FRANKFURT - Lufthansa Airlines steckte 2025 streckenweise knietief im Dispo. Laut Konzernkreisen hat der Kernbereich die Verluste im zweiten Halbjahr ausgebügelt - allerdings half dabei wohl ein beträchtlicher Sondereffekt. Das Management will am eingeschlagenen "Turnaround"-Kurs festhalten.
Lufthansa geht das Kernproblem an: Lufthansa-Airlines-Vorstand Jens Ritter sah den größten Konzernteil im November 2025 dank des Maßnahmenpakets "Turnaround" wieder "auf dem Weg in die schwarzen Zahlen".
Zum Halbjahr 2025 hatte Lufthansa Airlines 274 Millionen Euro Verlust ausgewiesen - Lufthansa Classic, größte Fluggesellschaft im Lufthansa-Verbund, zog das Spartenergebnis um 307 Millionen Euro in die Miesen.
Nach Informationen von aero.de aus Konzernkreisen hat Lufthansa Airlines im zweiten Halbjahr viel Boden gut gemacht. Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr soll auf einer Mitarbeiterveranstaltung im Dezember 2025 das Airlines-Ergebnis bereits auf "plus-minus Null" eingegrenzt haben.
Unter dem Strich dürfte in der Sparte 2025 nun sogar ein "geringer Millionengewinn" angefallen sein, meldet der Lufthansa-Flurfunk. Das Vorjahr hatte Lufthansa Airlines noch mit 116 Millionen Euro Verlust bilanziert.
Ein wesentlicher Treiber sind geringere Passagierenschädigungen - Lufthansa flog laut Management zuletzt so pünktlich wie zuletzt vor zehn Jahren. Im Umkehrschluss muss die Airline viel weniger Entschädigungen für verspätete oder ausgefallene Flüge leisten - oder für Hotel-Übernachtungen ganzer Passagierlisten aufkommen.
"Die voranschreitende Implementierung des Turnaround-Programms von Lufthansa Airlines wirkt sich nachhaltig positiv auf die operationelle Stabilität aus", merkte Lufthansa im Zwischenbericht zum dritten Geschäftsquartal 2025 bereits an. Den Geschäftsbericht für das Gesamtjahr 2025 wird Lufthansa am 6. März 2026 vorlegen.
Lufthansa Airlines bewegt enorme Summen - nach wie vor entfallen über 40 Prozent Anteil am Konzernumsatz auf den Kernbereich. Wiederholt hatte das Lufthansa-Management darauf hingewiesen, dass niedrige einstellige Gewinnmargen auf Dauer nicht reichen, um Milliardeninvestitionen in neue Interkontflugzeuge zu finanzieren.
Lufthansa setzt auf die LangstreckeGenau die braucht Lufthansa aber dringend. Mit "Turnaround" will Lufthansa vor allem ihre Classic wieder auf Kurs bringen. Die Strategie sieht grundlegende strukturelle Änderungen vor.
Lufthansa Classic soll stärker auf Langstrecke getrimmt werden - und den Anteil an der Kurzstreckenproduktion zurückschrauben.
"Die Zielsetzung ist sehr klar", sagte Lufthansa-Netzwerkmanager Stefan Kreuzpainter im Oktober 2025 vor Investoren. "Bis 2030 werden wir 50 Prozent der Lufthansa-Airlines-Kurzstreckenflotte bei den effizienteren Flugbetrieben Discover Airlines und City Airlines haben." Konzernweit will Lufthansa in den nächsten Jahren nur die Stärke der Interkontflotte ausbauen.
Bei Lufthansa Airlines soll Turnaround bis 2028 2,5 Milliarden Euro Ergebnisbeitrag haben - zwei Drittel über Kostenabbau, unter anderem in der Verwaltung, und ein Drittel über Erlössteigerungen.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 28.01.2026 06:23
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Beitrag vom 29.01.2026 - 11:15 Uhr
Und was haben die Gewinne der LHT und Swiss mit Gehaltsansprüchen des fliegenden Personals der LH Classic zu tun?
Manch einer unterstellt, dass die LHA dicke Gewinne einfährt, diese aber zur Swiss und/oder LHT 'verschoben' werden, um Druck auf die Angestellten der LHA ausüben zu können.
