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Vulkanausbruch auf Island

Icelandair Boeing 737 MAX 9
Icelandair Boeing 737 MAX 9, © Boeing

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REYKJAVIK - Wochenlang bebte auf Island die Erde. Die Menschen befürchteten, dass es zu einem vulkanischen Ausbruch kommen könnte. Jetzt ist es soweit. Ein Vulkanologe rechnet damit, der Ausbruch könnte bis zu zehn Tage andauern - die Luftfahrt ist bisher nicht beeinträchtigt.

Nach einer wochenlangen Erdbebenserie hat es auf der Reykjanes-Halbinsel in Island am späten Montagabend einen vulkanischen Ausbruch gegeben.

Das teilte das isländische Wetteramt mit. Die Eruption habe nördlich des Ortes Grindavík gegen 22.17 Uhr (Ortszeit) begonnen, warnte das Institut auf seiner Homepage in der Nacht zu Dienstag. Auf Filmen und Fotos auf der Plattform X waren orange-rot glühende Lava-Fontänen zu sehen, die in den dunklen Nachthimmel schossen und diesen hell erleuchteten.

Die Polizei forderte Schaulustige auf, sich der Lava nicht zu nähern. Der Ort Grindavik war aus Sorge vor einem Ausbruch bereits im November geräumt worden.

Der Spalt vergrößerte sich im Laufe der Nacht und wuchs bis zum frühen Morgen auf etwa vier Kilometer an, wie ein Vulkanologe sagte. Der Riss ist Experten zufolge um ein Vielfaches länger als bei den Ausbrüchen der vergangenen Jahre auf der Halbinsel Reykjanes.

Auch der Lavastrom sei viel größer, etwa 100 bis 200 Kubikmeter Lava pro Sekunde strömten aus dem Spalt heraus. Der Zivilschutz rief die Notfallstufe aus.

Vukanausbruch auf Island, © XSL
 
Der Vulkanologe Ármann Höskuldsson sagte, der Riss erstrecke sich Richtung Grindavík. Glücklicherweise fließe keine Lava in Richtung der dortigen Kraftwerke. Gebäude seine derzeit nicht gefährdet, hieß es. Die Eruption könnte seiner Einschätzung nach eine Woche bis zehn Tage andauern, sagte Höskuldsson dem isländischem Rundfunksender RÚV.

Der Geophysiker Benedikt Ofeigsson von der isländischen Wetterbehörde sagte örtlichen Medienberichten zufolge, die Eruption sei am Sundhnjúka-Krater lokalisiert worden. Derzeit sei es schwer zu sagen, ob Infrastruktur oder der Ort Grindavík in Gefahr seien. Islands Präsident Gudni Jóhannesson schrieb auf Facebook, es sei noch unklar, welchen Schaden der Ausbruch anrichten könnte. Er bat die Menschen vor Ort, "in diesem gefährlichen Moment" allen Empfehlungen der Rettungsdienste zu folgen.

Der Bürgermeister von Grindavík, Fannar Jónasson, sagte, er sei vom Zeitpunkt des Ausbruchs etwas überrascht gewesen, da sich die Erdbeben in den letzten Tagen etwas beruhigt hätten.

Der Ausbruch war allerdings befürchtet worden - in den vergangenen Wochen hatten sich Hunderte Erdbeben ereignet. Das Fischerdorf Grindavík war deswegen im November geräumt worden. Rund 4.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Zuletzt durften Einwohner von Grindavík ihre Häuser zwar tagsüber wieder betreten. Gänzlich zurückkehren durften sie demnach aber nicht.

Flughäfen bleiben in Betrieb

Grindavík liegt nur wenige Kilometer vom internationalen Flughafen Keflavik entfernt. Unmittelbar nach dem Ausbruch galt für den Flugverkehr protokollgemäß die höchste Alarmstufe Rot mit einer kurzzeitigen Einstellung des Betriebs.

Inzwischen wurde die Warnstufe auf Orange gesenkt. "Der Betrieb an den Flughäfen Keflavík und Reykjavík verläuft, die Flughäfen sind geöffnet", teilte der isländische Flughafenbetreiber Isavia mit. Icelandair berichtete nicht über Störungen.

"Es gibt keine Beeinträchtigungen, die Flugkorridore sind offen", bekräftigte auch Islands Regierung am Dienstagmorgen.

Nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull 2010 hatten Aschewolken den Flugbetrieb über weite Teile Nordeuropas wochenlang eingeschränkt.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Boeing, Almannavanir | 19.12.2023 06:48


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