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EASA sieht strukturelle Sicherheitsdefizite in Griechenland

Air Mediterranean Boeing 737-700
Air Mediterranean Boeing 737-700, © Air Mediterranean

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FRANKFURT - 14 griechische Flughäfen reißen laut EU-Kommission seit Jahren europäische Betriebsvorschriften. Die europäische Luftfahrtaufsicht EASA nimmt Vorort-Kontrollen vor. Mindestens drei griechische Flugunternehmen werden laut Medienberichten ebenfalls einem EASA-Audit unterzogen.

Die EU-Kommission sieht strukturelle Sicherheitsprobleme im griechischen Luftverkehr. Die EASA wird zehn zivile und vier vom Militär betriebene Flughäfen mit teilziviler Nutzung kontrollieren.

Dabei soll die "Effektivität der Aufsicht" durch die griechische Luftfahrtbehörde HCAA überprüft werden, berichtete zunächst die Zeitung "Documento". Die HCAA hat nach Ansicht der EASA die Überprüfung und Durchsetzung von Sicherheitsvorschriften seit 2017 schleifen lassen.

"Untersuchungen der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) haben ergeben, dass die zuständige zivile Luftsicherheitsbehörde in Griechenland (HCAA) nicht die vorgeschriebenen Konformitätsprüfungen gemäß der Verordnung (EU) 965/2012 der Kommission durchgeführt hat", teilte die EU-Kommission mit.

Zehn griechische Flughäfen seien nicht ordungsgemäß zertifiziert. "Griechenland konnte außerdem nicht nachweisen, dass auf vier vom Militär betriebenen Flugplätzen, die auch öffentlich genutzt werden können, das erforderliche Maß an Sicherheit und Interoperabilität mit zivilen Systemen erreicht wurde", heißt es aus Brüssel.

Von den Kontrollen betroffen ist unter anderem der Flughafen Heraklion auf der Ferieninsel Kreta. In Patras, Skiros und Lemnos finden ebenfalls Checks statt. Vom Frankfurter Flughafen-Konzern Fraport in Griechenland betriebene Flughäfen stehen nicht auf der Prüfliste.

Vertragsverletzungsverfahren

Die EU-Kommission leitete am 14. Juli ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Griechenland ein, "weil das Land die EU-Vorschriften zur Überprüfung der Konformität von Luftfahrtunternehmen und zur Durchführung der Aufsichtstätigkeiten in der zivilen Flugsicherheit nicht umgesetzt hat und die EU-Vorschriften über die Zertifizierung von Flugplätzen nicht einhält."

Laut "CH-Aviation" wird sich das EASA-Audit auch auf mindestens drei griechische Flugbetriebe erstrecken - die Charterairlines Lumiwings und Air Mediterranean und den Business-Jet-Anbieter Life Line.

Griechenland hat jetzt bis Mitte September Zeit, auf das Anforderungschreiben aus Brüssel zu reagieren. Die HCAA kündigte bereits ihre Kooperation an.
© aero.de | Abb.: Air Mediterranean | 18.08.2023 09:29

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Beitrag vom 18.08.2023 - 21:06 Uhr
Ja liebe FRAPort - Ärmel hoch und anpacken! Falls es auch um die von diesem Unternehmen betrieben Plätze geht.

Vielleicht hätte man ja ggf. den Zeitraum der Coronazeit für Investitionen nutzen sollen, statt auf die nächste reguläre Saison zu warten.
Na ja, Gewinnmaximierung...

Lesen hilft, es steht ja im Text, dass die Fraport Airports NICHT betroffen sind….
Beitrag vom 18.08.2023 - 16:27 Uhr
Ja liebe FRAPort - Ärmel hoch und anpacken! Falls es auch um die von diesem Unternehmen betrieben Plätze geht.

Vielleicht hätte man ja ggf. den Zeitraum der Coronazeit für Investitionen nutzen sollen, statt auf die nächste reguläre Saison zu warten.
Na ja, Gewinnmaximierung...
Beitrag vom 18.08.2023 - 12:13 Uhr
Und was ist mit der völlig überforderten, vermutlich mit völlig veraltetem Gerät ausgestatteten, Flugsicherung? Überlastete Frequenzen, bis heute kein CPDLC, usw.

Von Effizienz wollen wir erst einmal garnicht sprechen… ich zweifelte jedoch das eine der andere Mal an der Sicherheit, weil die armen Lotsen kurz davor waren, die Übersicht zu verlieren…


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