Wenn man sich selbst als Zentrum der Welt sieht, dann kann man natürlich so denken.
Beitrag vom 29.01.2026 - 10:59 Uhr
Und was haben die Gewinne der LHT und Swiss mit Gehaltsansprüchen des fliegenden Personals der LH Classic zu tun?
Manch einer unterstellt, dass die LHA dicke Gewinne einfährt, diese aber zur Swiss und/oder LHT 'verschoben' werden, um Druck auf die Angestellten der LHA ausüben zu können.
Zitat @Jochen Hansen
... dann weiß ich, dass ich den Betrieb so aufstelle, dass Rendite X eben nicht so einfach eintritt und ich immer ein Hebel gegen das Personal habe.
Da diese Unterstellung aber nur eine Unterstellung ist, ist diese ganze Diskussion obsolet. Auf Basis unbewiesener Behauptungen kann man jeden Mist fordern.
Beitrag vom 29.01.2026 - 09:59 Uhr
Moin,
na wenn der Turnaround geschafft ist, dann muss man bei den nächsten Verhandlungen mit den Beschäftigen ihnen ein Stück zurückgeben. Denn zu Corona-Zeiten und danach mussten viele Federn lassen.
Gut, dass Sie extra darauf hinweisen! 'Wenn der Turnaround geschafft ist', dann könnte man darüber nachdenken. Aber im Artikel steht lediglich, man sei 'wieder "auf dem Weg in die schwarzen Zahlen".
Daher ist diese Diskussion hier verfrüht.
Wieso? Ich zitiere aus dem Artikel:
"Unter dem Strich dürfte in der Sparte 2025 nun sogar ein "geringer Millionengewinn" angefallen sein, meldet der Lufthansa-Flurfunk. Das Vorjahr hatte Lufthansa Airlines noch mit 116 Millionen Euro Verlust bilanziert."
LHT wird satte Gewinne gemacht haben, auch bei Swiss/Eurowings sieht es sicher nicht schlecht aus, damit sollte es der LH Group nicht schlecht gehen.
Dann werden die Mitarbeiter dieser profitablen Geschäftsfelder entsprechende Gewinnbeteiligungen erhalten. Ist alles tariflich geregelt.
Von daher hat das Personal durchaus etwas verdient.
Finden Sie? Wieviel soll es denn sein?
- Cockpit hat noch einen laufenden TV, die Gehälter wurden erst zum 01.01.26 um 5% erhöht.
- Kabine hat noch einen laufenden TV, die Gehälter werden am 01.03.26 wieder erhöht.
- Boden verhandelt im Februar weiter, die letzte dicke Tabellenerhöhung ist noch keine 11 Monate her. Beim Abschluss hatte Verdi übrigens noch getitelt „Geldregenfront im Anmarsch“. Und jetzt ist man schon wieder so weit, dass die Mitarbeiter angeblich ihre Mieten nicht mehr zahlen können? Schon interessant, wie schnell das immer geht.
Wenn ich davon ausgehe, dass die renditeschwächste Tochter immer Summe X Rendite einfährt, bevor die Mitarbeiter partizipieren, dann weiß ich, dass ich den Betrieb so aufstelle, dass Rendite X eben nicht so einfach eintritt und ich immer ein Hebel gegen das Personal habe.
Dieser Quatsch wieder?
Daher kann UFO/Verdi/VC mal einen größeren Schluck aus der Pulle (Discover/City) nehmen und der Sozialplan bei Cityline sollte auch nicht zu mager ausfallen. Denn im hochpreisigen München zu leben mit dem Einstiegsgehalt bei den Töchtern ist mager.
Ja, wie Sie geschrieben haben: 'wenn der Turnaround geschafft ist'. Was er ja noch nicht ist.
Um was genau geht es denn bei den (erwartenten) Verhandlungen?
In dem von Ihnen verlinkten Brief der UFO an Ihre Mitglieder ist von "einen Verhandlungsauftakt zu Arbeitsbedingungen und Absicherung" und später von der Kabine die Rede.
Was hat das mit Cockpit und Boden, wie von Ihnen geschrieben, zu tun.
Bitte erläutern, Danke.
Und was haben die Gewinne der LHT und Swiss mit Gehaltsansprüchen des fliegenden Personals der LH Classic zu tun?
