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Dornier 228 fliegt mit Brennstoffzelle

ZeroAvia Dornier 228
ZeroAvia Dornier 228, © ZeroAvia

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LONDON - EIn 19-Sitzer ist das bisher größte Flugzeug, das von Brennstoffzellen angetrieben wird. ZeroAvia gelang am Donnerstag der Erstflug seiner modifizierten Dornier 228 vom Cotsworld Airport im britischen Gloucestershire. Der Flug dauerte rund zehn Minuten - und umfasste Rollen, Start, eine Platzrunde und Landung.

Dabei erreichte das Brennstoffzellen-Flugzeug eine Höhe von 2.000 Fuß und eine Geschwindigkeit von 120 Knoten. Alle Systeme hätten bei dem ersten Flug wie erwartet funktioniert, teilte ZeroAvia nach dem Test mit.

Das 2017 gegründete britisch-amerikanische Start-up hat die Do228 im Rahmen des von der britischen Regierung mit 12,3 Millionen Pfund geförderten HyFlyer-II-Programms umgerüstet. Vier YASA-Elektromotoren auf einer Welle ersetzen die linke Honeywell-TPE331-Propellerturbine.

Gespeist werden sie von zwei Brennstoffzellenstacks des schwedischen Herstellers PowerCell mit einer kombinierten Ausgangsleistung von 220 kW. Diese sind, inklusive Kühlsystem, im hinteren Teil der Kabine untergebracht. Die Niedertemperatur-Polymerelektrolyt-Brennstoffzellen wandeln 15 Kilogramm mitgeführten, gasförmigen Wasserstoff und Luftsauerstoff in elektrische Energie um.

Batterien nur für die Flugtests

Zur Sicherheit liefern Lithium-Ionen-Batterien in der initialen Flugtestkonfiguration noch einmal soviel Leistung. Künftig will man aber ohne sie auskommen. Batterien und der Wasserstoff-Drucktank (350 bar) befinden sich ebenfalls im Heck der Do228.

Dornier 228 fliegt mit Brennstoffzelle, © ZeroAvia
 
Insgesamt könne die modifizierte Do228 rund 25 Minuten fliegen, sagte Gabriele Teofili, Leiter Flugzeugintegration und Test bei ZeroAvia, bei einer Pressekonferenz nach dem Erstflug.

In der nun folgenden Flugtestkampagne sind bis zu 20 Flüge geplant, zunächst vom Cotswold Airport aus, später aber auch von anderen Flughäfen. Aus den Erkenntnissen soll schließlich die finale Iteration des Brennstoffzellenantriebs ZA600 mit einer Leistung von 600 kW abgeleitet werden, für die man noch dieses Jahr die Zulassung bei der britischen Luftfahrtbehörde CAA beantragen will.

Ab 2025 in Serie

2025 soll das ZA600 in den kommerziellen Dienst gehen. Für diesen Antrieb liegen nach Angaben von Firmengründer Val Miftakhov etwa 500 bis 600 Vorbestellungen vor.

Welches Flugzeug als erstes damit ausgestattet und wer der Erstbetreiber wird, soll bald bekannt gegeben werden. 900 bis 1.000 Vorbestellungen gibt es nach Angaben von Miftakhov für die stärkere, ebenfalls in der Entwicklung befindliche Variante ZA2000 mit zwei Megawatt Leistung.

Nach Angaben von ZeroAvia wird für die Zulassung und die spätere Produktion ein eigener Elektromotor entwickelt. Das Brennstoffzellensystem soll perspektivisch in Gondeln an den Seiten des Flugzeugs unterkommen, die Wasserstofftanks unter den Flügeln.

Ultimativ soll flüssiger Wasserstoff genutzt werden, um Platz zu sparen und größere Flugzeuge mit der Antriebstechnologie auszustatten. Laut ZeroAvia lässt sich die Technologie für einen Einsatz an Regionalflugzeugen mit bis zu 90 Sitzen skalieren.
© FLUG REVUE - UE | Abb.: ZeroAvia | 22.01.2023 15:27

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Beitrag vom 24.01.2023 - 09:16 Uhr
Ich finde die Überschrift:

"Dornier 228 fliegt mit Brennstoffzelle"

nicht irreführend und auch nicht falsch.

Es ist doch ein völlig normaler Vorgang (bei allen neu entwickelten Triebwerken - auch herkömmlicher Art), dass diese erstmal an Flugzeugen mit normalen Triebwerken mitlaufen (meistens sogar 1 von 4, 3 bewährte + das 1 neu entwickelte).

Schon aus Sicherheitsgründen ist das notwendig.

Ich finde diese Meldung sehr erfreulich, vor allem den Umstand das offenbar alles wie geplant funktioniert hat.

Diese Meldung ist somit m.E. eine absolut positive.
Beitrag vom 24.01.2023 - 08:59 Uhr
Hinter den Schlagzeilen verschwindet der traurige Umstand, dass es eigentlich nur ein Motortest ist, da nur eines der beiden Triebwerke elektrisch ist.

Aber ich nehm mal an "Dornier testet elektrisches Triebwerk und Brennstoffzelle an altem Flugzeug" hätte deutlich weniger Presseecho erezeugt.
Beitrag vom 23.01.2023 - 14:08 Uhr
Stimmt, aber das ist bei einem Testträger mit 1 x Turbine und 1 x Elektromotor vermutlich eh schwer rauszuhören.


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