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Entscheidung über FCAS-Zukunft bis Mitte April

FCAS-Modell auf der Paris Air Show 2019
FCAS-Modell auf der Paris Air Show 2019, © Airbus

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BERLIN - Drei Fristen für das europäische Luftkampfsystem FCAS sind bereits ohne Einigung verstrichen. Innerhalb der nächsten vier Wochen soll es nun aber wirklich zu einer Entscheidung kommen - Deutschland und Frankreich starten einen letzten Versuch, sich auf ein gemeinsames Vorgehen in dem Projekt zu verständigen.

Ein Ergebnis müsse wegen anstehender Entscheidungen zum Bundeshaushalt am 15. April vorliegen, hieß es aus deutschen Regierungskreisen nach einem Gespräch zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zur Vorbereitung des EU-Gipfels, das bereits am Mittwochabend stattfand.

Den Angaben zufolge sollen in den nächsten vier Wochen Experten zwischen den beteiligten Unternehmen vermitteln und nach einer Lösung suchen.

FCAS steht für "Future Combat Air System" und wäre bei einer Realisierung das größte und teuerste europäische Rüstungsprojekt. Die Gesamtkosten werden auf einen dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt. Deutschland, Frankreich und Spanien ringen seit Monaten um eine Realisierung des Projekts.

Die Entscheidung wird nun bereits zum dritten Mal verschoben, zuletzt war Ende Februar angepeilt worden. Das Luftkampfsystem soll im Verbund mit unbewaffneten und bewaffneten Drohnen fliegen und ist insofern mehr als ein Kampfflugzeug. Der Plan ist, dass es den von der Bundeswehr genutzten Eurofighter und auch die französische Rafale ab 2040 ablöst.

Unterschiedliche Vorstellungen vom Kampfflugzeug

Als Kernproblem hatte Merz zuletzt genannt, dass die Franzosen ein anderes Kampfflugzeug brauchen als die Bundeswehr. "Ganz konkret, die Franzosen brauchen in der nächsten Generation der Kampfflugzeuge ein atomwaffenfähiges und ein flugzeugträgerfähiges Flugzeug. Das brauchen wir in der deutschen Bundeswehr gegenwärtig nicht."

Von deutscher Seite wurde deswegen die Option ins Spiel gebracht, FCAS mit zwei Flugzeugen zu realisieren. Frankreich will nach Angaben von deutscher Seite aber nur eins bauen und dies auf seine eigenen Bedürfnisse ausrichten.
© dpa, aero.de | Abb.: Airbus | 19.03.2026 12:13

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Beitrag vom 20.03.2026 - 14:22 Uhr
Sie sehen aber schon, dass die Reichweite von U-Booten und Schiffen begrenzt ist,

Ja, auf Wasser - wir reden hier ja auch von der Marine :)

vor allem was die Steuerung von gelenkten Einheiten weit im Land betrifft. Da haben bemannte, fliegende Einheiten einfach einen Vorteil.

Das stimmt zumindest dann nicht, wenn ich typische Marine-Einsatzszenarien der Bundesmarine im Verteidigungsfall zugrunde lege, also solange Ziele noch in erreichbarer Entfernung liegen.
Was nicht autonom entschieden werden kann, muss über Kommunikationsverbindungen laufen. Sichtverbindung ist dazu nicht notwendig. Jede moderne Armee hat heute Satellitenverbindungen. Ohne die wäre auch das FCAS Konzept nicht umsetzbar.

Als Vorteil einer reinen Remote-Steuerung bekommen Sie dagegen die Möglichkeit, Drohnen oder Drohnenverbände durch ganze Teams im rückwärtigen Raum (bzw weit von der Küste entfernt) zu steuern und sind nicht auf einen einzelnen Operator im Cockpit angewiesen.

Geräte kommen vom Fließband, Ersatz ist billig, und es lassen sich ganz andere Einsatzszenarien durchführen ohne auf die Sicherheit einer Flugzeug-Besatzung Rücksicht nehmen zu müssen.

Dieser Beitrag wurde am 20.03.2026 19:30 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 20.03.2026 - 09:55 Uhr
Ich sehe 2026 keinen Bedarf mehr für neue Flugzeugträger alter Schule. Bis die ( und zugehörige Flugzeuge) entwickelt, gebaut und im Einsatz wären, ist vermutlich 2050 vorbei, und wenn man die aktuelle Entwicklung extrapoliert, sind spätestens in 5 Jahren bemannte Flugzeuge unbemannten deutlich unterlegen, einfach weil die Entwicklung und der Bau unbemannter Systeme unfassbar billiger ist, als Manntragende Gen4/Gen5 Jets und damit viel schneller verläuft.
Es wäre günstiger hier die Franzosen einen 2. Träger für Deutschland bauen zu lassen. Wir bauen dafür die Panzer für Frankreich. "Georg Elser" wäre ein guter Name nach "France Libre".

Fregatten, Korvetten und U-Boote mit nach Aufgaben differenzierten Drohnen und Marschflugkörpern nachzurüsten, wäre billiger, einfacher und schneller.

Sie sehen aber schon, dass die Reichweite von U-Booten und Schiffen begrenzt ist, vor allem was die Steuerung von gelenkten Einheiten weit im Land betrifft. Da haben bemannte, fliegende Einheiten einfach einen Vorteil.

Das FCAS Konzept ist veraltet und aufgrund des darin enthaltenen Jets überkomplex, zu langsam in der Entwicklung und zu teuer.

Ein "einfaches" Flugzeug mit zwei Sitzen wäre ideal. Einer fliegt, der Andere steuert. Alle weitere Eigenschaften liefern die Drohnen.
Beitrag vom 20.03.2026 - 09:49 Uhr
Ich stimme beiden zu, aber leider ändert das weder etwas an verstaubten Wünschen unserer Miliärs noch am Lernverhalten maßgebender Politiker - erst kürzlich gab es einen TV-Beitrag, in dem sich Ukrainer über deutsche Drohnenlieferungen mokierten, die sie a) mangels Qualität quasi lieber im Lager lassen als einzusetzen und b) unverschämt überteuert empfanden (und zwar nicht, weil sie es zahlen sollten). Warum wundert einen das nicht? Insoweit war auch das Spahnsche Maskendebakel nur folgerichtig.

Für die Überlegenheit unbemannter Fluggeräte kommt übrigens noch ein bislang kaum wahrgenommener Effekt dazu: Luftkampf wird u.a. limitiert durch die Beweglichkeit in der Luft, bei fünf, sechs g ist für den Menschen Schluss. Die Technik kann heute schon mehr.


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