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Emirates sieht Korrekturbedarf bei A350-Triebwerken

Airbus A350-1000
Airbus A350-1000, © Airbus

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DUBAI - Sand und Hitze verkürzen die Wartungszyklen des A350-1000-Triebwerks. Emirates will das Flugzeug zumindest vorläufig nicht bestellen - und übt harsche Kritik am Trent XWB-97. Triebwerkshersteller Rolls-Royce und Airbus sehen beim A350-Triebwerk kein grundsätzliches Leistungsproblem.

Airbus kann auf der Luftfahrtmesse in Dubai nicht mehr mit einer Bestellung von Emirates rechnen. Deren Chef Tim Clark erteilte dem Konzern eine vorläufige Absage.

Er werde keine Maschinen vom Airbus-Modell A350-1000 bestellen, bevor der Triebwerkshersteller Rolls-Royce einen Missstand bei den Antrieben behoben habe, sagte der Manager am Dienstag vor Journalisten in Dubai. Eigentlich ist Emirates laut Clark am Kauf von 35 bis 50 Exemplaren interessiert. Von der kleineren Variante A350-900 hat die Airline schon 50 bestellt.

Am Montag hatte die arabische Fluggesellschaft beim US-Flugzeugbauer Boeing insgesamt 95 Großraumjets der Typen 777X und 787 "Dreamliner" bestellt. Airbus hatte gehofft, einen ähnlichen Erfolg einzufahren.

Am Airbus A350-1000 kritisierte Emirates-Chef Clark die Wartungszyklen der Triebwerke. Die Antriebe könnten nur etwa "ein Viertel" der Zeit an den Tragflächen bleiben, die er für notwendig erachte. Aus Clarks Sicht ist das Triebwerk damit "fehlerhaft".

Airbus A350 hat der Käufer keine Wahl: Der britische Hersteller Rolls-Royce baut den einzigen Triebwerkstyp für dieses Modell.

"Unter günstigen Betriebsbedingungen funktioniert das Triebwerk wirklich gut", entgegnete Rolls-Royce Vertriebschef Ewen McDonald "Reuters". "Aber unter sandigen, heißen Bedingungen ist es, wie alle modernen Motoren, mit Herausforderung konfrontiert, weil die Temperaturen sehr hoch sind."

Airbus-Verkaufschef Christian Scherer sagte, der Antrieb der A350 sei "vollkommen in Ordnung" und verwies auf die zahlreichen Bestellungen in diesem Jahr.

GEnx oder UltraFan für A350neo?

Rolls-Royce ist mit dem Trent XWB-84 für die A350-900 und dem Trent XWB-97 für A350-1000 und A350F der einzige Triebwerkspartner im wichtigsten Interkontprogramm. Für die A350-900 hatten Airbus und Rolls-Royce den Exklusivvertrag zuletzt bis 2030 verlängert.

Zuvor hatte Airbus die Option einer A350neo mit einem alternativen Triebwerk geprüft - General Electric hatte Airbus laut Kreisen eine auf die A350-900 abgestimmte Version des GEnx angeboten. Bis 2030 soll allerdings auch der sparsame UltraFan-Antrieb von Rolls-Royce serienreif sein.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 15.11.2023 08:39

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Beitrag vom 16.11.2023 - 11:29 Uhr
Einerseits ist es natürlich taktisch ungeschickt, wenn man bei seinem wichtigsten Langstreckenflugzeug einem Triebwerkhersteller quasi ein Monopol mit nur einer Triebwerksversion gibt. Andererseits bestellt Emirates gerade wie blöd Flugzeuge bei Boeing, von dene die Auslieferung von Jahr zu Jahr verschoben wird, und zwar mitunter wegen Problemen mit den hochgezüchteten Triebwerken.
Beitrag vom 15.11.2023 - 13:08 Uhr
"Aber unter sandigen, heißen Bedingungen ist es, wie alle modernen Motoren, mit Herausforderung konfrontiert, weil die Temperaturen sehr hoch sind."

Nein nein, die Triebwerke der bestellten 779 laufen unter solchen Bedingungen total problemlos, deshalb hat man ja so viele bestellt ;) ;)


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