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Ermittler haben am Donnerstag Büros im Hauptsitz von TAP Air Portugal und mehrere weitere Objekte im Land durchsucht.
Die konzertierte Aktion "Flug TP789" fand im Zuge laufender Korruptions- und Untreueermittlungen um die 61-Prozent-Übernahme von TAP durch das private Investorenkonsortium Atlantic Gateway 2015 statt, melden Medien.
Die Ermittler prüfen ein komplexes Leasingkonstrukt um 53 neue Airbus-Flugzeuge aus der Zeit, darunter A330-900 und A321neo.
In einem Dreiecksmodell zwischen Atlantic Gateway, TAP und Airbus könnte TAP Air Portugal die eigene Übernahme selbst mitfinanziert haben, lautet der Verdacht. Die Teilprivatisierung wurde später von einer Nachfolgeregierung gestoppt. Atlantic Gateway bestritt in der Vergangenheit bereits ein Fehlverhalten.
Die Generalstaatsanwaltschaft in Lissabon befasst sich seit 2022 intensiv mit dem Fall, 2023 sickerten Details durch: TAP hatte im Zuge der Teilprivatisierung 2015 Leasingpläne für zwölf A350-900 verworfen, zeitgleich wurden neue Leasingdeals über 13 A330-900, 15 A320neo und 25 A321neo eingefädelt.
Erst Jahre später rechnete Portugal die neuen Verträge nach. Laut Medieninformationen hat TAP die Flugzeuge mit 254 Millionen US-Dollar überzahlt - der Airline entstanden erhebliche Verluste. Neben Korruption und Untreue steht laut Staatsanwaltschaft auch eine "besonders schwere Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben" im Raum.
Gerade sucht Lissabon wieder einen Partner für TAP Air Portugal. Der Staat will bis zu 45 Prozent der Airline abgeben, einen Mehrheitsanteil aber zurückbehalten. Noch bis 22. November können Interessenten Angebote und konkrete Strategiepläne in Lissabon hinterlegen. Neben Lufthansa bekundeten auch Air France-KLM und IAG Interesse an TAP Air Portugal.
© aero.de | 19.11.2025 06:52







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