Senkung der Ticketsteuer
Älter als 7 Tage

Lufthansa rechnet Strecken auf Streichliste nochmal nach

Lufthansa City Airlines Airbus A320neo
Lufthansa City Airlines Airbus A320neo, © Lufthansa

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FRANKFURT - Steigende Touristenzahlen, ein größeres Flugangebot und mehr Messebesucher: Die Reise- und Luftverkehrswirtschaft verspricht sich einiges von der angekündigten Absenkung der deutschen Luftverkehrssteuer ab Mitte kommenden Jahres und weiteren Maßnahmen.

Unkonkret bleibt sie hingegen bei der Frage, ob dadurch auch die Tickets für Fluggäste günstiger werden.

"Das ist ein erster wichtiger Schritt, damit Urlaub für alle bezahlbar bleibt", sagt der Präsident des Deutschen Reiseverbandes, Albin Loidl. Nach den Vereinbarungen des Koalitionsausschusses erwartet er auch Entlastungen bei den Gebühren für Flugsicherung und Luftsicherheit.

Die Kosten seien nicht nur eine wirtschaftliche Belastung. "Das ist eine soziale Frage. Urlaub muss bezahlbar bleiben - gerade für Familien."

Lufthansa prüft Flugangebot

Die Lufthansa als mit Abstand größte deutsche Airline hält die Entlastungen für notwendig, um das Angebot an deutschen Flughäfen zu sichern. Einzelne Strecken, die bereits zur Disposition standen, könnten nun erneut geprüft werden, kündigte eine Sprecherin an. Die Kunden profitierten unmittelbar von dem besseren Angebot.

Neben Frequenzkürzungen im Inlandsnetz hatte Lufthansa unter anderem die Hub-Anbindung von Münster/Osnabrück infrage gestellt.

Ryanair will stärkere Entlastung

Europas größte Direktfluggesellschaft Ryanair hält die Ankündigungen der Regierung für nicht ausreichend. Kanzler Merz müsse weiter gehen und die schädliche Steuer nach dem Vorbild anderer Staaten bereits zum Jahresbeginn ganz abschaffen, verlangt Ryanair-Chef Michael O'Leary.

Die Iren hatten bei einer kompletten Streichung der Ticketsteuer einen massiven Aufbau ihres Angebots an deutschen Flughäfen versprochen.

Andere Fluggesellschaften hielten sich mit Aussagen zu Ticketpreisen zurück. So prüft Condor nun nach eigenen Angaben die Auswirkungen auf die Kostenstruktur der Flugticketpreise.

Laut Branchenverband BDL sinken die staatlichen Standortkosten für Luftverkehr um rund 10 Prozent. "Davon profitieren unter anderem die Tourismus- und Messewirtschaft sowie die Logistik in erheblichem Maße", sagt BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang.

Mehr Geschäftsreisende erwartet

Mehr Geschäftsreisende erwartet der Tourismus-Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß (CDU). "Ein wettbewerbsfähiger Luftfahrtstandort Deutschland wird nicht nur unsere Volkswirtschaft stärken, sondern die besseren Wettbewerbsbedingungen werden auch dazu führen, dass mehr Touristen und Geschäftsreisende nach Deutschland kommen", sagte er der Funke Mediengruppe. Besonders profitieren werde der Messestandort Deutschland.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat die Senkung der Ticketsteuer im Luftverkehr als wichtiges Signal bezeichnet. Der CDU-Politiker sagte in Berlin mit Blick auf die deutsche Branche, dies werde zu einer Erleichterung führen.

Es reiche unter dem Strich insgesamt noch nicht aus, aber es sei ein deutliches Signal an die Airlines und werde dazu führen, bei der Wettbewerbsfähigkeit Boden gutzumachen. Das Ministerium werde die Finanzierung analysieren und hinschauen, wie man das leisten könne.

Die schwarz-rote Koalition will zum 1. Juli 2026 die Ticketsteuer auf das Niveau vor der Erhöhung zum 1. Mai 2024 senken. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach nach dem Koalitionsausschuss von einer Größenordnung von etwa 350 Millionen Euro zugunsten der Luftverkehrsindustrie in Deutschland. Wenn es damit Steuerausfälle geben sollte, würden diese im Verkehrsetat verbucht. Umweltverbände haben die Senkung der Ticketsteuer scharf kritisiert.

