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Lufthansa Cargo richtet Rennstrecke für Temu ein

Lufthansa Cargo in Frankfurt
Lufthansa Cargo in Frankfurt, © A. Mohl

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FRANKFURT - E-Commerce-Apps aus China sind in Europa extrem erfolgreich - und umstritten. Das enorme Paketaufkommen von Shein und Temu lastet zunehmend auf internationalen Transportwegen. Nach Informationen von aero.de will Lufthansa Cargo in Kürze eine Linie nur für Temu fliegen.

Lufthansa Cargo arbeitet kurzfristig an einer neuen Linie nach China. Das erfuhr aero.de aus Lufthansa-Kreisen. Ab April wird eine 777F an drei Verkehrstagen in der Woche zwischen Frankfurt und Zhengzhou hin- und herfliegen, sagte eine mit der Sache vertraute Person.

Die neue Rennstrecke FRA - CGO basiert demnach auf einer Exklusiv-Buchung der chinesischen E-Commerce-Plattform Temu. Noch werde geprüft, wie Lufthansa Cargo die zusätzlichen Flüge nach Zhengzhou im Flugplan abbilden kann, Personalkapazität ist derzeit knapp.

Lufthansa Cargo will sich auf Nachfrage nicht zu dem Thema äußern. Temu war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die E-Commerce-App sorgt seit Monaten mit Preiskrachern für Aufsehen. Temu ist auf dem Markt nicht allein. Der Modeversender Shein und die Plattform AliExpress überschwemmen den Weltmarkt ebenfalls mit billiger Massenware aus China.

Die Geschäftsmodelle stehen zunehmend in der Kritik. Nicht immer ist der Zollwert auf den Sendungen korrekt deklariert - und längst nicht jedes Produkt erfüllt strenge EU-Normen. Wettbewerber warfen den Plattformen zuletzt unfaire Handelspraktiken und sogar Verbrauchergefährdung vor.

Der Verband Toys Industries of Europe (TIE) hatte Ende 2023 eigenen Angaben nach stichprobenartig 19 Spielzeuge über Temu erworben. Keines entsprach demnach den geltenden Vor­schriften für Spielzeug in der EU, 18 entsprachen nicht den Spielnormen der EN 71-Reihe.

So habe bei einem Schleim-Spielzeug der Gehalt des Halbmetalls Bor 11-mal höher als der gesetzliche Grenzwert für Spielzeug gelegen. Bei anderen Spielzeugen habe die Gefahr bestanden, dass Kinder an Kleinteilen ersticken oder sich verletzen könnten. Temu hatte die beanstandeten Produkte daraufhin ausgelistet.

Auch der Versandhändler Otto geht hart mit den Konkurrenten ins Gericht. "E-Commerce-Anbieter, die tagtäglich tausende Tonnen billigst produzierter Waren um den halben Globus fliegen, blenden Themen wie den Klimawandel oder den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen scheinbar komplett aus", sagte Otto-Bereichsvorstand Marc Opelt am Montag in Hamburg.

400.000 Pakete nach Deutschland - pro Tag

Dem Erfolg der Plattformen schadet das bislang nicht - nach Recherchen der Nachrichtenagentur "Reuters" versenden Temu und Shein täglich 400.000 Pakete allein nach Deutschland, das meiste per Luftfracht. Das globale Versandaufkommen vom Temu und Shein schätzen Experten auf 4.000 bis 5.000 Tonnen - pro Tag.

Der rasante Aufstieg der E-Commerce-Apps sprengt an manchen Ecken bereits das Netz. Bei Luftfrachtairlines treibt das die Gewinne. "Reuters" berichtet über rasant steigende Luftfrachtraten und zunehmend knappe Kapazitäten im Markt - allerdings auch über eigene Airlinepläne bei Temu: Die Plattform soll den Markt gerade nach verfügbaren Frachtern abklopfen.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: A. Mohl | 28.02.2024 12:58

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Beitrag vom 03.03.2024 - 12:40 Uhr
Schön, eigentlich alles, was ich oben beschrieben habe.

Eigentlich genau nicht :)

Denn Ihr Post suggeriert im folgenden Zitat ja (ok, das ist zumindest meine Interpretation), diese Diskussion wäre hier und jetzt sinnlos.
Das ist doch die ewig selbe Schleife. Es gibt immer jemanden, der etwas nicht gut findet. Was sollte man da machen, ihrer Meinung nach?

Ich denke das habe ich mit "aktive Meinungsbildung" beantwortet.
Beitrag vom 03.03.2024 - 11:32 Uhr
Worauf wollen Sie hinaus?
OK, vielleicht nochmal deutlicher:

Dann fliegt halt jemand anders!

Wenn ich diesen Wald nicht brandrode, rodet ihn halt jemand anders!
Wenn ich diese Gift nicht im Meer verklappe, verklappt es halt jemand anders!
Wenn ich dieses Nashorn nicht schieße, schießt es halt jemand anders!

