Kompensation
Älter als 7 Tage

Gericht schränkt Werbemöglichkeiten für CO2-Ausgleich ein

Eurowings Airbus A320neo
Eurowings Airbus A320neo, © Eurowings

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KÖLN - Airlines bieten viele Möglichkeiten zur CO2-Kompensation. Der unmittelbare Ausgleich mit nachhaltigem Treibstoff (SAF) ist teuer, der Kraftstoff nur in begrenzter Menge vorhanden. Klimaprojekte stellen Flugbuchungen ebenfalls klimaneutral - das sieht ein Gericht nun allerdings anders.

Wann ist mein Flug "CO2-neutral"? Lufthansa bietet Passagieren ein breites Spektrum an Möglichkeiten zur Teil- oder Vollkompensation der anteiligen CO2-Emissionen. Die Stellschrauben: SAF und Klimaprojekte. In den "Green Fares" ist Kompensation sogar schon direkt im Tarif enthalten.

Inzwischen bucht - immerhin - einer von 25. Lufthansa-Passagieren Kompensation in der einen oder anderen Form mit. Ein aktuelles Urteil des Landgerichts Köln (81 O 32/23) dürfte Airlines die weitere Überzeugungsarbeit merklich erschweren.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte sich an Werbeaussagen von Eurowings gestoßen - und geklagt. Die Essenz des Urteils: Airlines dürfen längst nicht jedes Klimaprojekt heranziehen, um eine Flugbuchung CO2-neutral zu stellen.

Im Fall von Eurowings betraf das aus dem Kompensationstopf geförderte Waldschutzprojekte. Denn die seien wegen ihrer kurzen Laufzeit "nicht geeignet, eine tatsächliche Kompensation zu erreichen", zitiert die DUH aus dem Urteil.

Eurowings prüft Berufung

"Eurowings bedauert, dass das Gericht ihrer Argumentation nicht gefolgt ist und wird jetzt die Einlegung eines Rechtsmittels prüfen", sagte eine Sprecherin aero.de. "In dem Verfahren ging es um eine Version der Internetseite aus dem Jahr 2022, die in der Zwischenzeit umfassend überarbeitet wurde."
© aero.de | Abb.: Eurowings, Flughafen Düsseldorf | 09.04.2024 06:22

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Beitrag vom 09.04.2024 - 11:30 Uhr
Wenn man sich mal die Mühe macht, entsprechende Angebote durchzulesen und auf ihre Sinnhaftigkeit zu prüfen, dann kann man sich leicht verdummt vorkommen.
Dann wird z. B. eine NGO in D unterstützt, die eine NGO in z. B. Afrika unterstüzt, die die lokale Bevölkerung in Sachen Umwelt augklärt. Das ist recht lieb, nett und u. U. sehr gut, hat aber nur sehr wenig mit der Reduktion des im kommenden Fluges emitierten CO2 zu tun.
Weshalb übernimmt z. B. LH nicht direkt die Verantwortung für die Speicherung (ggf. temporär in Wäldern) von CO2? (temporär, weil beim Zerfall von Biomasse in der Biosphär am Boden immer CO2 bzw. C-Verbindungen ventstehen.)
Wenn wir unser altes Klima wiederhaben wollen, müssten wir CO2 etc. aus der Luft entnehmen und weniger Abwärme erzeugen....
Beitrag vom 09.04.2024 - 08:30 Uhr
Wenn nicht mehr damit geworben werden darf sind vermutlich noch weniger Menschen interessiert, das hilft ja ungemein.
Über die Sinnhaftigkeit von einzelnen Projekten lässt sich ja streiten, aber manchmal ist eben schlecht besser als gar nicht....

Das sehe ich nicht so.
Die bisherige "Kompensation" ist ähnlich dem Ablasshandel im Mittelalter aufgebaut.
Es wird ein gutes Gewissen vermittelt, ohne dass ein Grund dafür vorhanden wäre.

In dem Bereich gibt es heute einige unfassbar zynische, aber sehr billige Angebote, wie zB "ich werde meinen bestehenden Wald die nächsten 5 Jahre nicht fällen"), gegen die hier offenbar geklagt wurde.
In diesen Angeboten wird exakt gar nichts real, sondern nur auf dem Papier "kompensiert" und das auch nur für einen sehr begrenzten Zeitraum, während das CO2 permanent freigesetzt wurde.
Ein Flug mit einer solchen Papier-Kompensation schadet der Umwelt ganz genau so wie ein Flug ohne.

Wer die Umwelt schonen (oder zumindes weniger belasten) will, sollte seine Flüge minimieren und nicht für 20 Ocken pro Flug einen Ablassbrief kaufen.

Dieser Beitrag wurde am 09.04.2024 08:35 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 09.04.2024 - 07:47 Uhr
Wenn nicht mehr damit geworben werden darf sind vermutlich noch weniger Menschen interessiert, das hilft ja ungemein.
Über die Sinnhaftigkeit von einzelnen Projekten lässt sich ja streiten, aber manchmal ist eben schlecht besser als gar nicht....


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