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Airbus verfehlt Jahresziel bei Auslieferungen

Condor Airbus A330-900
Condor Airbus A330-900, © Condor

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ARLINGTON - Die Nachfrage nach neuen Flugzeugen boomt, doch die Hersteller Airbus und Boeing kommen wegen angespannter Lieferketten kaum hinterher. Airbus hat deswegen die eigenen Lieferziele gerissen - für die nächsten Jahre ist die Airbus-Spitze um Konzernchef Guillaume Faury aber zuversichtlich.

Im vergangenen Jahr blieb der europäische Airbus-Konzern mit netto 661 ausgelieferten Jets zwar das vierte Jahr in Folge größter Flugzeugbauer vor seinem Rivalen Boeing aus den USA, der auch wegen hausgemachter Probleme nur auf 480 Maschinen kam.

Airbus-Chef Guillaume Faury hatte sich eigentlich 700 Auslieferungen vorgenommen, musste das Ziel jedoch Anfang Dezember kassieren. An seinen Plänen für eine Rekordproduktion in den kommenden Jahren hielt der Manager bei der Vorlage der Zahlen am Dienstagabend jedoch fest. Ein wichtiger Grund dafür sind die immer pralleren Auftragsbücher.

So holte Airbus im abgelaufenen Jahr Bestellungen über 1.078 Verkehrsflugzeuge herein und ließ Boeing mit Aufträgen über 935 Maschinen hinter sich. Nach Abzug von Stornierungen waren es bei Airbus noch 820 Stück, ebenfalls mehr als bei dem Konkurrenten.

Dadurch wuchs der Auftragsbestand weiter: Ende Dezember hatte Airbus Bestellungen über 7.239 Passagier- und Frachtjets in den Büchern und damit rund ein Drittel mehr als Boeing.

Im vergangenen Jahr punktete der US-Konzern erneut mit seinen Großraumjets für die Langstrecke. Bei dem Massengeschäft mit den kleineren Mittelstreckenjets ist Airbus seinem Konkurrenten schon länger enteilt.

Wer heute einen Mittelstreckenjet aus der Modellfamilie Airbus A320neo bestelle, müsse bis 2029 auf die Auslieferung warten, sagte Verkaufschef Christian Scherer in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. "Wir könnten weit mehr A320 verkaufen, wenn wir mehr Kapazität hätten."

Daher will der Hersteller die Produktion der A320neo-Familie bis zum Jahr 2024 auf monatlich 65 Jets und bis 2025 auf 75 Maschinen ausbauen, wie Faury bekräftigte. Das liegt auch an der geplanten Langstreckenversion A321XLR. Schon vor ihrem ersten Testflug im vergangenen Juni hatte Airbus Bestellungen über mehr als 500 Exemplare dieser Variante eingesammelt.

Doch Engpässe bei Triebwerken und anderen Teilen von Zulieferern machen dem Konzern zu schaffen. Die Entwicklung der letzten Monate von 2022 dürfte sich Anfang 2023 fortsetzen, sagte Faury. Auch Boeing will seine Lieferketten und die Produktion stabilisieren, wie der Chef der Verkehrsflugzeugsparte, Stan Deal, sagte.

Wie viele Flugzeuge Airbus im laufenden Jahr ausliefern wird, will der Manager erst bei der Vorlage der Jahresbilanz am 16. Februar prognostizieren. Die 661 Jets von 2022 waren immerhin acht Prozent mehr als im zweiten Corona-Jahr 2021. Ursprünglich hatte Faury sogar 720 Exemplare angepeilt, das Ziel aber schon im Sommer auf 700 heruntergesetzt.

Airbus' Rekord stammt aus dem Jahr 2019, vor Beginn der Corona-Krise: Da hatte der Hersteller über alle Typen hinweg insgesamt 863 Verkehrsflugzeuge an seine Kunden übergeben. Der Hersteller rechnet in den nächsten Jahren mit einem stabilen Aufwärtstrend. "Der Markt is da und die Erholung ist echt", sagte Scherer.

Inzwischen spürt Airbus das auch wieder im Langstreckensegment - in den Programmen A330neo und A350-900 verlässt Airbus ebenfalls die krisengegedämpften Raten.

Konkurrent Boeing lieferte im vergangenen Jahr mit 480 Flugzeugen zwar 41 Prozent mehr aus als noch 2021, doch der einst weltgrößte Flugzeughersteller kommt aus einem tiefen Tal. So bekam er vor allem mehr Mittelstreckenjets vom Typ 737 Max vom Hof - sein meistgefragtes Modell, das aber nach zwei tödlichen Abstürzen ab März 2019 lange Zeit weltweit nicht abheben durfte. Allein 387 Auslieferungen entfielen auf diese Modellreihe.

Boeing liefert wieder 787 aus

Vom Langstreckenjet 787 "Dreamliner" lieferte Boeing 31 Exemplare aus und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Erst im August war ein mehr als einjähriger Auslieferungsstopp für das Modell ausgelaufen. Auf Geheiß der US-Luftfahrtbehörde FAA musste Boeing vorher Produktionsmängel bei dem Flugzeugmodell beheben. Nach den Milliardenbelastungen durch das 737-Max-Debakel kostet der "Dreamliner"-Ärger den Konzern eine Milliardensumme.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 10.01.2023 19:44

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Beitrag vom 12.01.2023 - 08:57 Uhr
@Rambazamba123

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Ach so, wenn keine Abogebühren gezahlt werden müssen, darf der Inhalt und die Technik mies sein. Interessanter Aspekt, na dann...

Ich denke schon, wenn man eine Leistung kostenlos nutzt/ bezieht, dann sollte man sich mit Kritik, Meckerei und unsachlichen Angriffen etwas zurückhalten.

Btw.
Wenn Ihnen hier alles zu "billig und zu schlecht" (nicht nur bei Aero.de - Sie sind ja offensichtlich Fachmann auf fast allen Gebieten rund um die Luftfahrt) ist, dann verabschieden Sie sich doch einfach, lesen und kommentieren nicht mehr.
Ich denke niemand wird Sie vermissen und den Verlust eines Users wird Aero.de sicher verkraften können.
Beitrag vom 11.01.2023 - 19:05 Uhr
@Rambazamba123

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Beitrag vom 11.01.2023 - 18:38 Uhr
@Rambazamba123

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