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Wie Airbus die A220 zur Perfektion bringen will

Airbus A220-300
Airbus A220-300, © Airbus

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ISTANBUL - Mehr Sitze, mehr Reichweite - und eventuell LEAP-Triebwerke: Airbus hat konkrete Vorstellungen für die nächsten Schritte im A220-Programm. Über die redet der Hersteller zunehmend öffentlich. Eine dritte Modellvariante ist gesetzt - und Airbus berät mit potenziellen Kunden nicht nur über deren Länge.

Ende Mai sah sich Airbus zu einer Klarstellung gezwungen: Nein, "im gegenwärtigen Marktumfeld" werde der Hersteller auf der Paris Air Show keine A220-500 vorstellen, nahm der Hersteller anderslautenden Gerüchten den Wind aus den Segeln.

Ein Stretch des Einstiegsmodells auf 170 Sitze gilt aber als ausgemacht. "Eine längere Version ist für die A220 am Ende logisch", bekräftigte Airbus-Marketingchef Christian Scherer in einem Interview mit "Bloomberg" die Pläne. Die gehen weit über eine größere Kabinenfläche hinaus.

"Ein Flugzeug sollte so flexibel wie möglich einsetzbar sein", sagte Scherer. Daher werde Airbus die Rufe europäischer A220-Betreiber nach mehr Sitzen an Bord und Forderungen von US-Kunden nach einer Reichweite, die Flüge zwischen Ost- und Westküste ermöglicht, mit der A220-500 "in einem Flugzeug" umsetzen.

LEAP-Triebwerke für die A220

Parallel befasst sich Airbus mit der Triebwerksfrage. Derzeit ist die A220 allein mit PW1500G Triebwerken erhältlich. Die Getriebefan-Triebwerke von Pratt & Whitney zeigen im Betrieb technische Schwächen - verkürzte Wartungsintervalle und streng rationierte Ersatzteile legen einen Teil der weltweiten A220-Flotte lahm.

Airbus will mittelfristig CFM in das Programm einspannen - und laut Kreisen die A220-500 vom Start Weg auch mit LEAP-Triebwerken anbieten. "Wir sehen uns Triebwerksoptionen an", sagte Scherer.

Die Sache sei zwar längst nicht ausgemacht, "aus Vertriebssicht würde ich mir das aber wünschen - wir erhalten hierzu viel positive Resonanz".

Derzeit steckt Airbus mit der A220 im kanadischen Stammwerk Mirabel und an der US-Linie Mobile aber mitten im Hochlauf. Bis 2025 will Airbus die Rate von aktuell sechs auf 14 A220 pro Monat anheben.

Mit einer A220-500 reußt Airbus zwar Grenzen zur A320neo ein. Überschneidungen will der Konzern aber in Kauf nehmen: Zum einen ist die A320neo-Produktion ohnehin über fast sieben Jahre in die Zukunft ausverkauft, zum anderen will Airbus das Programm ohnehin stärker auf die margenstarken Endstufen A321neo, A321LR und A321XLR ausrichten.
© aero.de | Abb.: Airbus | 09.06.2023 09:06


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