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Manch einer unterstellt, dass die LHA dicke Gewinne einfährt, diese aber zur Swiss und/oder LHT 'verschoben' werden, um Druck auf die Angestellten der LHA ausüben zu können.
Wenn man sich selbst als Zentrum der Welt sieht, dann kann man natürlich so denken.
Manch einer unterstellt, dass die LHA dicke Gewinne einfährt, diese aber zur Swiss und/oder LHT 'verschoben' werden, um Druck auf die Angestellten der LHA ausüben zu können.
Zitat @Jochen Hansen
... dann weiß ich, dass ich den Betrieb so aufstelle, dass Rendite X eben nicht so einfach eintritt und ich immer ein Hebel gegen das Personal habe.
Da diese Unterstellung aber nur eine Unterstellung ist, ist diese ganze Diskussion obsolet. Auf Basis unbewiesener Behauptungen kann man jeden Mist fordern.
na wenn der Turnaround geschafft ist, dann muss man bei den nächsten Verhandlungen mit den Beschäftigen ihnen ein Stück zurückgeben. Denn zu Corona-Zeiten und danach mussten viele Federn lassen.
Gut, dass Sie extra darauf hinweisen! 'Wenn der Turnaround geschafft ist', dann könnte man darüber nachdenken. Aber im Artikel steht lediglich, man sei 'wieder "auf dem Weg in die schwarzen Zahlen".
Daher ist diese Diskussion hier verfrüht.
Wieso? Ich zitiere aus dem Artikel:
"Unter dem Strich dürfte in der Sparte 2025 nun sogar ein "geringer Millionengewinn" angefallen sein, meldet der Lufthansa-Flurfunk. Das Vorjahr hatte Lufthansa Airlines noch mit 116 Millionen Euro Verlust bilanziert."
LHT wird satte Gewinne gemacht haben, auch bei Swiss/Eurowings sieht es sicher nicht schlecht aus, damit sollte es der LH Group nicht schlecht gehen.
Dann werden die Mitarbeiter dieser profitablen Geschäftsfelder entsprechende Gewinnbeteiligungen erhalten. Ist alles tariflich geregelt.
Von daher hat das Personal durchaus etwas verdient.
Finden Sie? Wieviel soll es denn sein?
- Cockpit hat noch einen laufenden TV, die Gehälter wurden erst zum 01.01.26 um 5% erhöht.
- Kabine hat noch einen laufenden TV, die Gehälter werden am 01.03.26 wieder erhöht.
- Boden verhandelt im Februar weiter, die letzte dicke Tabellenerhöhung ist noch keine 11 Monate her. Beim Abschluss hatte Verdi übrigens noch getitelt „Geldregenfront im Anmarsch“. Und jetzt ist man schon wieder so weit, dass die Mitarbeiter angeblich ihre Mieten nicht mehr zahlen können? Schon interessant, wie schnell das immer geht.
Wenn ich davon ausgehe, dass die renditeschwächste Tochter immer Summe X Rendite einfährt, bevor die Mitarbeiter partizipieren, dann weiß ich, dass ich den Betrieb so aufstelle, dass Rendite X eben nicht so einfach eintritt und ich immer ein Hebel gegen das Personal habe.
Dieser Quatsch wieder?
Daher kann UFO/Verdi/VC mal einen größeren Schluck aus der Pulle (Discover/City) nehmen und der Sozialplan bei Cityline sollte auch nicht zu mager ausfallen. Denn im hochpreisigen München zu leben mit dem Einstiegsgehalt bei den Töchtern ist mager.
Ja, wie Sie geschrieben haben: 'wenn der Turnaround geschafft ist'. Was er ja noch nicht ist.
Um was genau geht es denn bei den (erwartenten) Verhandlungen?
In dem von Ihnen verlinkten Brief der UFO an Ihre Mitglieder ist von "einen Verhandlungsauftakt zu Arbeitsbedingungen und Absicherung" und später von der Kabine die Rede.
Was hat das mit Cockpit und Boden, wie von Ihnen geschrieben, zu tun.
Bitte erläutern, Danke.
Und was haben die Gewinne der LHT und Swiss mit Gehaltsansprüchen des fliegenden Personals der LH Classic zu tun?