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Lufthansa keilt gegen EU-Kommission

Condor Airbus A330-900
Condor Airbus A330-900, © Airbus

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FRANKFURT - Die EU-Kommission stellt sich hinter Condor: Brüssel will Lufthansa zur dauerhaften Anbindung des Konkurrenten an das Zubringersystem in Frankfurt zwingen. Lufthansa sieht im Raum stehende "Maßnahmen" der Kartellbehörde weder durch "eine faktische noch eine rechtliche Grundlage" gedeckt.

Das SPA war für Condor über Jahrzehnte eine wesentliche Kalkulationsgrundlage fast jeder Langstrecke. Über das "Special Pro-Rate Agreement" konnte der Ferienflieger Passagiere - zu vorab festgelegten Preisen - in Lufthansa-Zu- und Abbringerflüge in Frankfurt buchen.

Für Lufthansa war das nicht nur in Ordnung, sondern ein durchaus willkommenes Zubrot - bis sich die Netze mehr und mehr überschnitten. Condor hatte zuletzt nach eigenen Angaben 80 Prozent ihrer Interkontkapazität für Nordamerika verplant, dem mit Abstand wichtigsten Lufthansa-Langstreckenmarkt.

Seit 2020 will Lufthansa aus den alten Zubringer-Verträgen raus - und Condor nur noch per Interlining zu IATA-Konditionen anbinden.

Vor dem OLG Düsseldorf und zuletzt dem BGH konnte Lufthansa hier zwar juristische Etappenerfolge einfahren - die entpuppen sich womöglich aber als Pyrrhussiege.

Denn im Januar flatterte Lufthansa in Sachen SPA Post aus Brüssel ins Haus: Die EU-Kommission prüft, ob Lufthansa im Joint Venture A++ mit United und Air Canada zu viel Marktmacht im Nordamerika-Verkehr hat - und Condor daraus ein kartellrechtlicher Anspruch auf Sonderkonditionen für Lufthansa-Feeder erwächst. Tendenz: Das sei wohl so.

Darauf reagierte Lufthansa zunächst nur knapp. Man habe den Aufschlag aus Brüssel zur Kenntnis genommen, teile die "Auffassung der EU-Kommission aber nicht", hieß es im Januar aus der Frankfurter Lufthansa-Zentrale.

jetzt holt der Konzern weiter aus. Die EU-Kommission habe den "Vorgang" bereits zweimal geprüft, 2020 an das Bundeskartellamt verwiesen und im Winter 2024 "dem BGH überlassen", teilte Lufthansa am Mittwoch mit. Für "Maßnahmen" der Kommission bestehe "weder eine faktische noch eine rechtliche Grundlage".

Die EU-Kommission hält A++ zu viel Marktmacht auf der Linie Frankfurt-New York vor, auf der auch Condor unterwegs ist. Laut Condor hängt die Strecke zu "25 bis 30 Prozent" an Passagieren, die mit Lufthansa-Flügen in Frankfurt an- oder abreisen. Der Vorwurf eines A++-Monopols auf der Transatlantik-Rennstrecke ist aus Lufthansa-Sicht nicht haltbar.

"Auf der Strecke fliegen mit Delta Air Lines und Singapore Airlines zwei weitere starke Wettbewerber", teilte Lufthansa mit. Die Ankündigung der EU-Kommission beinhalte zudem eine "Zubringerpflicht für das globale Netzwerk" von Condor. "Und dies sogar ohne Möglichkeit, reale Kostensteigerungen weiterzugeben."

Condor hofft auf Deal mit Lufthansa

Auch bei Condor will man nicht darauf wetten, dass ein Machtwort aus Brüssel SPA-Konditionen dauerhaft wieder aufleben lässt.

"Jetzt steht es wieder 3:2 für die Condor, aber wir sind immer noch in der ersten Halbzeit", äußerte sich Condor-Chef Peter Gerber im Januar eher verhalten optimistisch. "Wir sind weiter mit der Lufthansa im Gespräch und weiterhin an einer außergerichtlichen Einigung interessiert."

Der Ferienflieger baut aktuell Teile der Netzes auf Ziele "mit weniger Zubringung" um - und schraubt die Nordamerika-Quote im Langstreckenverkehr auf 65 Prozent zurück.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 19.02.2025 13:06


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