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Lufthansa Cargo will Crew-Kosten spürbar senken

Lufthansa Cargo in Frankfurt
Lufthansa Cargo in Frankfurt, © A. Mohl

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FRANKFURT - Lufthansa Cargo tritt mit konkreten Kostenforderungen an ihre Piloten heran. Die Aufwendungen pro Blockstunde liegen nach Rechnung der Airline "deutlich über Marktschnitt". In den nächsten drei Monaten will Lufthansa Cargo mit den Piloten über Einsparpotenziale in zweistelliger Millionenhöhe beraten.

In der Krise schossen bei Lufthansa Cargo die Gewinne durch die Decke: 2022 dämmte das starke Logistikgeschäft mit 1,6 Milliarden Euro Betriebsgewinn den Konzernverlust ein.

Unter normalisierten Marktbedingungen blieben bei Lufthansa Cargo 2023 immerhin noch 214 Millionen Betriebsgewinn hängen. Darauf will die Sparte aufbauen.

"Nach 20 Jahren ohne jedes Wachstum, ist profitables Wachstum unsere strategische Priorität", richtet sich der Lufthansa Cargo-Vorstand um CEO Ashwin Bhat direkt an die Cargo-Piloten. Das Schreiben liegt aero.de vor.

Lufthansa Cargo hat 2022 sieben Boeing 777-8F bestellt und investiert in Frankfurt 600 Millionen Euro in neue Anlagen.

Die Investitionen werden eng vom Kosten- und Produktivitätsprogramm "Bold Moves" flankiert. Ein Punkt des im Januar 2024 verabschiedeten Konzepts: Die Personalkosten. Denn die sind Lufthansa Cargo am Boden und in der Luft im Vergleich zu hoch.

30 bis 35 Millionen Euro

"Die Crew-Aufwendungen pro Blockstunde liegen deutlich über Marktschnitt", stellt das Management in dem Schreiben fest.

Gemessen an rund 60.000 Blockstunden im Jahr 2023 schätze man die Kostendifferenz zu Wettbewerbern auf "30 bis 35 Millionen Euro" - rund 500 Euro pro Blockstunde. "Das Problem ist, dass unsere Kunden das nicht bezahlen."

Das Schreiben nennt bereits einen Ansatzpunkt für Kostensenkungen im Cockpitbereich: Viel Produktivität geht bei Lufthansa Cargo derzeit offenbar durch "Deadheading" verloren - also durch Reisen von Piloten zum nächsten Einsatzort, die als Dienstzeit gelten.

Bis Ende Juli will das Management mit Personalvertretern über Ideen und Maßnahmen zu Produktivitätssteigerung beraten.
© aero.de | Abb.: Lufthansa Cargo | 29.04.2024 09:58

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Beitrag vom 03.05.2024 - 09:33 Uhr
Noch einmal…auch wenn ich den ganzen Monat Zuhause rumsitze oder im Flugzeug am Boden rumstehe …ich werde dafür bezahlt. Und nein,ich habe keinen Verlust dadurch. Einen Verlust kann ich nur haben,wenn ich weniger bekomme als vertraglich vereinbart. Scheint eine Verständnisfrage bei Dir zu sein.
Ein entgangener Vorteil ist kein Nachtteil und in meinem Vertrag steht nicht das ich Anspruch auf Überstunden habe.
Man muss Fakten nicht immer verdrehen, es reicht schon wenn der AG das macht. Wenn man ernst genommen werden will,muss man auch bei der Wahrheit bleiben.
Es gibt übrigens eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (z.T. wird die steuerfreie Flugzulage gekürzt…ist ja wohl auch klar,wenn man nicht fliegt),die Krankheitstage sind halt nicht wie die Urlaubstage mit bezahlungswirksamer Blockzeit hinterlegt. Ist auch kein Wunder,wenn es 'Kollegen‘ gibt,die am Ende des Monats ihre OFF-Tage nochmal eben in 'krank‘ umwandeln um mal eben ein paar mehr Mehrflugstunden zu generieren.
Da kann ich schon verstehen, das der AG da kein Bock drauf hat. Würde es sicher Lösungen für geben. Aber die müssen halt erarbeitet werden. Und das geht halt auch nur mit Leuten, die nicht behaupten sie würden für stby etc. nicht bezahlt werden.
Beitrag vom 03.05.2024 - 00:23 Uhr
Mal davon abgesehen das es sich hier um LH-Cargo handelt welche sicherlich nicht 4h mit Paxen an Bord rumsteht ,ist es auch sonst inhaltlich falsch.
Nö, ist inhaltlich nicht falsch. Dann steht er halt mit Kisten rum, macht aber keinen Unterschied

