheitsrelevante Systeme und elektrische und hydraulische Kreisläufe in der Regel mindestens zweifach vorhanden. Pilotenverbände hatten nach dem europäischen Vorstoß eindringlich davor gewarnt, ausgerechnet im Cockpit die Grundregel der Redunanz zu brechen.

Sicherheitsrisiken will auch die EASA nicht kleinreden. Die seien "insbesondere in der Einführungsphase der neuen Technologie" denkbar, teilte die Behörde mit.
© aero.de | Abb.: Airbus | 19.12.2022 10:15

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Beitrag vom 21.12.2022 - 20:37 Uhr
Genau…die Ersparnis an den (Right Seat)Cockpit-Gehältern dürfte minimal sein, da die Kosten dadurch ja woanders (Ground Controller, extensive CoPi Schulungen etc.) stark ansteigen…

Aber da die Computer bis dato eben nicht zuverlässig funzzen, braucht uns das die kommenden Jahrzehnte noch nicht tangieren - gerade gestern ist wieder eine hoch gelobte, ausschließlich Computer gesteuerte Vega-C Rakete der EASA gefloppt/abgeschmiert /gescheitert…

„Der erste kommerzielle Start der neuen europäischen Trägerrakete Vega C ins All ist schief gelaufen. Die Rakete kam wenige Minuten nach ihrem Start vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guyana von ihrem Kurs ab, wie Stéphane Israël, Chef des Raketenbetreibers Arianespace in der Nacht zu Mittwoch sagte.

"Leider können wir sagen, dass die Mission verloren ist." Arianespace stufte die Mission als gescheitert ein. Es ist nicht das erste Problem, das es bei einer europäischen Trägerrakete“

Naja, nach allem was man da aktuell weiß, war es ein Triebwerksproblem in der 2 Stufe. Das Zefiro 40 hat nicht gezündet. Da hilft die perfekteste automatische Steuerung nichts mehr.
Oder auch der perfektste Pilot.
Ist daher denke ich ein schlechtes Beispiel für die aktuelle Argumentation.
Beitrag vom 21.12.2022 - 16:42 Uhr
Genau…die Ersparnis an den (Right Seat)Cockpit-Gehältern dürfte minimal sein, da die Kosten dadurch ja woanders (Ground Controller, extensive CoPi Schulungen etc.) stark ansteigen…

Aber da die Computer bis dato eben nicht zuverlässig funzzen, braucht uns das die kommenden Jahrzehnte noch nicht tangieren - gerade gestern ist wieder eine hoch gelobte, ausschließlich Computer gesteuerte Vega-C Rakete der EASA gefloppt/abgeschmiert /gescheitert…

„Der erste kommerzielle Start der neuen europäischen Trägerrakete Vega C ins All ist schief gelaufen. Die Rakete kam wenige Minuten nach ihrem Start vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guyana von ihrem Kurs ab, wie Stéphane Israël, Chef des Raketenbetreibers Arianespace in der Nacht zu Mittwoch sagte.

"Leider können wir sagen, dass die Mission verloren ist." Arianespace stufte die Mission als gescheitert ein. Es ist nicht das erste Problem, das es bei einer europäischen Trägerrakete“

Dieser Beitrag wurde am 21.12.2022 16:44 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 21.12.2022 - 12:48 Uhr
Spart der ersparte Pilot mehr als 5€ bei einem Flug FRA-PMI-FRA? Ganz ehrlich, das ist es nicht wert...


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