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Kreise: Lufthansa wird City Airlines mit Verdi tarifieren

Lufthansa City Airlines
Lufthansa City Airlines, © Lufthansa

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FRANKFURT - Verdi durchdringt einen weiteren Lufthansa-Flugbetrieb. Nach Informationen von aero.de tarifiert Lufthansa den neuen Hubzubringer City Airlines für Piloten und Flugbegleiter nicht mit Vereinigung Cockpit und Ufo. Verdi rechnet nach einer Terminserie mit Lufthansa nun zeitnah mit einem "Tarifergebnis".

Kabinen- und Cockpitpersonal des neuen Lufthansa-Feeders City Airlines erhalten Tarifverträge. Nach Informationen von aero.de zeichnet sich für beide fliegenden Berufsgruppen ein Abschluss mit Verdi ab.

Die Dienstleistungsgewerkschaft hatte 2024 bereits bei der Discover-Ersttarifierung das Rennen gemacht. Wie Konzernkreise aero.de bestätigen, arbeitet Lufthansa auch bei City Airlines auf Abschlüsse mit Verdi hin - Verdi steht vor dem nächsten Durchbruch im Konzern.

Das ist ein herber Rückschlag für Ufo (Flugbegleiter) und Vereinigung Cockpit (Piloten). Die Fachgewerkschaften stellen den Tarifpartner bei Lufthansa Cityline. Lufthansa fährt den bisherigen Zu- und Abbringer Flugzeug um Flugzeug runter - City Airlines soll die Drehkreuze günstiger vernetzen und Cityline spätestens 2027 komplett ablösen.

Eine Präferenz für Verdi will Lufthansa zwar nicht bestätigen. "Lufthansa City Airlines befindet sich weiterhin in Gesprächen mit den verschiedenen Gewerkschaften, um einen Manteltarifvertrag (MTV) sowie einen Vergütungstarifvertrag (VTV) für alle Kabinen- und Cockpitkollegen unserer Fluggesellschaft abzuschließen", sagte ein Lufthansa-Sprecher aero.de.

Verdi hat bei City Airlines nach eigenen Angaben aber den meisten Rückhalt in der Belegschaft. "Nachdem sich die Cockpit- und Kabinenbeschäftigten Mitte des Jahres zu jeweils über 50 Prozent in Verdi organisiert hatten, haben wir eine Forderungsbefragung mit allen City Airlines Beschäftigten durchgeführt", sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Marvin Reschinsky aero.de.

Discover-Tabellen Maßstab für City Airlines

Die Verdi-Forderungen für City Airlines liegen laut Reschinsky "auf dem Niveau der Discover-Vergütungen, inklusive der betrieblichen Altersvorsorge sogar darüber" und seien bereits am 29. August "betriebsöffentlich" kommuniziert worden.

In dieser Woche hatte Ufo die Verdi-Gehaltstabelle für Discover Airlines als Grundlage eigener Tarifforderungen für die City Airlines-Kabine herangezogen.

Verdi ist der Gewerkschaftskonkurrenz dem Vernehmen nach in den Verhandlungen mit City Airlines um Längen voraus - und hatte Lufthansa bereits im Juni 2025 formell zur Ersttarifierung aufgefordert.

"Als Verdi verhandeln wir intensiv seit dem 23. Juli diesen Jahres mit dem Unternehmen und zusammen mit unseren City Airlines Cockpit- und Kabinentarifkommissionsmitgliedern an der Ersttarifierung", sagte Reschinsky. "Dabei kommen wir ungefähr alle zwei Wochen mit dem Unternehmen zusammen und sind optimistisch, dass wir zeitnah zu einem Tarifergebnis kommen können."

Verdi peilt Tarifabschluss "Anfang 2026" an

Die Gewerkschaft sieht sich inzwischen auf der Zielgeraden. "Anfang des kommenden Jahres wollen wir die Tarifverhandlungen bei City Airlines mit einem Ergebnis, das wir dann unseren Mitgliedern in der City Airlines zur Abstimmung vorlegen werden, beenden", sagte Reschinsky aero.de.

Die Gespräche mit den Gewerkschaften verlaufen "in einem vertraulichen Rahmen", sagte der Lufthansa-Sprecher. "Es bleibt erklärtes Ziel die Zukunft der Lufthansa City Airlines in einem tarifierten Rahmen zu gestalten."