Du suggerierst hier,das die Crew für das Ereignis nicht bezahlt wird. Das ist einfach falsch. Ich kriege ein monatliches Gehalt und eine steuerlich begünstigte Flugzulage.
Kein monatliches Gehalt wäre ja sicher Carstens Traum und die steuerfreie Schichtzulage entschädgt halt für Schicht- und Wochenendarbeit und das, bezogen auf solche Zeitlagen am Boden (generell, nicht ausschließlich LH), eher schlechter.

Gibt es nicht eine Blockstundenbezahlung und keine Flugdienstzeitbezahlung? Richtig ist, dass es auch bei nur 40 geflogenen Blockstunden das volle vereinbarte Gehalt gibt, dass auf eine fixe Stundenzahl gerechnet ist. Gerade bei der Cargo, wo man sich in den letzten Jahren ja wohl eher den Allerwertesten abgeflogen hat und vermutlich jeden Monat Mehrflugstunden hatte, ist die von mir erwähnte Situation dann eben nicht bezahlt.
Damit stehe ich dem AG im gesetzlichen Rahmen der Flugdienstzeiten zur Verfügung. Und wenn er meint,er müsste mich täglich 10h auf nen Flieger setzen um Gäste am Boden zu betreuen,dann ist das so. Nicht schön,aber ich werde dafür bezahlt. Genauso wie ich für CBT‘s ,standby,EMCRM‘s bezahlt werde.
Auch da sehe ich das restriktiver. Nehmen Sie mal an, Sie haben einen Tag mit 5h geplanten, bezahlungswirksamen Blockstunden und vielleicht 9h FDZ. Durch das exemplarische Schneechaos werden daraus dann 12h FDZ aber nur 4:30h Blockstunden, da Sie ja schneller fliegen etc. Und nun? . Bezahlt bekommen Sie eine halbe Stunde weniger, sitzen aber 3 Stunden länger in Ihrer Aluröhre. Die FDZ ist eine gesetzliche Zählgröße für zulässige Limits und hat mit der Bezahlung nix zu tun.

Es wird nur nicht bezahlungswirksame Mehrflugstunden geben (und keine Spesen wenn es an der Homebase ist).
Stimmt, das ist ja schon Verlust genug, da Sie ja gut verdienen. Spesen sind eh Verpflegungsmehraufwand, was ein Unterschied ist und keien Vergütung im klassischen Sinn.

Diese Diskussion gibt es auch öfters in Crew-Foren,wenn dann fälschlicherweise behauptet wird,wir würden für stby nicht bezahlt werden.

Wenn sie bereits 72h im Plan haben und dann noch ein paar Tage Stby haben und nichts fliegen, haben Sie für das Absitzen kein Geld bekommen. Man könnte ja gar auf die Idee kommen Ihnen für jeden Tag, den Sie über MTV frei haben und bis zur maximalen Grenze Ihrer monatlichen max. Arbeitszeit, einen Stby zu geben, da Sie aus Ihrer Sicht ja dafür bezahlt werden. Die Idee bewirkt bei Carsten Spohr sicher Gänsehaut auf dem Rücken. Sollten Sie auf einem Ihrer nächsten Brainwash Seminare in Seeheim mal vorschlagen. Ich würde mich für diese Frage aber strategisch nah an einen Notausgang setzen.

