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Harmattan AI schließt eine Finanzierungsrunde über 200 US-Dollar ab. Führender Investor ist Dassault Aviation. Seinen genauen Anteil lässt der Rafale-Hersteller offen, macht um den größeren Plan hinter der Beteiligung aber kein Geheimnis.
"Der Schulterschluss mit Harmattan AI spiegelt unsen Anspruch wider, hochklassige autonome Systeme in die nächste Generation von Luftkampfsystemen zu integrieren", sagte Dassault-Aviation-Chef Eric Trappier.
Erklärtes Ziel des Managers ist die "Entwicklung integrierter KI-Funktionen" durch Harmattan AI für zukünftige Luftkampfsysteme von Dassault Aviation wie die Rafale F5 und das unbemannte UCAS.
Harmattan AI entwickelt selbststeuernde Aufklärungs- und Angriffsdrohnen, die sich in einen Systemverbund integrieren lassen - das Startup peilt eine Monatsproduktion von 10.000 Drohnen an.
Die Vernetzung von Kampfjets und Drohnenschwärmen über eine Combat Cloud steht auch im FCAS-Anforderungsprofil.
Dassault legt die Axt an FCAS
Die Zukunft des europäischen Luftkampfsystems ist unklar: Dassault scherte 2025 aus dem FCAS-Konsortium mit Airbus und Indra Sistemas aus - Trappier pocht auf alleinige Projektführung. Mit der Investition in Harmattan AI zieht Trappier Dassault bei einem wesentlichen FCAS-Teilprojekt aus der Klammer des Konsortiums.
Eine Kraftprobe zwischen Dassault und Airbus und ein industriepolitischer Patt zwischen Paris und Berlin blockieren FCAS seit Monaten. Airbus die FCAS-Allianz nicht um jeden Preis retten.
"Unser Partner (Dassault, Red. ) hat sehr offen gezeigt, dass er mit den vereinbarten Arbeitspaketen im Programm unzufrieden ist, und fordert etwas ein, was nicht dem entspricht, was vereinbart wurde”, sagte Airbus-Chef Guillaume Faury im Oktober. Wenn Dassault "in dieser Konstellation" nicht weitermachen wolle, "steht es ihnen frei, sich aus FCAS zurückzuziehen".
Für einen FCAS-Exit von Dassault steht eine Rückfalllösung im Raum: FCAS könnte auf eine dezentrale Combat Cloud reduziert werden, an der von Airbus und Dassault eigenständig entwickelte Luftkampfsysteme andocken. Eine solche Spaltung würde das mit rund 100 Milliarden Euro ohnehin extrem teure FCAS-Projekt wahrscheinlich aber weiter verteuern.
Eine politische Lösung zu FCAS steht weiter.
© aero.de | Abb.: Airbus | 22.01.2026 09:42







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