Gericht stoppt Übernahme
Älter als 7 Tage

Aktien von Spirit Airlines brechen brutal ein

Spirit Airlines Airbus A320neo
Spirit Airlines Airbus A320neo, © Airbus

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WASHINGTON - Die 3,8 Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Billigfliegers Spirit durch den Konkurrenten Jetblue ist vor Gericht blockiert worden. Der Richter in Boston befand, dass der Zusammenschluss zu weniger Wettbewerb und höheren Preisen für Verbraucher führen werde.

Er gab damit den Kartellwächtern der Regierung Recht, die gegen den Deal vor Gericht gezogen waren. Die Spirit-Aktie brach nach der Entscheidung zeitweise um rund 50 Prozent ein. Die Airlines können noch vor ein Berufungsgericht gehen.

Jetblue hatte sich im Sommer 2022 nach monatelangem Bieterstreit gegen den Rivalen Frontier durchgesetzt und den Zuschlag für den Kauf von Spirit erhalten. Spirits Verwaltungsräte hatten dabei zunächst lange Zeit das niedrigere Angebot von Frontier vorgezogen, da sie an einer kartellrechtlichen Genehmigung eines Deals mit Jetblue zweifelten.

Jetblue hatte betont, auch zusammen seien Spirit und Jetblue noch deutlich kleiner als die vier größten Fluggesellschaften des Landes. Das Argument war, der Wettbewerb im US-Luftverkehr werde durch die Fusion mit Spirit sogar gefördert. Denn zusammen könne man den etablierten Airlines an mehr Orten Konkurrenz machen - was zu niedrigeren Preisen führen werde.

Richter William Young akzeptierte zwar, dass der Deal vermutlich den Druck auf die großen US-Airlines erhöhen würde. Zugleich verwies er jedoch auf den wahrscheinlichen Schaden für Reisende, die sich heute auf die niedrigen Preise von Spirit verließen. Alle Verbraucher profitierten heute davon, dass Spirit Druck auf die Branche ausübe, schrieb er.
© dpa-AFX | 16.01.2024 20:59

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Beitrag vom 17.01.2024 - 14:17 Uhr
Die Aktionäre bei Spirit haben auf jeden Fall ordentlich daneben gegriffen. Trotz mehrfacher Warnungen des Managements, dass es erhebliche Probleme bei der Übernahme durch JetBlue geben wird, hat man gegen eine Frontier-Übernahme gestimmt, weil man nur die Kohle gesehen hat. Jetzt fährt Spirit dadurch womöglich komplett gegen die Wand und sollte Frontier noch interessiert sein, dann bestimmt nicht mehr zu dem Preis, den sie ursprünglich vorgelegt haben.
Beitrag vom 17.01.2024 - 12:22 Uhr
Gut dass die Richter darauf achten dass es weiter einen so hohen Preisdruck gibt. Nicht dass Boeing am Ende wieder auf Qualität setzen kann, anstatt auf Wirtschaftlichkeit ohne Flugsicherheit.

Erst einmal fliegt Spirit Airbus und keine Boeings. JetBlue fliegt auch nur Airbus. Dies war mit ein Grund der Übernahme bzw. des Versuches. Wenn Spirit so viel Druck im unteren Preissegment ausübt und der Richter es gut heißt, liegt es nicht daran, weil die mit "billig" Boeing fliegen. Zumal Spirit eine sehr gute Sicherheitsbilanz haben. Auch der Marktführer LCC in Europa hat eine sehr gute Sicherheitsbilanz. Dieser fliegt jedoch mit Boeings.

Weder war der letzte MAX Vorfall noch die beiden MAX Abstürze auf billige Tickets zurück zu führen noch haben die Fluglinien hier einen Anteil. Boeing verkauft billig weiles Mist baut seit der Übernahme der GE Leute welche durch McD sich nach Boeing geschlichen haben um dort eine weitere Firma auszuplündern statt in das Produkt zu investieren.

Vermutlich wird Frontier es wieder probieren. Mal schauen ob die es dürfen. Hier scheint der Schutz der großen 4 eher das Motiv zu sein als der Schutz der Kunden.
Immerhin hatte JetBlue ja bereits einiges auch aufgegeben.

Beitrag vom 17.01.2024 - 11:15 Uhr
Das haben zwischenzeitlich auch die Behörden begriffen und achten offenbar auf genügend Wettbewerb. In diesem Fall wird der Schuss allerdings nach hinten losgehen, denn Spirit wird in Kürze Konkurs anmelden…

Naja, meines Verständnisses nach ist das in den USA ja kein großes Ding. Einmal Chapter 11 und dann gehts wieder los. Hat ja gefühlt jede große Airline in den USA bereits hinter sich.


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