Andere Firmen hinterlegen teilweise bezahlungswirksame Stunden für Stby-Dienste. Dafür gibt es dann andere goodies nicht.
Glaube ich gerne, irgendwas ist immer. Andere Unternehmen andere MTV/VTV`s.

Mir werden dafür z.B. pro Urlaubstag bezahlungswirksame Stunden angerechnet.,so dass ich selbst bei Urlaub in einem Monat noch Mehrflugstunden bekommen kann (trotz meines ohnehin schon guten Gehaltes).
Wenn Sie die haben wollen, bzw. LH meint Ihnen diese unbedingt geben zu müssen. Andererseits dürfen Sie diese ja auch nicht ablehnen, da LH ja die Meinung vertritt, dass Mehrflugstunden keine Überstunden sind. Dafür dürfen Sie zudem nach 14 Tagen Krankheit trotzdem noch 50+ Stunden fliegen, obwohl der halbe Monat rum ist. Warum eigentlich? Wenn ich einen halben Monat nicht da bin, fliege ich auch nur noch die halbe Stundenzahl. Am Boden arbeitet dann auch niemand 50h im in der Woche um die Krankheit wieder rein zu arbeiten. Viele Modelle mögen da Ihren Charme haben, zumindest für eine Seite.
Es gibt andere Baustellen bei der LH als das Gehalt und es ist weitaus komplexer als hier gerne dargestellt wird.
"Es gibt noch mehr Baustellen...", dann stimme ich durchaus überein. Gerade im Moment wird, zumindest bei der Passage in den Cockpits, eher der immer noch und wieder einmal verkorkste MTV diskutiert. Leider hat man da ziemlich Potential in den Verhandlungen liegen lassen.

Grundsätzlich habe ich übrigens kein Problem damit, dass Sie zufrieden sind, das sei Ihnen gegönnt. Ich habe aber den Eindruck, dass es ein erheblicher Teil auch nicht ist und es sei denen auch gegönnt, dass Sie Ihre Sichtweise nicht teilen.



Dieser Beitrag wurde am 03.05.2024 09:23 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 01.05.2024 - 16:51 Uhr
Ich hätte dazu eine Verständnisfrage:

""Die Crew-Aufwendungen pro Blockstunde liegen deutlich über Marktschnitt""

Wie werden dieser Marktschnitt ermittelt?

Zählen da auch die ganzen 'Billihmgheimer' aus Fernost, Osteuropa etc. mit rein?

Danke für eine Antwort.

Es würde schon mal der Blick nach Leipzig zu Aero Logic fürs erst reichen, die ähnlich operieren und die DLH 50% Anteile hält. Wie hoch sind denn deren Crewkosten und sind die DH Regeln und Kosten identisch mit denen der LCA?


Um Ihre Frage -soweit es geht- zu beantworten: Was man in der Branche so hört, liegt die Bezahlung der Crews bei Aerologic unter derjenigen von LHC.
Ebenso ist der MTV der Aerologic weniger restriktiv als der der Lufthansa Cargo, d.h., es werden häufiger Doppellegs am Tag geflogen.
Andererseits sind die Kollegen der AL fast immer zu dritt unterwegs, während bei LHC auch öfter mal zu zweit geflogen wird, was diesen Produktivitätsvorteil zum Teil wieder zunichte macht.

Ebenso muss man betrachten, dass Aerologic mehr oder weniger ausschließlich Linienverbindungen fliegt, was eine effizientere Planung ermöglicht, da man die Crews eben seltener DH durch die Gegend fliegen muss, als wenn man zwischendurch auch Charter fliegt (ich weiß nicht, wie oft die LHC auch mal Charterflüge auflegt)


Danke für Ihre sachliche, unpolemische Antwort.


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