Entlastung
Älter als 7 Tage
Union fordert Lufthansa zu Preissenkungen auf
BERLIN - Schwarz-Rot senkt die Luftverkehrsteuer - ab Mitte 2026 soll die Branche um 350 Millionen Euro jährlich entlastet werden. Unions-Verkehrsexperte Stephan Stracke (CSU) pocht im Gegenzug auf Preissenkungen "allen voran von der Lufthansa" - Flugreisen sollen wieder erschwinglicher werden.
Die Union fordert im Zuge der angekündigten Senkung der Luftverkehrabgabe spürbare Ticketpreissenkungen. "Der Ticketpreis muss runter", sagte Stracke der
"Bild am Sonntag". "Das erwarte ich jetzt von den Fluggesellschaften, allen voran von der Lufthansa."
Die Steuer für Starts von deutschen Flughäfen war 2011 von der damaligen schwarz-gelben Bundesregierung zur Etatsanierung eingeführt worden.
Die Ampel-Koalition hatte die Sätze im Mai 2024 deutlich angezogen - im Inland und auf Kurzstrecken sind pro Flug 15,53 Euro fällig, für Mittelstrecken 39,34 Euro und für fernere Ziele 70,83 Euro. Zahlen müssen dies die Fluggesellschaften, die Steuer spült pro Jahr rund zwei Milliarden Euro in den Staatshaushalt.
Lufthansa hatte angesichts zunächst ausbleibender Entlastungen unrentable Inlandsflüge gestrichen, mehrere Strecken und regionale Anbindungen an Interkonthubs - etwa aus Münster/Osnabrück - standen zuletzt zur Disposition.
Er erwarte von Lufthansa, "dass sie ihr Flugangebot überprüft und gestrichene Verbindungen zurücknimmt", sagte Stracke.
© aero.de, dpa | Abb.: Lufthansa | 17.11.2025 06:45
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Beitrag vom 17.11.2025 - 14:34 Uhr
> Wenn an ein „Geschenk“ (das man seit 18 Monaten selbst bezahlt) Bedingungen geknüpft sind, ist es dann eigentlich noch ein „Geschenk“?
Wer zahlt dieses "Geschenk" denn seit 18 Monaten und zu welchen Bedingungen?
Das zahlen alle Fluggesellschaften, die von der letzten Steuererhöhung betroffen waren. Bedingungslos.
Die Fluggesellschaften geben die Steuer doch 1:1 weiter an die Paxe.
Womöglich geben die Fluggesellschaften die Steuer in gleichem Maß weiter an die Paxe wie sie von 18 Monaten die Preise wegen der Steuer erhöht haben.
Das haben die Fluggesellschaften damals doch, oder?
Wieso womöglich?
Weil es - Stand heute - keiner weiß!
Beitrag vom 17.11.2025 - 12:21 Uhr
Zitat aus dem Wikipedia-Artikel zur Luftverkehrsabgabe:
"(...) Das Steueraufkommen betrug 2011 959 Mio. Euro; eine Milliarde Euro waren prognostiziert worden. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums kam es durch die Steuer zu einer Nachfragedämpfung von bis zu 2 Mio. Passagieren (rund 1,1 % des Passagieraufkommens). (...)"
Ich bin gewiß, daß die Effekte nicht nur irgendwie geahnt oder gefühlt, sondern tatsächlich auch gemessen werden können.
Beitrag vom 17.11.2025 - 12:11 Uhr
LH senkt die Preise, mehr Menschen fliegen, der Bund hat die gleichen Steuereinnahmen.
LH senkt die Preise nicht, fliegen auch nicht mehr Menschen, der Bund hat weniger Steuereinnahmen.
Die Frage ist, kann das Ministerium in der aktuellen Lage auf Geld verzichten?
Die Grundannahme ist ja schon zielich wild.
Wegen einem 3-10 Euro höherem Ticketpreis ist 2024 niemand mehr oder weniger geflogen.
