Schlagabtausch
Älter als 7 Tage

Musk lässt bei X über Kauf von Ryanair abstimmen

Ryanair Boeing 737 MAX 8200
Ryanair Boeing 737 MAX 8200, © Ryanair

Verwandte Themen

AUSTIN - "Idiot!" - "Idiot": Nach einem Schlagabtausch mit Ryanair-Chef Michael O'Leary lässt Tech-Milliardär Elon Musk auf seiner Online-Plattform X darüber abstimmen, ob er den Billigflieger kaufen sollte. Mit einem aktuellen Marktwert von rund 30 Milliarden Euro wäre Ryanair für Musk als reichsten Menschen der Welt durchaus erschwinglich.

Allerdings dürfen nach EU-Regeln nur Europäer Mehrheitseigentümer von Fluggesellschaften in der Union sein. Ryanair kommt aus Irland.

Musk und O'Leary streiten schon seit Tagen um die Entscheidung von Ryanair, die Flugzeuge nicht für das von Musks Raumfahrtfirma SpaceX betriebene Satelliten-Internetsystem Starlink auszurüsten.

Der Ryanair-Chef argumentierte, wegen der Starlink-Antennen würden die Flugzeuge durch höheren Luftwiderstand Kerosin für bis zu 250 Millionen Dollar mehr verbrennen - während die Passagiere kein Geld für Internet in der Luft ausgeben würden.

Viele andere Airlines - unter anderem die Lufthansa - machen ihre Maschinen gerade fit für Starlink.

Gegenseitige Beschimpfungen

Unter anderem bezeichnete O'Leary Musk in einem Radiointerview als "sehr reichen Idioten", der keine Ahnung vom Fliegen habe. Musk nannte den Ryanair-Chef einen Idioten, der gefeuert werden solle.

Danach startete er eine Umfrage, ob er die Airline kaufen und "Ryan" als rechtmäßigen Boss wieder einsetzen solle. Ryanair-Gründer Tony Ryan starb 2007. Musk und O'Leary sind beide für provokante Äußerungen bekannt.

In der Umfrage sprachen sich gut drei Viertel der über 900.000 Teilnehmer für den Kauf der Fluggesellschaft aus. Die Befragungen, die Musk bei X anstößt, fallen meistens zu seinen Gunsten aus, allein schon, weil viele seiner Kritiker X verließen oder nicht mehr mit seinem Account interagieren, der hauptsächlich rechte politische Botschaften verbreitet.

Reich durch Aktien

Musk scherzte einst auch über einen Kauf von Twitter, bevor er den Kurznachrichtendienst 2022 für rund 44 Milliarden Dollar kaufte und in X unbenannte. Sein Vermögen wird vom Finanzdienst Bloomberg aktuell auf 681 Milliarden Dollar geschätzt. Es besteht hauptsächlich aus Aktien des von ihm geführten Elektroauto-Herstellers Tesla und seiner SpaceX-Beteiligung.

Zu einer Umfrage griff Musk unter anderem auch, bevor er kurz nach dem Twitter-Kauf den Account des damaligen Ex-Präsidenten Donald Trump wiederherstellte.
© dpa | Abb.: Ryanair | 20.01.2026 17:32

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 21.01.2026 - 16:11 Uhr
Tesla war doch schon immer Müll.

Der Grund warum diese Firma jetzt von anderen Firmen verdrängt wird ist derselbe warum sie überhaupt entstehen konnte:

es ist ziemlich einfach ein Elektroauto zu bauen

Dass das Genie Musk seine Kundschaft dermaßen gut kannte dass er dachte es sei eine gute Idee sich öffentlichwirksam an nicht-linke Politiker ranzuschmeißen hat den Absturz von Tesla vielleicht beschleunigt aber sicher nicht verursacht.