Die Gewerkschaft Verdi verlangt zusätzlich zur Absenkung der Ticketsteuer weitere Entlastungen für den europäischen Luftverkehr. Die heimischen Airlines, Flughäfen und Beschäftigten würden gegenüber Drittstaaten-Airlines systematisch benachteiligt, kritisierte die Vize-Verdi-Chefin Christine Behle. Die europäischen Unternehmen müssten strengere Regeln befolgen, während die Konkurrenz die Vorgaben leicht umgehen könne.
© dpa-AFX | Abb.: Lufthansa | 14.11.2025 13:03

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Beitrag vom 17.11.2025 - 11:40 Uhr
Hallo JordanPensionär: Konkrete Lösungsvorschläge?
Na klar, ist doch ganz simpel. Fragen Sie nur Frau Reichineck oder Frau Nietzhardt: Alle Milliardäre enteignen,laut Oxfam? sind das in DE etwa 130 Leute mit ca. 1.5 Billionen... Moment, das reicht ja gar nicht... dann eben auch noch alle Millionäre (ca. 2,8 Mio)... Moment, das reicht ja immer noch nicht, dann eben ALLE enteignen, die kein Bürgergeld beziehen. Muss natürlich über Nacht geschehen, völlig überraschend, so dass die nicht alle ins Ausland flüchten können. Dazu bräuchte es halt nur wieder einen ... wie nennt man es am Besten... nunja... Schutzwall oder so. Hat doch schonmal ganz wunderbar geklappt, oder?

Mehr als die 'Kommunismus- Keule' fällt Ihnen dazu nicht ein? Das ist schon ein wening enttäuschend... !
Beitrag vom 17.11.2025 - 11:03 Uhr
Ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber noch nicht ausreichend. Da muss noch mehr kommen. Jetzt noch die ganzen unsinnigen Vorschriften in anderen Industrien streichen und vielleicht kriegt dieses Land nochmal die Kurve.

Lassen Sie uns mal überlegen.

Ende 2025 hatte DE ca. 2,5 Billionen Schulden. 2025 vermutlich ca. 2,6 Billionen.
Da machen die läppischen ca. 350 Millionen für die Luftfahrt 'den Kohl nicht fett'.

Ich frage mich nur:
woher soll das "Da muss noch mehr kommen." kommen!?

- Sozialataat am Ende
- Gesundheitswesen völlig unterfinanziert
(macht ständig Miese)
- Rentenproblem ungelöst
- eine Lösung Pflege(kassen) Problematik steht in
den 'Sternen'
- usw.usf.

Tja und dann gibt es ja noch so viele andere 'die die Hand aufhalten'... die eine Industrie braucht dringend da, die andere Industrie dieses...tja und unsere Militär braucht ja auch nich so 1 - 2 Euro... .

Irgendwelche konkreten Lösungsvorschläge?

Eventuell glaubt die Regierung, dass eine prosperierende Wirtschaft die Steuereinnahmen mehr erhöht als willkürliche Steuererhöhungen. Vielleicht vermutet sie, dass finanzielle Anreize im Endeffekt sinnvoll sind.

Ansonsten würde ich persönlich meine Ausgaben reduzieren, wenn diese meine Einnahmen übersteigen.
Beitrag vom 17.11.2025 - 10:18 Uhr
Hallo JordanPensionär: Konkrete Lösungsvorschläge?
Na klar, ist doch ganz simpel. Fragen Sie nur Frau Reichineck oder Frau Nietzhardt: Alle Milliardäre enteignen,laut Oxfam? sind das in DE etwa 130 Leute mit ca. 1.5 Billionen... Moment, das reicht ja gar nicht... dann eben auch noch alle Millionäre (ca. 2,8 Mio)... Moment, das reicht ja immer noch nicht, dann eben ALLE enteignen, die kein Bürgergeld beziehen. Muss natürlich über Nacht geschehen, völlig überraschend, so dass die nicht alle ins Ausland flüchten können. Dazu bräuchte es halt nur wieder einen ... wie nennt man es am Besten... nunja... Schutzwall oder so. Hat doch schonmal ganz wunderbar geklappt, oder?


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