Dieses Argument ist beinahe universal anwendbar...
... denn es ist nicht falsch. Wenn es legal ist und gesellschaftlich nicht geächtet, dann wird jemand den Buiness Case sehen und es machen. Warum auch nicht?

Sie scheinen bei dieser Argumentation davon auszugehen, die gesellschaftliche Akzeptanz von Verhalten (und zeitlich folgend die Gesetzeslage) sei konstant.
Ist sie nicht.

Großflächige Brandrodung, Verklappung, Großwildjagd auf bedrohte Arten waren alle so vor 30-50 Jahren mal weltweit Business as usual. In vielen Weltgegenden noch heute.
In Europa dagegen sind alle diese Verhalten seit langem gesellschaftlich geächtet und mittlerweile auch illegal.

Das ist doch die ewig selbe Schleife. Es gibt immer jemanden, der etwas nicht gut findet. Was sollte man da machen, ihrer Meinung nach?

Der erste Schritt zu Veränderung war damals und ist auch heute, Problembewusstsein bei einer Mehrheit zu schaffen - was man durch Diskussionen, durch ein Ansprechen eines Verhaltens als Problem in Foren durchaus erreichen kann.

Das gilt auch beim Transport von Billigschrott via Luftfracht.
Heute noch Business as usual "sonst macht es halt ein anderer".
2030 vielleicht gesellschaftlich geächtet illegal - wer weiß?

Solange dieser Wunsch keine breite Mehrheit findet, ist es einfach nur ein Wunsch von vielen. Also für sich selbst das Verhalten danach ausrichten und, wenn es wirklich wichtig ist, Mehrheiten bilden. Sieht man ja gerade auf der Straße bei den Demonstrationen.

Generell: Brüllend durch Straßen zu marschieren ist nicht so mein Ding.
Diskussionen können im ersten Schritt mMn sogar besser zur Meinungbildung beitragen. Geht ja drum erst mal Leute zu überzeugen.
Wenn man dann glaubt eine Mehrheit zu haben, dann erst können Demonstrationen überhaupt was bringen.

Schön, eigentlich alles, was ich oben beschrieben habe.
Beitrag vom 03.03.2024 - 09:08 Uhr
Worauf wollen Sie hinaus?
OK, vielleicht nochmal deutlicher:

Dann fliegt halt jemand anders!

Wenn ich diesen Wald nicht brandrode, rodet ihn halt jemand anders!
Wenn ich diese Gift nicht im Meer verklappe, verklappt es halt jemand anders!
Wenn ich dieses Nashorn nicht schieße, schießt es halt jemand anders!

Dieses Argument ist beinahe universal anwendbar...
... denn es ist nicht falsch. Wenn es legal ist und gesellschaftlich nicht geächtet, dann wird jemand den Buiness Case sehen und es machen. Warum auch nicht?

Sie scheinen bei dieser Argumentation davon auszugehen, die gesellschaftliche Akzeptanz von Verhalten (und zeitlich folgend die Gesetzeslage) sei konstant.
Ist sie nicht.

Großflächige Brandrodung, Verklappung, Großwildjagd auf bedrohte Arten waren alle so vor 30-50 Jahren mal weltweit Business as usual. In vielen Weltgegenden noch heute.
In Europa dagegen sind alle diese Verhalten seit langem gesellschaftlich geächtet und mittlerweile auch illegal.

Das ist doch die ewig selbe Schleife. Es gibt immer jemanden, der etwas nicht gut findet. Was sollte man da machen, ihrer Meinung nach?

Der erste Schritt zu Veränderung war damals und ist auch heute, Problembewusstsein bei einer Mehrheit zu schaffen - was man durch Diskussionen, durch ein Ansprechen eines Verhaltens als Problem in Foren durchaus erreichen kann.

Das gilt auch beim Transport von Billigschrott via Luftfracht.
Heute noch Business as usual "sonst macht es halt ein anderer".
2030 vielleicht gesellschaftlich geächtet illegal - wer weiß?

Solange dieser Wunsch keine breite Mehrheit findet, ist es einfach nur ein Wunsch von vielen. Also für sich selbst das Verhalten danach ausrichten und, wenn es wirklich wichtig ist, Mehrheiten bilden. Sieht man ja gerade auf der Straße bei den Demonstrationen.

Generell: Brüllend durch Straßen zu marschieren ist nicht so mein Ding.
Diskussionen können im ersten Schritt mMn sogar besser zur Meinungbildung beitragen. Geht ja drum erst mal Leute zu überzeugen.
Wenn man dann glaubt eine Mehrheit zu haben, dann erst können Demonstrationen überhaupt was bringen.


Dieser Beitrag wurde am 03.03.2024 09:17 Uhr bearbeitet.


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