Hohe Standortkosten
Älter als 7 Tage

"Dann kippt ganz schnell die Kalkulation einer ganzen Strecke"

Airlines am Flughafen Nürnberg
Airlines am Flughafen Nürnberg, © NUE

Verwandte Themen

FRANKFURT - Infrastruktur, Steuern und Umweltauflagen - auf dem deutschen Flugmarkt wird die Luft für Airlines dünn. Die Unionsfraktion im Deutschen Bundestag fordert eine Rücknahme der letzten Ticketsteuererhöhung - und will Standortkosten überprüfen. Airlines rechnen unterdessen den Flugplan nach.

Fluggesellschaften im Flugstreik: Ryanair, Eurowings und Condor ziehen Angebot von deutschen Flughäfen ab, legen Strecken still und verlagern Wachstum ins Ausland.

Branchenprimus Lufthansa könnte nachziehen - Konzernchef Carsten Spohr sagte in einem Interview gerade weitere Einschnitte auf dem deutschen Flugmarkt voraus.

Fliegen ist in Deutschland bereits heute im Europavergleich teuer - 2025 lauern an allen Ecken im System weitere Kostensteigerungen: Flughäfen ziehen die Gebührenschraube an, Luftsicherheitsentgelte steigen und erste EU-Pflichtquoten für nachhaltigen Treibstoff erhöhen die Tankrechnung.

Den Airlinefrust bekommt derzeit besonders der Hamburger Flughafen ab - eine geplante Entgeltanhebung löste eine Rückzugswelle aus. Der Flughafen wittert Absprachen - schließlich gehe es in Hamburg lediglich um 2,30 Euro mehr pro Passagier.

"Im Summe treiben die zusätzlichen Kosten die Ticketpreise aber in einen Bereich, der Punkte bei der Auslastung kostet", sagte eine Managerin einer großen deutschen Airline aero.de. "Dann kippt Punkt-zu-Punkt ganz schnell die Kalkulation einer ganzen Strecke."

Neben innerdeutschen Bestandsstrecken würden derzeit vermehrt für den Sommer 2025 geplante Neuanflüge im Europaverkehr abseits der Hubsysteme in Frankfurt und München "nachgerechnet". Neue Strecken sind für Airlines in der Regel zunächst ohnehin Verlustbringer.

Der Ferienflieger Condor hatte zu Wochenbeginn angekündigt, Pläne für vier neue Strecken aus Hamburg zu verwerfen. Zudem streicht die Airline die Linien aus Hamburg nach Samos und Málaga - laut Branchenkreisen beides Strecken mit geringem Charteranteil und kurzfristig schwer planbarer Nachfrage.

Union besetzt das Thema

Nachdem die aktuelle Regierungskoalition kaum Bereitschaft zu Kurskorrekturen in der Luftfahrtpolitik zeigt, besetzt die Opposion das Themengebiet.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung wird die Unionsfraktion im Bundestag ein Entlastungspaket vorschlagen, das eine vollständige Rücknahme der letzten Ticketsteuererhöhung sowie eine Überprüfung der "administrativen Kosten" an deutschen Flughäfen vorsieht.
© aero.de | Abb.: Eurowings, FBB (Günter Wicker) | 16.10.2024 09:57


Kommentare (0) Zur Startseite

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 01/2026

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden