Europäisches Kampfjetsystem
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Dassault gibt Airbus Schuld an möglichem FCAS-Aus

FCAS - neuer Kampfjet für Europa
FCAS - neuer Kampfjet für Europa, © Airbus

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PARIS - Schon länger gibt es Zweifel daran, ob es mit dem geplanten Luftkampfsystem FCAS wie vorgesehen weitergeht. Merz äußerte sich skeptisch, Macron zeigt sich davon unbeirrt. Dassault-Chef Eric Trappier sieht FCAS in einer Sackgasse - und die Alleinschuld für ein mögliches Scheitern des Projekts bei Airbus.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron unterstützt trotz Skepsis aus Deutschland die Pläne für ein gemeinsames Luftkampfsystem mit nur einem Kampfflugzeug als Basis.

"Ich zweifele daran nicht", sagte Macron über das Rüstungsvorhaben FCAS im Februar bei einem Besuch im indischen Neu-Delhi. Man habe gemeinsame Bedürfnisse identifiziert, die auch nicht infrage gestellt würden.

Das Luftkampfsystem FCAS (Future Combat Air System) soll im Verbund mit unbewaffneten und bewaffneten Drohnen fliegen und ist insofern mehr als ein Kampfflugzeug. Der Plan ist, dass es den von der Bundeswehr genutzten Eurofighter und auch die französischen Rafale-Jets ab 2040 ablöst.

Merz sprach von Problem im Anforderungsprofil

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich unlängst offen skeptisch zur Realisierung des von Deutschland, Frankreich und Spanien seit langem geplanten Rüstungsprojekts geäußert.

"Wir haben ein echtes Problem im Anforderungsprofil. Und wenn wir das nicht lösen können, dann können wir das Projekt nicht aufrechterhalten", sagte Merz dem Podcast Machtwechsel.

Laut Merz ist das Problem, dass die Franzosen ein grundsätzlich anderes Kampfflugzeug brauchen als die Bundeswehr. Frankreich will den FCAS-Jet auch auf Flugzeugträgern einsetzen und in die Nuklearstrategie einspannen. Deutschland braucht beide Fähigkeiten nicht. Folglich stelle sich die Frage, ob FCAS mit zwei Flugzeugen realisiert werden könne, so Merz.

Macron pocht auf gemeinsamen Standard

Macron wiederum meinte: "Wenn wir Europäer ein Geschichtsbewusstsein haben, haben wir ein Interesse daran, zu standardisieren und zu vereinfachen - also: ein gemeinsames Modell zu haben."

Es habe Reibungen zwischen den Industriepartnern gegeben, doch das sollte die Strategie der beteiligten Länder nicht bestimmen.

Der französische Staatschef betonte, man müsse die Anstrengungen nun verstärken. Er versuche aber zu schauen, ob es aus strategischer Sicht für die Länder und für Europa und auch für die Verwendung der Gelder die beste Lösung sei, mehrere Flugzeuge zu bauen.

"Wir brauchen einen europäischen Standard", schloss er. "Wenn wir einen gemeinsamen Standard schaffen, sind wir nicht aufzuhalten."

"Dann ist FCAS tot"

Auf Industrieseite hatte Airbus zuletzt eine Tendenz zu einer Zwei-Flugzeuge-Lösung erkennen lassen. Der Konzern könne selbst einen Kampfjet bauen, hieß es von Airbus. Auch der FCAS-Triebwerkspartner MTU glaubt inzwischen nicht mehr an eine gemeinsame Entwicklung im ursprünglichen Projektteam.

Der FCAS-Kampfjet sollte eigentlich im Konsortium von Airbus, Dassault und Indra Sistemas entwickelt und gebaut werden - Dassault stellte verhandelte Zuständigkeiten 2025 aber in Frage und beanspruchte die technische Federführung für sich, für Airbus ist das inakzeptabel.

Mit der Zwei-Flugzeuge-Lösung wird Dassault andererseits auch nicht richtig warm. "Frankreich steht nicht hinter dieser Idee", sagte Dassault-Chef Eric Trappier laut "Reuters" jetzt vor Medienvertretern. "Wenn Airbus an der Position festhält, nicht mit Dassault arbeiten zu wollen, dann ist FCAS tot."
© aero.de, dpa | Abb.: FCAS | 07.03.2026 06:23

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Beitrag vom 07.03.2026 - 14:38 Uhr
Faury war mir immer schon sympathisch (z.B. verschwinden Dummfunks Hetzdokus über Airbus inzwischen wesentlich schneller aus der Mediathek und auch sein Schaffen bei Airbus Helicopters war beachtlich) aber wie er diesem kleinen Kläffer von Dassault den Stiefel gibt macht ihn noch viel sympathischer.

Der Mann hat aus dem Fall Al Baker offensichtlich die richtigen Schlüsse gezogen.



Deutschland hat an der Stelle mal wieder unglaublich Glück im selbstverschuldeten Unglück nachdem die bisherigen FCAS Verträge auch schon sehr nachteilig waren weil mal wieder keiner unserer Politiker gewillt war unsere Interessen wahrzunehmen.
Gott sei Dank hat Trappier das jetzt für uns getan indem er dieses Projekt zerstört hat.
Beitrag vom 07.03.2026 - 11:10 Uhr
Irgendwie haben Eric Trappier und Donald Trump eine ähnlich irrlichternde Sichtweise auf Tatsachen. Erst werden durch sie Verträge einseitig wieder aufgemacht und dann sind andere daran Schuld, wenn die Dinge vor die Wand fahren. Herr, schmeiß Hirn vom Himmel.
Beitrag vom 07.03.2026 - 10:00 Uhr
Was dem einen seine Masken sind dem anderen seine Drohnen. Klar, daß ein Partner feuchte Augen bekommt, wenn er die Pistoriussche Einkaufspraxis sieht, für lagerhallenverstopfendes ukraineuntauglichen Elektroschrott Traumpreise zu zahlen. Sowas hat Konsequenzen, auch wenn man nicht so weit denken mag. Das Problem ist nicht die Maus, die den Mehlsack anknabbert, sondern der, der das Mehl im falschen Sack aufhebt.


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