Da die Erhöhung erst 2024 eingeführt wurde und sich Deutsche auch in 2024 weiterhin wie doof um die Welt haben fliegen lassen, ist das Argumument, dass die Erhöhung irgendeinen regulativen Einfluss gehabt hätte, mindestens anzuzweifeln. Dass die Luftverkehrsabgabe grundsätzlich ein gut funktionierendes Regulativ ist, bleibt von der Aussage übrigens unbeührt. Lediglich die marginale Erhöung, bzw. die Rücknahme derselben, dürfte keinen merklichen Einfluss auf die Anzahl der Flugbewegungen in Deutschland haben.
Nutznießer sind ausschließlich die Airlines selbst, die dann je nach Destination und PAX-Anzahl pro Start einen drei- bis vierstelligen Betrag sparen können. Da kommen über die Masse schnell mal ein paar Milliönchen zusammen. Und unter der Annahme, dass Steuerer- oder andere Abgabenerhöhungen grundsätzlich immmer an die Kunden weitergereicht werden, Senkungen hingegen nie, oder zumindest nicht vollständig, lässt vermuten, dass die insgesamt 350 Millionen irgendwo zwischen Michael und Carsten, bzw. Airline-Aktionären aufgeteilt werden.
Aber anzunehmen, dass wegen den 3 bis 10 Euro auch nur ein einziges Ticket mehr oder weniger verkauft würde, ist in meinen Augen sehr gewagt.
Kommentare (21) Zur Startseite
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Wer zahlt dieses "Geschenk" denn seit 18 Monaten und zu welchen Bedingungen?
Das zahlen alle Fluggesellschaften, die von der letzten Steuererhöhung betroffen waren. Bedingungslos.
Die Fluggesellschaften geben die Steuer doch 1:1 weiter an die Paxe.
Womöglich geben die Fluggesellschaften die Steuer in gleichem Maß weiter an die Paxe wie sie von 18 Monaten die Preise wegen der Steuer erhöht haben.
Das haben die Fluggesellschaften damals doch, oder?
Wieso womöglich?
Weil es - Stand heute - keiner weiß!
"(...) Das Steueraufkommen betrug 2011 959 Mio. Euro; eine Milliarde Euro waren prognostiziert worden. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums kam es durch die Steuer zu einer Nachfragedämpfung von bis zu 2 Mio. Passagieren (rund 1,1 % des Passagieraufkommens). (...)"
Ich bin gewiß, daß die Effekte nicht nur irgendwie geahnt oder gefühlt, sondern tatsächlich auch gemessen werden können.
LH senkt die Preise nicht, fliegen auch nicht mehr Menschen, der Bund hat weniger Steuereinnahmen.
Die Frage ist, kann das Ministerium in der aktuellen Lage auf Geld verzichten?
Die Grundannahme ist ja schon zielich wild.
Wegen einem 3-10 Euro höherem Ticketpreis ist 2024 niemand mehr oder weniger geflogen.
Da die Erhöhung erst 2024 eingeführt wurde und sich Deutsche auch in 2024 weiterhin wie doof um die Welt haben fliegen lassen, ist das Argumument, dass die Erhöhung irgendeinen regulativen Einfluss gehabt hätte, mindestens anzuzweifeln. Dass die Luftverkehrsabgabe grundsätzlich ein gut funktionierendes Regulativ ist, bleibt von der Aussage übrigens unbeührt. Lediglich die marginale Erhöung, bzw. die Rücknahme derselben, dürfte keinen merklichen Einfluss auf die Anzahl der Flugbewegungen in Deutschland haben.
Nutznießer sind ausschließlich die Airlines selbst, die dann je nach Destination und PAX-Anzahl pro Start einen drei- bis vierstelligen Betrag sparen können. Da kommen über die Masse schnell mal ein paar Milliönchen zusammen. Und unter der Annahme, dass Steuerer- oder andere Abgabenerhöhungen grundsätzlich immmer an die Kunden weitergereicht werden, Senkungen hingegen nie, oder zumindest nicht vollständig, lässt vermuten, dass die insgesamt 350 Millionen irgendwo zwischen Michael und Carsten, bzw. Airline-Aktionären aufgeteilt werden.
Aber anzunehmen, dass wegen den 3 bis 10 Euro auch nur ein einziges Ticket mehr oder weniger verkauft würde, ist in meinen Augen sehr gewagt.