In Kanada
06:46 Uhr

Zweite Startbasis für Isar Aerospace

Isar Aerospace Spectrum
Isar Aerospace Spectrum, © Isar Aerospace

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OTTOBRUNN - Bisher hat die Rakete des deutschen Raumfahrt-Start-ups Isar Aerospace erst einen Testflug absolviert. Doch bald soll es eine zweite Startbasis geben.

Das deutsche Weltraum Start-up Isar Aerospace will in Kanada eine zweite Startbasis für seine nicht serienreife Trägerrakete bauen.

Entstehen soll diese als Teil des Weltraumbahnhofs Nova Scotia im gleichnamigen Bundesstaat an der Atlantikküste, wie Isar Aerospace und das kanadische Unternehmen Maritime Launch Services mitteilten. Der Ausbau soll noch in diesem Jahr beginnen, die erste Rakete dort im Jahr 2028 abheben.

Der Vertrag hat demnach eine Laufzeit von 10 Jahren, mit Option auf Verlängerung. Isar Aerospace soll dafür nach Ablauf einer anfänglichen Frist von zweieinhalb Jahren 3,75 Millionen Dollar pro Quartal zahlen.

Bisher hat Isar Aerospace eine Startbasis auf der norwegischen Insel Andøya, dort fand auch im März 2025 der erste Testflug statt. Den für dieses Jahr geplante zweiten Start seiner "Spectrum" genannten Rakete hat das in Ottobrunn vor den Toren Münchens ansässige Unternehmen bislang viermal verschoben.

Derzeit lassen europäische Raumfahrtunternehmen ihre Satelliten mangels europäischer Kapazitäten großenteils vom US-Unternehmen Space X in ihre Umlaufbahnen befördern. Die "Spectrum"-Rakete ist für den Transport von Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen wenige hundert Kilometer über dem Erdboden gedacht.
© dpa | 09.07.2026 06:46

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Beitrag vom 09.07.2026 - 08:35 Uhr
Ich wünsche dem Team von Isar Aerospace ausdrücklich viel Erfolg. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass der aktuelle Hype um das Unternehmen der tatsächlichen Entwicklung ein Stück weit vorausläuft.

Das zeigt sich für mich nicht erst jetzt: Bereits 2021 war der Erstflug für das folgende Jahr angepeilt. Dass sich solche Zeitpläne verschieben, ist nicht ungewöhnlich – schon gar nicht bei einem neuen Launcher. Trotzdem sollte man diese Vorgeschichte im Hinterkopf behalten, wenn das Unternehmen heute sehr stark als Erfolgsstory erzählt wird.

Damit meine ich weniger den ersten, sehr kurzen Testflug – solche frühen Flüge sind nun einmal genau dafür da, Daten zu sammeln. Eher denke ich an die Abläufe danach: etwa den nächsten Startversuch, der zunächst durch ein Boot im Sperrgebiet verzögert wurde, bei dem der Countdown dann aber offenbar neu angesetzt wurde, obwohl T-0 außerhalb des Startfensters gelegen hätte. Natürlich passieren solche Dinge auch großen Organisationen – siehe STS-88 – aber der Kontext war dort jeweils ein anderer.

Hinzu kommen offenbar Themen wie Schwierigkeiten bei den Cryo-Cycles der Tanks. Das sind wahrscheinlich Kinderkrankheiten und grundsätzlich lösbare Probleme. Trotzdem zeigt es, dass der Weg in den Orbit eben nicht nur von ambitionierten Ankündigungen lebt, sondern von verlässlich beherrschten Abläufen, Disziplin und technischer Reife.

Ich hoffe sehr, dass Isar Aerospace diesen Weg erfolgreich geht. Aber der Weg zu den Sternen ist bekanntlich holprig – und es wäre schade, wenn sich am Ende Parallelen zu Astra ergeben würden.


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