"Es werden Köpfe rollen"
Älter als 7 Tage

Griechenland zieht Konsequenzen aus Flugchaos

Flughafen Athen
Flughafen Athen, © Flughafen Athen

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ATHEN - Am Tag nach der schweren technischen Störung, die über Stunden den gesamten griechischen Luftraum lahmlegte, sind die Flughäfen des Landes wieder weitgehend im Normalbetrieb.

Fluggäste müssen dennoch Strapazen auf sich nehmen. Weil am Sonntag viele Flüge ausfielen, ist das Passagieraufkommen etwa am Athener Flughafen Eleftherios Venizelos enorm, wie der Nachrichtensender ERTNews berichtete.

Derweil läuft die Suche nach der Ursache des Defekts. Im Fokus steht ein Funkmast nahe Athen, dessen Ausfall dafür gesorgt haben soll, dass die griechischen Fluglotsen im ganzen Land plötzlich weder miteinander noch mit den Piloten kommunizieren konnten. Sämtliche Flüge nach Griechenland und durch den griechischen Luftraum wurden daraufhin umgeleitet. Eine Cyberattacke oder Sabotage wurde bereits ausgeschlossen; es soll sich um einen technischen Defekt handeln.

Systeme sollen modernisiert werden

Der griechische Verkehrsminister Christos Dimas sagte dem Sender ERTNews, es habe zu keiner Zeit Gefahr für die Flugsicherheit bestanden. Die Ursachen würden untersucht und auch die Verantwortlichkeiten geklärt, um ein erneutes Auftreten des Problems zu verhindern. "Ja, es werden Köpfe rollen", sagte er.

Zur Kritik des Fluglotsenverbandes, dass die Systeme völlig veraltet sein, erklärte er: "Wir haben zwar ältere Systeme, aber sie entsprechen den europäischen Standards." Man habe jedoch mit der EU-Kommission bereits einen konkreten Aktions- und Modernisierungsplan vereinbart, der bis 2028 umgesetzt werden solle.

Anspruch auf Entschädigung

Sowohl Passagiere als auch Airlines hätten Anspruch auf Entschädigung für die Flugausfälle und Verspätungen, sagte der Minister weiter. Zum genauen Ablauf solcher Entschädigung äußerte er sich nicht; griechische Verbraucherschützer raten betroffenen Fluggästen, sich an ihre Fluggesellschaften zu wenden.
© dpa | 05.01.2026 10:57

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Beitrag vom 06.01.2026 - 22:11 Uhr
auch wenn es dieser eine Funkmast bei Athen gewesen sein soll, ist das vielleicht eine Information mit der man hinter dem Berg halten sollte, denn selbst wenn die System modernisiert werden, wird dies dauern und bis dahin weiß jeder unfreundliche Akteur, wo er den Stecker ziehen muss....brilliant

Das ist, wenn man so will, der kurzfristige Preis einer offenen Gesellschaft. Wenn in diesen etwas gründlich schief geht, was die Allgemeinheit betrifft, dann wird die Ursache auch öffentlich gemacht. Jetzt wissen also alle, dass die Flugsicherung in Griechenland im Wortsinn einen Single Point of Failure hat und wo konkret der steht. In geschlossenen Gesellschaften wie China oder inzwischen auch wieder Russland wäre das zweifellos Herrschaftswissen der Geheimdienste und politischen Machthaber geblieben.

Aber erfahrungsgemäß zahlt sich dieser Preis offener Gesellschaften mittel- bis langfristig aus. In offenen Gesellschaften entsteht ein öffentlicher Diskurs - der zuständige Minister wird öffentlich zur Rede gestellt, Interessenverbände melden sich öffentlich zu Wort, Betroffene des Schadens können vor unabhängigen Gerichten Klage erheben. Die griechische Regierung wird jetzt nicht darum herumkommen, ihre Flugsicherung zu modernisieren.
In geschlossenen Gesellschaften würde dagegen alles davon abhängen, ob der "Große Sohn des Volkes", sei sein Name nun Xi oder Putin, das Thema zunächst einmal überhaupt seiner Aufmerksamkeit für würdig erachtet und gegebenenfalls im zweiten Schritt dann wirklich eine Lösung der sachlichen Herausforderung befiehlt oder es sich einfach macht, irgendeinen Sündenbock erschießen und die Infrastruktur weiter verrotten lassen würde.

Dieser Beitrag wurde am 06.01.2026 22:14 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 05.01.2026 - 14:57 Uhr
auch wenn es dieser eine Funkmast bei Athen gewesen sein soll, ist das vielleicht eine Information mit der man hinter dem Berg halten sollte, denn selbst wenn die System modernisiert werden, wird dies dauern und bis dahin weiß jeder unfreundliche Akteur, wo er den Stecker ziehen muss....brilliant


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