Viele haben vor nicht ganz 10 Jahren dieser Firma 10 Jahre gegeben und viele werden damit Recht behalten.
Beitrag vom 21.01.2026 - 15:54 Uhr
Moin,

der E-lon wird sicher gespannt auf die Zahlen von Tesla in Q1 diese Jahr schauen, denn da wird einiges an Marktbereinigung stattfinden. Mal einen kessen Spruch von 300% Wachstum auf X absetzen und die Börsenwerte gehen durch die Decke funktionieren nicht mehr.

Was er teilweise in den Sand (von Nevada) setzt sieht man ja bei der "boring" Company.

Tesla ist der einzige nicht chinesische Hersteller der sich noch in den Top Ten in China halten kann. Gleiches gilt für das Model Y. Europa findet da praktisch nicht mehr statt.

China ist inzwischen der weltweit größte Fahrzeugexporteur, auch durch Verbrenner in Schwellenländer.
Gruß,
Jochen
Beitrag vom 21.01.2026 - 15:04 Uhr
Früher wurde Elon Musk ob seiner Innovations- und Schaffenskraft bewundert und gefeiert.

Mit seiner Nähe zu Donald Trump wurde Elon Musk zum Enfant terrible.

Seine offensiv gelebte Nähe zu Trump und der politischen Rechten und vielleicht noch mehr seine offen gezeigte Verachtung von progressiven Positionen ist vor allem ob der deutlichen Abhängigkeit Teslas von eher progressiv und umweltbewusst entscheidenden Käuferschichten zumindest rein kommerziell schwer nachvollziehbar.


Ein unangepasstes "enfant terrible" war er dagegen eigentlich schon immer, selbst zu Paypal-Zeiten.
Danach hat er allerdings mit viel Elan, Ambitionen, Mut zum Risiko, guten Ideen und vor allem einer hervorragenden Personalauswahl Tesla und die Falcon 9 bei SpaceX zum Erfolg geführt.

MMn kam die Wende so im 2013-2015 herum.
Seitdem lebt er von seinem Mythos, oder glaubt ihn vielleicht selbst.

Tesla vezettelt sich mit Neuentwicklungen in Richtung Cybertruck, während "Full Self Driving" so weit entfernt scheint wie 2015. Statt neue Modelle zu entwickeln, baut Tesla mal große Akkus, mal Roboter. Jetzt Taxis.
Mit xAI bastelt er jetzt auch mit mäßigem Erfolg an einer AI...
SpaceX vezettelt sich derweil in Richtung Starship. Zu groß, zu ineffizient, ungelöste Schwingungsprobleme, ohne klare Entwicklungsrichtung: LEO? Mars? Oder doch Mond-Lander mit 20 Betankungen im LEO?

Viele Spitzen-Leute der früheren Tage (die die eigentlichen Entwicklungen geleitet haben) haben Tesla und SpaceX bereits verlassen. Wenige sehr gute Leute kamen neu dazu.

Der Chef hingegen tobt sich auf politisch X aus, macht sich jede Menge Feinde (und eine Menge mehr Leute, die einfach nur noch den Kopf schütteln), beschimpft die Kunden, die ihn angeblich "canceln" - auch Ryanair wäre ja ein potentieller Kunde gewesen - und erwartet ein 3-stelliges Milliardengehalt für weitgehende Abwesenheit und Schädigung des Absatzmarkts...

MMn ist trotz der fanatischen Fan-Gemeinde ein Zusammenbruch des Musk-Imperiums absehbar. Zu viele schlechte oder ausbleibende Entscheidungen schädigen zusätzlich zu Musks Persönlichkeit aktuell alle Firmen des Konglomerats, während sich der CEO in immer wildere Phantasien flüchtet, mit deren Veröffentlichung er die Kurse seiner Aktien hoch pushen will.
Ich hoffe mal dass zumindest SpaceX das irgendwie übersteht.

Dieser Beitrag wurde am 21.01.2026 15:31 Uhr bearbeitet.


Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 01/2026

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden