Ersttarifierung
Älter als 7 Tage EXKLUSIV
Verdi läuft bei Lufthansa City Airlines heftig auf
MÜNCHEN - Noch im Dezember sah Verdi die Ersttarifierung von Lufthansa City Airlines auf Kurs. Die Dienstleistungsgewerkschaft peilte einen zügigen Abschluss an. Nach Informationen von aero.de geraten die Verhandlungen aus der Spur. Lufthansa hat laut Verdi ein Tarifangebot zurückgezogen.
Verdi verhakt sich mit Lufthansa: Die Ersttarifierung des neuen Lufthansa Zu- und Abbringers City Airlines ist für den Moment wieder offen.
Die Dienstleistungsgewerkschaft wähnte sich zuletzt auf Kurs zu einem Abschluss. "Als Verdi verhandeln wir intensiv seit dem 23. Juli (2025, Red.) mit dem Unternehmen und zusammen mit unseren City Airlines Cockpit- und Kabinentarifkommissionsmitgliedern an der Ersttarifierung",
sagte Verdi-Mann Marvin Reschinsky aero.de im Dezember.Laut Reschinsky kamen Verhandlungsteams "ungefähr alle zwei Wochen" zusammen - beim letzten Treffen hat es offenbar geknallt.
"Auch in dieser Woche hatten wir wieder einen zweitägigen Termin mit der Arbeitgeberseite nachdem wir die Verhandlungen zum Ende des letzten Jahres schon auf der Zielgeraden gesehen haben", schreibt Verdi in einem Memo, das aero.de vorliegt.
In dem Termin habe City Airlines unter Verweis auf "Vergleichsrechnungen mit Beschäftigten aus anderen Flugbetrieben" ein eigenes Angebot zur Vergütungserhöhung aus der vorherigen Verhandlungsrunde "wieder vom Tisch genommen".
"Inhaltlich ist dies schon völlig inakzeptabel", ärgert sich Verdi. "Vor dem Hintergrund, dass LHX (City Airlines, Red.) einen in vielen Punkten nah an der EASA gelegenen Manteltarifvertrag durchsetzen möchte, ist dieser Schritt noch unverständlicher." Die Gewerkschaft wittert eine Verzögerungstaktik.
Verdi hatte für die Vergütung von Piloten und Flugbegleitern bei City Airlines die Tabellen der Konzernschwester Discover als Orientierungspunkt herangezogen.
City Airlines ersetzt CitylineEine Ersttarifierung von City Airlines durch Verdi wäre ein herber Rückschlag für Ufo (Flugbegleiter) und Vereinigung Cockpit (Piloten). Die Fachgewerkschaften stellen den Tarifpartner bei Lufthansa Cityline.
Lufthansa fährt den bisherigen Zu- und Abbringer Flugzeug um Flugzeug runter - City Airlines soll die Drehkreuze günstiger vernetzen und Cityline spätestens 2027 komplett ablösen.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 20.01.2026 18:02
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de
registrieren oder
einloggen.
Beitrag vom 22.01.2026 - 11:42 Uhr
Die Frage ist für w_e_n am Ende die 20% 'besser' zählen.
Das muss jeder für sich entscheiden und da spiele ich erneut den Ball in das Feld der GW. Damit ich entscheiden kann, muss ich aber auch die Ganze Wahrheit kennen. Nicht nur was "drin" ist in den Verhandlungen, sondern auch das Risiko dabei. Da würde ich als Mitglied fragen, wie können wir das Risiko minimieren. Da erwarte i_c_h Antworten. Wenn mir Geld wichtiger ist, dann muss ich produktiver werden, wenn mir Work-Live-Balance wichtiger ist, muss ich Abstriche beim Geld machen. Alles wird es nicht mehr geben. Dann wird das Produkt zu teuer und die Kunden orientieren sich um.
Sich für den hochprozentigen Abschluss feiern lassen und dann bei den Konsequenzen dünn machen, das wird nicht mehr aufgehen.
'Race to the bottom', und das ist ja der Sinn des Ganzen, für AN, im Kontext der Lebenshaltungskosten in DE, passt eben nicht zu dem immer von Politik und Wirtschaft verkündeten (gesamtgesellschaftlichen) Erhalt von 'Wohlstand'.
Siehe oben, meine Entscheidung.
Heute morgen im Radio, die Zahlen aus der Gastronomie. Letztes Jahr gab es um diese Zeit 25.000 (kann auch 40.000 gewesen sein, spielt aber keine Rolle) offene Stellen, heute 2500. Aber nicht, weil jetzt alle Stellen besetzt wären, weil die Bedingungen sich so schön verbessert haben. Nein, weil soviele Gaststätten geschlossen haben. Soviel zu "wir legen die gestiegenen Kosten von Material, Energie und Personal auf die Preise um".
Auch heute, Zalando schließt die ganze Marketingabteilung, 180 Stellen. Macht jetzt die KI und ein ausgelagerter Dienstleister.
Ich habe Kontakte zur Cargo. In der Frachtabfertigung gibt es immer weniger mit gelben Ausweis. Das ließe sich beliebig fortsetzen...
Ich wiederhole mich...
"Das ist das Umfeld, in dem sich das Ganze bewegt."
und dafür sehe ich bei den GW keine Lösungen. Immerhin hat der DGB erkannt, dass die GWs ein Mitgliederproblem haben. Die Alten sterben aus und für die Jungen haben sie keine Konzepte, Visionen oder Angebote. Wenn Sie welche sehen, her damit.
Dieser Beitrag wurde am 22.01.2026 14:12 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 22.01.2026 - 10:55 Uhr
Es bleibt für mich das Bild, dass die GWs nur noch reagieren, die Richtung bestimmen andere.
Die Position jeder Gewerkschaft in Verhandlungen steht und fällt doch mit der Bereitschaft ihrer Mitglieder für einen Arbeitskampf.
Das ist richtig. Die Verhandlungsmacht steht und fällt mit dem Organisationsgrad und der Kampfbereitschaft der Mitglieder.
Und in welcher Form könnten denn Gewerkschaften überhaupt legal aktiv "agieren" statt reagieren?
Selbst eine Vision entwickeln, wohin man mitgehen würde. So ist das immer nur eine Wiederholung der letzten Forderung. Ich will mehr. Das funktioniert ja nicht (mehr), wie die Beispiele zeigen.
Sollten Sie hier wirklich den Gewerkschaften einen pauschalen Vorwurf machen?
Ein bisschen schon, denn die Muster sind bei den drei betroffenen GW gleich.
Oder eher deren Mitgliedern, denen die Schlagkraft ihrer Gewerkschaft offenbar nicht wichtig genug ist?
Na ja, die Mitglieder kann ich schon ein Stück führen, das macht man ja auch. Wenn ich sie aber mit hohen Prozentzahlen heiß mache, dann wird es schwer sie in dieser Runde in eine andere Richtung zu schicken. Das muss man auch vorbereiten.
Letztes Jahr hatte ich kurz das Gefühl, dass Verdi das verstanden hat, als Lufthansa in MUC die Swissport übernommen hat und, auf deren Niveau, selbst weiterführen will. Verdi hat gleich verstanden was das langfristig bedeutet und auch kommuniziert. Jetzt fordern sie wieder mehr (erhöht wieder das Delta zu den Wettbewerbern) und wollen Ausflaggung per Vertrag verbieten. Viel Spaß damit.
Die Zahlen sind ja da. Was kostet am Ende eine Produktionseinheit selbst produziert und was zahlen die Wettbewerber? Das bestätigt auch die Verdi in ihrem Rundschreiben - TV Boden FlächenTV ist gegenüber TV Boden LH 20% produktiver. Das ist das, was am Ende zählt. LH und andere zeigen regelmäßig, was sie alles anderers machen können und auch tun, um den Abstand zu den Wettbewerbern in einem vertretbaren Maß zu halten.
Die Frage ist für w_e_n am Ende die 20% 'besser' zählen. 'Race to the bottom', und das ist ja der Sinn des Ganzen, für AN, im Kontext der Lebenshaltungskosten in DE, passt eben nicht zu dem immer von Politik und Wirtschaft verkündeten (gesamtgesellschaftlichen) Erhalt von 'Wohlstand'.
Das ist das Umfeld, in dem sich das Ganze bewegt.
Beitrag vom 22.01.2026 - 09:58 Uhr
Es bleibt für mich das Bild, dass die GWs nur noch reagieren, die Richtung bestimmen andere.
Die Position jeder Gewerkschaft in Verhandlungen steht und fällt doch mit der Bereitschaft ihrer Mitglieder für einen Arbeitskampf.
Das ist richtig. Die Verhandlungsmacht steht und fällt mit dem Organisationsgrad und der Kampfbereitschaft der Mitglieder.
Und in welcher Form könnten denn Gewerkschaften überhaupt legal aktiv "agieren" statt reagieren?
Selbst eine Vision entwickeln, wohin man mitgehen würde. So ist das immer nur eine Wiederholung der letzten Forderung. Ich will mehr. Das funktioniert ja nicht (mehr), wie die Beispiele zeigen.
Sollten Sie hier wirklich den Gewerkschaften einen pauschalen Vorwurf machen?
Ein bisschen schon, denn die Muster sind bei den drei betroffenen GW gleich.
Oder eher deren Mitgliedern, denen die Schlagkraft ihrer Gewerkschaft offenbar nicht wichtig genug ist?
Na ja, die Mitglieder kann ich schon ein Stück führen, das macht man ja auch. Wenn ich sie aber mit hohen Prozentzahlen heiß mache, dann wird es schwer sie in dieser Runde in eine andere Richtung zu schicken. Das muss man auch vorbereiten.
Letztes Jahr hatte ich kurz das Gefühl, dass Verdi das verstanden hat, als Lufthansa in MUC die Swissport übernommen hat und, auf deren Niveau, selbst weiterführen will. Verdi hat gleich verstanden was das langfristig bedeutet und auch kommuniziert. Jetzt fordern sie wieder mehr (erhöht wieder das Delta zu den Wettbewerbern) und wollen Ausflaggung per Vertrag verbieten. Viel Spaß damit.
Die Zahlen sind ja da. Was kostet am Ende eine Produktionseinheit selbst produziert und was zahlen die Wettbewerber? Das bestätigt auch die Verdi in ihrem Rundschreiben - TV Boden FlächenTV ist gegenüber TV Boden LH 20% produktiver. Das ist das, was am Ende zählt. LH und andere zeigen regelmäßig, was sie alles anderers machen können und auch tun, um den Abstand zu den Wettbewerbern in einem vertretbaren Maß zu halten.
Das ist das Umfeld, in dem sich das Ganze bewegt.
Dieser Beitrag wurde am 22.01.2026 10:20 Uhr bearbeitet.
Kommentare (12) Zur Startseite
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.
Das muss jeder für sich entscheiden und da spiele ich erneut den Ball in das Feld der GW. Damit ich entscheiden kann, muss ich aber auch die Ganze Wahrheit kennen. Nicht nur was "drin" ist in den Verhandlungen, sondern auch das Risiko dabei. Da würde ich als Mitglied fragen, wie können wir das Risiko minimieren. Da erwarte i_c_h Antworten. Wenn mir Geld wichtiger ist, dann muss ich produktiver werden, wenn mir Work-Live-Balance wichtiger ist, muss ich Abstriche beim Geld machen. Alles wird es nicht mehr geben. Dann wird das Produkt zu teuer und die Kunden orientieren sich um.
Sich für den hochprozentigen Abschluss feiern lassen und dann bei den Konsequenzen dünn machen, das wird nicht mehr aufgehen.
'Race to the bottom', und das ist ja der Sinn des Ganzen, für AN, im Kontext der Lebenshaltungskosten in DE, passt eben nicht zu dem immer von Politik und Wirtschaft verkündeten (gesamtgesellschaftlichen) Erhalt von 'Wohlstand'.
Siehe oben, meine Entscheidung.
Heute morgen im Radio, die Zahlen aus der Gastronomie. Letztes Jahr gab es um diese Zeit 25.000 (kann auch 40.000 gewesen sein, spielt aber keine Rolle) offene Stellen, heute 2500. Aber nicht, weil jetzt alle Stellen besetzt wären, weil die Bedingungen sich so schön verbessert haben. Nein, weil soviele Gaststätten geschlossen haben. Soviel zu "wir legen die gestiegenen Kosten von Material, Energie und Personal auf die Preise um".
Auch heute, Zalando schließt die ganze Marketingabteilung, 180 Stellen. Macht jetzt die KI und ein ausgelagerter Dienstleister.
Ich habe Kontakte zur Cargo. In der Frachtabfertigung gibt es immer weniger mit gelben Ausweis. Das ließe sich beliebig fortsetzen...
Ich wiederhole mich...
"Das ist das Umfeld, in dem sich das Ganze bewegt."
und dafür sehe ich bei den GW keine Lösungen. Immerhin hat der DGB erkannt, dass die GWs ein Mitgliederproblem haben. Die Alten sterben aus und für die Jungen haben sie keine Konzepte, Visionen oder Angebote. Wenn Sie welche sehen, her damit.
Dieser Beitrag wurde am 22.01.2026 14:12 Uhr bearbeitet.
Die Position jeder Gewerkschaft in Verhandlungen steht und fällt doch mit der Bereitschaft ihrer Mitglieder für einen Arbeitskampf.
Das ist richtig. Die Verhandlungsmacht steht und fällt mit dem Organisationsgrad und der Kampfbereitschaft der Mitglieder.
Und in welcher Form könnten denn Gewerkschaften überhaupt legal aktiv "agieren" statt reagieren?
Selbst eine Vision entwickeln, wohin man mitgehen würde. So ist das immer nur eine Wiederholung der letzten Forderung. Ich will mehr. Das funktioniert ja nicht (mehr), wie die Beispiele zeigen.
Sollten Sie hier wirklich den Gewerkschaften einen pauschalen Vorwurf machen?
Ein bisschen schon, denn die Muster sind bei den drei betroffenen GW gleich.
Oder eher deren Mitgliedern, denen die Schlagkraft ihrer Gewerkschaft offenbar nicht wichtig genug ist?
Na ja, die Mitglieder kann ich schon ein Stück führen, das macht man ja auch. Wenn ich sie aber mit hohen Prozentzahlen heiß mache, dann wird es schwer sie in dieser Runde in eine andere Richtung zu schicken. Das muss man auch vorbereiten.
Letztes Jahr hatte ich kurz das Gefühl, dass Verdi das verstanden hat, als Lufthansa in MUC die Swissport übernommen hat und, auf deren Niveau, selbst weiterführen will. Verdi hat gleich verstanden was das langfristig bedeutet und auch kommuniziert. Jetzt fordern sie wieder mehr (erhöht wieder das Delta zu den Wettbewerbern) und wollen Ausflaggung per Vertrag verbieten. Viel Spaß damit.
Die Zahlen sind ja da. Was kostet am Ende eine Produktionseinheit selbst produziert und was zahlen die Wettbewerber? Das bestätigt auch die Verdi in ihrem Rundschreiben - TV Boden FlächenTV ist gegenüber TV Boden LH 20% produktiver. Das ist das, was am Ende zählt. LH und andere zeigen regelmäßig, was sie alles anderers machen können und auch tun, um den Abstand zu den Wettbewerbern in einem vertretbaren Maß zu halten.
Die Frage ist für w_e_n am Ende die 20% 'besser' zählen. 'Race to the bottom', und das ist ja der Sinn des Ganzen, für AN, im Kontext der Lebenshaltungskosten in DE, passt eben nicht zu dem immer von Politik und Wirtschaft verkündeten (gesamtgesellschaftlichen) Erhalt von 'Wohlstand'.
Das ist das Umfeld, in dem sich das Ganze bewegt.
Die Position jeder Gewerkschaft in Verhandlungen steht und fällt doch mit der Bereitschaft ihrer Mitglieder für einen Arbeitskampf.
Das ist richtig. Die Verhandlungsmacht steht und fällt mit dem Organisationsgrad und der Kampfbereitschaft der Mitglieder.
Und in welcher Form könnten denn Gewerkschaften überhaupt legal aktiv "agieren" statt reagieren?
Selbst eine Vision entwickeln, wohin man mitgehen würde. So ist das immer nur eine Wiederholung der letzten Forderung. Ich will mehr. Das funktioniert ja nicht (mehr), wie die Beispiele zeigen.
Sollten Sie hier wirklich den Gewerkschaften einen pauschalen Vorwurf machen?
Ein bisschen schon, denn die Muster sind bei den drei betroffenen GW gleich.
Oder eher deren Mitgliedern, denen die Schlagkraft ihrer Gewerkschaft offenbar nicht wichtig genug ist?
Na ja, die Mitglieder kann ich schon ein Stück führen, das macht man ja auch. Wenn ich sie aber mit hohen Prozentzahlen heiß mache, dann wird es schwer sie in dieser Runde in eine andere Richtung zu schicken. Das muss man auch vorbereiten.
Letztes Jahr hatte ich kurz das Gefühl, dass Verdi das verstanden hat, als Lufthansa in MUC die Swissport übernommen hat und, auf deren Niveau, selbst weiterführen will. Verdi hat gleich verstanden was das langfristig bedeutet und auch kommuniziert. Jetzt fordern sie wieder mehr (erhöht wieder das Delta zu den Wettbewerbern) und wollen Ausflaggung per Vertrag verbieten. Viel Spaß damit.
Die Zahlen sind ja da. Was kostet am Ende eine Produktionseinheit selbst produziert und was zahlen die Wettbewerber? Das bestätigt auch die Verdi in ihrem Rundschreiben - TV Boden FlächenTV ist gegenüber TV Boden LH 20% produktiver. Das ist das, was am Ende zählt. LH und andere zeigen regelmäßig, was sie alles anderers machen können und auch tun, um den Abstand zu den Wettbewerbern in einem vertretbaren Maß zu halten.
Das ist das Umfeld, in dem sich das Ganze bewegt.
Dieser Beitrag wurde am 22.01.2026 10:20 Uhr bearbeitet.