Lufthansa will City Airlines mittelfristig über die aktuelle Größe von Cityline ausbauen. Ab Ende 2026 erhält der neue Feeder dafür 40 werksneue Airbus A220-300.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 12.12.2025 14:24

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Beitrag vom 19.12.2025 - 09:50 Uhr

Nachdem Verdi dann aber weitergezogen ist, bleiben die Flieger*innen in den Flugbetrieben mit Fragezeichen zurück, der Betriebsrat besteht mehrheitlich aus Kolleg*innen der UFO. Eventuell doch ein Zeichen? Betriebliche Themen löst Verdi nicht. Da werden die Flieger*innen allein gelassen. Und werden von UFO-Kolleg*innen vertreten, von Flieger*innen für Flieger*innen. Von Menschen, die die Fliegerwelt und die Branche verstehen. Einer richtigen Fachgewerkschaft. Nicht überall sind Spartengewerkschaften schlecht, besonders, wenn es Kompetenz braucht.

Kompetenz? Wieso verdienen dann Betriebe mit starken Spartengewerkschaften wie die Bahn, Krankenhäuser oder DLH kein Geld?


Vermutlich wegen horrender Gehälter von Lokführern, Piloten und Chefärzten?! Was ein Quatsch...

Die Gehälter sind das offensichtliche, aber natürlich werden die Sonderbehandlungen mit Neid und Argwohn aus den anderen Belegschaften betrachtet. Dies führt zu einem vermehrten gegeneinander als miteinander und schon leidet die Gesamtproduktivität. Die Folge schlechte Betriebsergebnisse.
Das was das fliegende Personal in den letzten Jahren erlebt, haben andere Konzernbereiche schon viel früher zu spüren bekommen. Erst hat die Technik die Logistik noch selbst erledigt, dann würde die LTLS gegründet, und dann große Teile an Dienstleister untervergeben. So hatte ich Kollegen, die innerhalb von vier Jahren zwar immer noch die gleiche Arbeit getätigt haben, aber dann schon beim 3. Arbeitgeber waren und nur noch die Hälfte verdient haben. Ich würde mal sagen, dass die LH rund 20 Jahre lang versucht hat bei anderen Berufsgruppen, anderen Konzernbereichen und den Kunden zu sparen, bevor es dann irgendwann auch bei den fliegenden Kollegen einfach sein müsste. Nur das die glaubten, sie seien unantastbar... Naiv und überbezahlt.
Beitrag vom 19.12.2025 - 09:21 Uhr
Dass manche Foristen und offensichtliche Lufthanseaten die Schuld an der Ausflaggung bei den Mitarbeitern der Töchter sehen und Ihnen ein Scheitern wünschen ist an Unreflektiertheit und Mangel an Fach- und Sachkenntnis wirklich kaum noch zu überbieten.
Aber es zeigt schön, warum man bei LH die Entwicklung der letzten Jahre nicht mehr stoppen konnte, dafür hätte es nämlich in erster Linie einmal kritische Selbstreflexion und Einsicht erfordert. Die fehlt einigen offensichtlich nach wie vor.
Das haben Sie schön auf den Punkt gebracht. Danke!
Beitrag vom 17.12.2025 - 20:36 Uhr

Nachdem Verdi dann aber weitergezogen ist, bleiben die Flieger*innen in den Flugbetrieben mit Fragezeichen zurück, der Betriebsrat besteht mehrheitlich aus Kolleg*innen der UFO. Eventuell doch ein Zeichen? Betriebliche Themen löst Verdi nicht. Da werden die Flieger*innen allein gelassen. Und werden von UFO-Kolleg*innen vertreten, von Flieger*innen für Flieger*innen. Von Menschen, die die Fliegerwelt und die Branche verstehen. Einer richtigen Fachgewerkschaft. Nicht überall sind Spartengewerkschaften schlecht, besonders, wenn es Kompetenz braucht.

Kompetenz? Wieso verdienen dann Betriebe mit starken Spartengewerkschaften wie die Bahn, Krankenhäuser oder DLH kein Geld?


Vermutlich wegen horrender Gehälter von Lokführern, Piloten und Chefärzten?! Was ein Quatsch...


Mir tut es für die Kolleg*innen der Lufthansa City Airlines leid. Genau so, wie auch 2024 für die Kolleg*innn der Discover Airlines.

Bei mir würden alle Alarmglocken angehen, wenn mein Betrieb sich die für ihn bequemere Gewerkschaft aussucht, und mir das quasi vorgibt. ;) Für mich ist das übergriffig. Aber klar: Mit Verdi ist Kuschelkurs angesagt. Reschinsky zeichnet und zieht weiter. UFO und VC bleiben, und können auch unbequem sein.


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